Ich war von Luciano de Cresenzos Buch über die "Geschichte der griechischen Philosophie" begeistert. Endlich beschreibt jemand philosophische Themen anschaulich mit einem Anspruch auch die Zusammenhänge der damaligen Zeit in lustigen Anekdoten zu erklären.
Leider wirkt dieses Buch in vielen Teilen, wie von einem Lexikon abgeschrieben und mit persönlichen Anekdoten und Ansichten ausgeschmückt, um ein Buch daraus zu machen. Es fehlt die Tiefe von "Geschichte der griechischen Philosophie", wo man sich zeitweise wirklich in der Zeit zurückversetzt gefühlt hat.
Vielleicht wollte der Autor nur witzig sein, aber was er zu Thomas von Aquin geschrieben hat, scheint sich durchs ganze Buch durchzuziehen: "Es wird berichtet, Thomas habe, kurz bevor er starb, noch zu seinem Freund Reginaldo gesagt: 'Mir ist nicht danach, noch einmal zu lesen, was ich geschrieben habe. Es käme mir sicher so vor, nur Ungenaues von mir gegeben zu haben. Und schließlich würde ich vielleicht alles ins Feuer werfen.' Mir geht es ebenso, weshalb ich mich auch hüte, dieses Kapitel noch einmal durchzulesen."
Für jemanden, der wenig über die mittelalterliche Philosophie weiß, mag das Buch aber dennoch ein guter Einstieg sein. Es liest sich leicht und der Autor schafft es zumindest, das Wesentliche zu jedem Philosophen hervorzuheben.