Wenn dieser Autor über (griechische) Philosophie schreibt, scheiden sich die Geister. Wie lebensnah und menschennah darf man Philosophie beschreiben? Wie stark sich selbst einbringen? Luciano ist kein akademischer Philosoph, der von seinem Elfenbeinturm heruntersteigt um auch dem Volk die Philosophie in ihrer Sprache verständlich zu machen, sondern ursprünglich ein Ingenieur, der zwanzig Jahre als IBM-Manager arbeitete und dann begann, Bücher über die Philosophie, vornehmlich die Griechische, zu schreiben. Als Italiener und Neapolitaner hat er sicherlich eine größere sprachliche Nähe zu den Griechen als die sonst bekannten deutschen und angelsächsischen Philosphieautoren, die mir immer um einiges trockener daherkommen. Doch kann man eine 2500 Jahre alte Philosophie auch noch als modern und ihre Denker so aktuell darstellen, daß man auch heute noch meint ihnen begegnen zu können? Ihm gelingt es! Nebenbei streut er dann noch seine eigenen Begegnungen und Freunde als Philosophen vorsokratischer Tradition ein. Die Geschichte zeigt sich dynamisch, die vorsokratisch- griechische Philosphie noch immer lebendig. Lang verstorbene Menschen verstauben in der Erinnerung nicht, sondern fangen an, übermenschlich zu glänzen. Dieser Glanz (oder ist es doch nur Staub?) wird weggewischt wenn man die Texte in moderne Sprache übersetzt und Philosophen mit so bekannten Namen wie Heraklit, Pythagoras und Demokrit auch aus Sicht ihrer menschlichen Schwächen erfassen will. Selbstverständlich wird, wenn man die Philosophen in ihrer damaligen Umwelt schildert, auch vieles eingängiger. Das schöne und eigentliche Qualitätsmerkmal seiner Bücher ist aber, dass man sie in einem maximal zwei Tagen durchgelesen wird, so klar und lesbar ist seine Sprache. Die Philosophie ist für den Autor also in erster Hinsicht auch Spaß und aus dem Leben heraus entstanden. Die Bücher sind eindeutig für Nichtphilosophen geschrieben. Deshalb ist dieses Buch aber auch nur für Laien zu empfehlen. Studenten der Philosophie werden sich über einige sachliche Ungenauigkeiten wundern. So wundert sich der Autor warum Pythagoras z. B.: seinen Schülern empfiehlt sich der Bohnen zu enthalten. Ein wenig genaueres Nachprüfen hätte hier gezeigt das es in Griechenland zu dieser Zeit noch das Bohnenlos gab, und mit dem Verbot der Bohnen also Enthaltung von politischen Aktivitäten gefordert war. Dies ist allerdings auch in größeren Büchern nicht immer ganz richtig dargestellt.