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Geschichte eines Lebens
 
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Geschichte eines Lebens [Taschenbuch]

Aharon Appelfeld , Anne Birkenhauer
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 3 (1. Juli 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499242478
  • ISBN-13: 978-3499242472
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 32.133 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Aharon Apelfeld
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der im damals rumänischen Czernowitz geborene Romancier Aharon Appelfeld kam 1946 als 14-jähriger Holocaust-Waise nach Israel. Jahre des Leids lagen hinter dem Jungen. Mit gerade mal sieben war er aus der bis dahin heilen Welt seiner Kindheit gerissen worden. Was folgte waren Terror und Gewalt: Der Todesschrei seiner Mutter sollte ihn das ganze Leben begleiten…

Die lesenswerte und von Anne Birkenhauer glänzend übersetzte Geschichte eines Lebens – seines Lebens – ist keine stringent erzählte Autobiographie Appelfelds. Es ist vielmehr ein Bericht über das, was von diesem Leben sich in die Erinnerung des Autors eingebrannt hat. Weder werden Lücken um der Stringenz willen geschlossen, noch wird vermeintlich oder tatsächlich Wichtiges besonders ausgeschmückt und von vermeintlich oder tatsächlich Unwichtigem geschieden. Der Autor traut einfach seiner Erinnerung. Und er hat gut daran getan!

Auch als Literat hat Appelfeld es anfangs keineswegs so einfach gehabt, wie die späteren Erfolge glauben machen könnten. Im Gegenteil: Aufrichtig wohlmeinende Freunde rieten ihm dringend von einer Karriere als Schriftsteller ab, die aufgrund mangelnder Begabung nur scheitern könne. Nur gut, dass er, so schwer es ihm fiel, auch hier nur seiner eigenen inneren Stimme traute. Nicht nur hätte er sonst im Schreiben keinen Trost finden können, auch wir wären niemals in den Genuss solch grandioser Bücher wie Tzili, Der unsterbliche Bartfuß oder Badenheim gekommen. --Alexander Dohnberg -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

„Über das Leben vor und nach Auschwitz: unsentimental, bewegend, ein großartiges literarisches Zeitdokument" (Die ZEIT) Beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ist Aharon Appelfeld sieben Jahre alt, ein behütetes Kind assimilierter Juden in Czernowitz. Die Kindheit endet über Nacht: Seine Mutter wird ermordet, nach Monaten im Ghetto und dem Todesmarsch durch die Steppen der Ukraine wird er auch von seinem Vater getrennt. Sechs Jahre lang kämpft er ums Überleben, bis ihn endlich ein Schiff nach Palästina bringt. Er kommt allein und ohne Sprache, ein Vierzehnjähriger, der alles verloren hat und wieder von vorn beginnen muss.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Colin Wood TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
In Die Geschichte eines Lebens beschreibt Aharon Appelfeld sein Überleben in den sechs Jahren des Zweiten Weltkriegs und seine ersten Jahre in Israel.

Geboren wird Appelfeld in 1932 in Czernowitz, damals Rumänien, als Kind assimilierter Juden. Seine Muttersprache ist Deutsch bzw. Jiddisch. Bei Ausbruch des Krieges wird seine Mutter ermordet; er selbst kommt mit seinem Vater zunächst ins Ghetto, später in ein Arbeitslager, aus dem er fliehen kann. Er überlebt in den Wäldern der Ukraine, auf einsamen Bauernhöfen, als Küchenjunge bei der Roten Armee. 1946 kommt er nach Palästina, wo er bis heute lebt.

Dieses Buch ist keine chronologisch erzählte Geschichte. Dies ist nach Aussage Appelfelds gar nicht möglich, da bis heute viele Erinnerungen verschüttet sind. Und selbst wenn sie vorhanden sind, kann er sie kaum in Worte kleiden. Und wozu auch: niemand würde diese Geschichte glauben. (S. 185/186: Es war wirklich unvorstellbar. Immer wenn du von jener Zeit erzählst, überkommt dich das Gefühl, dass es unvorstellbar ist. Du erzählst und glaubst selbst nicht, dass dir das passiert ist.). Erschwert wird ihm das Erzählen auch durch den Verlust der Muttersprache. Einerseits wegen der Einsamkeit in den Wäldern und andererseits aus Selbstschutz, wenn er in Gesellschaft ist, hat es ihm buchstäblich die Sprache verschlagen. Und das Erlernen des Hebräischen ist für ihn ein langer, mühsamer Prozess.

Zeit seines Lebens leidet er an dem Verlust der Eltern, der Heimat und der Sprache. Zwar überlebt er, und Palästina bietet ihm Unterschlupf, aber Heimat, zu Hause, kann es ihm lange Zeit nicht werden, seine Einsamkeit bleibt bestehen.

Das besondere an diesem Buch ist, dass es  im Gegensatz zu zahlreichen anderen Überlebensberichten - eben nicht beschreibt, wie genau es im Ghetto war, wie die Flucht vonstatten ging, wer ihm wie im einzelnen half. Das Buch beschreibt vielmehr die Töne dazwischen. Wie es sich anfühlt, allein zu sein, auf sich selbst gestellt. Die lebenslange Sehnsucht nach der Mutter und die Trauer des Verlustes. Die Gedanken darüber, wie sein Leben wohl verlaufen wäre wenn... Die Sprachlosigkeit, obwohl das Bedürfnis, sich auszudrücken, so groß ist. Der Einblick in die Psyche dieses Kindes oder jungen Mannes ist grandios. Das Buch kommt ohne ausführliche Zustandsbeschreibungen aus, und dennoch weiß man genau, was Appelfeld mitteilen möchte.

Zum ersten Mal habe ich hier auch verstanden, warum viele Opfer so lange Zeit geschwiegen haben und erst nahezu am Ende ihres Lebens ihre Geschichte offenbarten. (S. 184: Was nicht zur richtigen Zeit erzählt wird, klingt später wie erfunden. Menschen meines Alters haben ihren Kindern nur sehr wenig von ihrem früheren Zuhause erzählt und davon, was ihnen im Krieg widerfahren ist. Ihre Lebensgeschichte lag in ihnen verborgen, doch sie verheilte nicht. Sie wussten nicht, wie sie zu dem Dunkel ihres Lebens ein Tor öffnen sollten, und so entstand die Mauer zwischen ihnen und ihren Nachkommen....).

Wenn man noch nicht so sehr viel über Menschen dieser Generation und mit diesem Hintergrund gelesen hat, kann man sich nach der Lektüre dieses Buches viele weitere ersparen, da die Geschichte eines Lebens auf ihren gerade mal 201 Seiten alles Wichtige offenbart. Wer schon viel gelesen hat, sollte dieses Buch keinesfalls beiseite lassen, da es anders ist als zahlreiche andere gleichen Genres und mit wenigen Worten herauszustellen vermag, was dieser Krieg angerichtet hat.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Appelfeld lesen! 16. März 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Das historische Motto des Jahres lautet „60 Jahre Kriegsende", fast so, als handele es sich um irgendeinen Krieg, der irgendwie endete. Schon seit geraumer Zeit verschiebt die Zeitgeschichtsschreibung den Fokus auf die Leiden der Deutschen, mit dem sicher nicht beabsichtigten Effekt, dass die Rechten in Dresden vom „Bomben-Holocaust" sprechen. Dass dieser Krieg von Deutschland in die Welt getragen wurden und zunächst bei anderen unzählige Opfer forderte, daran erinnert auch der israelische Schriftsteller Aharon Appelfeld in seinem sehr bewegenden Buch „Geschichte eines Lebens". Appelfeld, 1932 in Czernowitz/ Ukraine geboren, verlor bereits als Kind seine gesamte Familie - in der Vernichtungsmaschinerie der Deutschen. Sein eigenes Überleben ist eher eine Wundergeschichte.
Liebevoll erinnert er sich an seine Mutter - mit der er deutsch sprach -, den eher rational denkenden Vater, den tiefgläubigen Großvater - mit dem er jiddisch sprach - und an viele andere. Den Tod der Mutter, von Deutschen und Rumänen erschlagen, muss er miterleben. Vom Vater wird er auf dem Transport ins Konzentrationslager getrennt - und verbringt die nächsten sechs Jahre in den Wäldern oder bei Bauern, denen er sich als ukrainisches Waisenkind ausgibt.
Seine Beschreibungen sind voller Zärtlichkeit, Ungläubigkeit angesichts menschlicher Niedertracht, Trauer. Eindringlich sind seine Erinnerungen an die ersten Tage der Befreiung, die er mit vielen anderen an der adriatischen Küste verbringt, sowie die Erlebnisse in italienischen Flüchtlingslagern vor der Überfahrt nach Palästina. Auch sein Versuch, dort Fuß zu fassen und ein Isreali zu werden, prägt sich dem Leser ein und erweckt viel Sympathie für den Menschen Appelfeld. Deutschland und Israel teilen zurzeit eine Besonderheit: In beiden Ländern verstummen die Zeitzeugen allmählich. Und in beiden Ländern benötigen wir ihre Zeugnisse so sehr. Aharon Appelfelds Bücher sollten in Deutschland mehr Verbreitung finden!
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Aharon Appelfeld beschreibt sein Leben. Er gehört zur Generation der Juden, die als Kinder den Holocaust überlebt haben, und nun, über 60 Jahre danach, den Versuch wagen, zu beschreiben, was diese schrecklichen Erfahrungen für ihr Leben bedeuten.
Appelfelds Versuch ist in höchsten Maße gelungen. Ich habe selten ein Buch gelesen, das in einer so poetischen Sprache eigentlich Unsagbares beschreibt. Trotz aller bitteren Erfahrung durch von Menschen zugefügtes Leid an sich selbst und an anderen, hält Appelfeld bis in sein Alter auch in seiner neuen Heimat Israel fest an seiner Überzeugung, dass es sich lohnt, an der Menschlichkeit des Menschen festzuhalten. Sein unzwingbarer Wille zur eigenen Unabhängigkeit von Moden und Meinungen überzeugt und macht Mut, auch in schwierigen Zeiten an Ideen wie Menschlichkeit und Gerechtigkeit festzuhalten.

Ein wunderbares Zeugnis der Menschlichkeit , dem viele LeserInnen zu wünschen sind.

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