Die Geburt der Tragödie findet im Bordell statt. Es ist ein Winterabend im Jahre 1813, als im bekanntesten Freudenhaus von Königsberg zwei Kinder das Licht der Welt erblicken: ein gesundes Mädchen und ein missgebildeter, kaum überlebensfähiger Knabe, Hercule Barfuss mit Namen. Die Kinder wachsen voll Sympathie füreinander und ohne Vorurteile auf, bis sie die Schließung des Bordells in verschiedene Richtungen stößt -- und der taubstumme Zwerg Hercule bei seiner Odyssee durch die Wanderzirkusse, Klöster und Irrenhäuser von ganz Europa erkennen muss, wie kalt und unbarmherzig die Gesellschaft draußen ist.
Zum Glück ist Hercule mit einem Übermaß an Überlebenswillen und telepathischen Fähigkeiten ausgestattet -- eine Eigenschaft, die ihn zwar fast in den Klammergriff der Inquisition zu treiben droht, aber auch die Gewissheit gibt, dass er seine erste Liebe irgendwann einmal wieder treffen wird. Doch dann liegt das Mädchen halbtot im Rinnstein. Ist es also schon zu spät für ein Wiedersehen?
Es ist unglaublich, mit wie viel blitzgescheitem Witz und erzählerischer Raffinesse der 39-jährige schwedische Autor Carl-Johann Vallgren der allseits bekannten Fabel von der Schönen und dem Biest in seiner Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe neue Züge verliehen hat -- und ganz nebenbei auch noch das farbenprächtige Bild einer ganzen Epoche heraufbeschwört. Klischees und Zitate aus der Literatur von der Schwarzen Romantik über den Glöckner von Notre-Dame bis hin zu Süskinds Parfüm begegnen einem bei der Lektüre allenthalben, aber sie fallen kaum ins Gewicht. Denn Vallgrens Geschichte ist viel zu faszinierend und schwerelos spannend, als dass man sich von derlei Entdeckungen den Spaß am reinen Lesen verderben lassen würde. --Stefan Kellerer
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Gebundene Ausgabe
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"Ein phantastischer Roman im buchstäblichen Sinne, formuliert mit einer beinah übernatürlichen literarischen Kraft." (Cathrine Krøger
Dagbladet )
"Erstaunlich, mit welch durchdringender Wirkung ein Heutiger das frühe 19. Jahrhundert durchschreitet. Vallgren zeichnet nicht, er malt. Opulente Bilder voller Details. Vor allem in der Beschreibung des Bösen, Bedrohlichen und Übernatürlichen zieht Vallgren alle Register." (Andreas Burckhardt
Die Welt )
"... mitreißende Fabulierlust mit einiger Sogwirkung." (Klaus Irler
Süddeutsche Zeitung )
"Spannend wie der
Graf von Monte Christo, tragisch wie Lynchs Film "Der Elefantenmensch", schaurig wie Süskinds
Das Parfum, geheimnisvoll wie Ecos
Im Namen der Rose und phantastisch wie Irvings
Owen Meany… Nicht zuletzt bietet dieser Schmöker die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bestseller-Verfilmung." (
Rheinischer Merkur )
"Carl-Johan Vallgrens Roman spielt mit sinnreicher Fabulierungskunst mit starken Gefühlen und großen Ideen, im grenzüberschreitenden Geist der Romantik. Er ist ebenso originell wie ergreifend." (
Aus der Begründung für die Nominierung für den August-Preis )
Carl-Johan Vallgrens neuer Roman "Die Geschichte der ungeheuerlichen Liebe" ist ein großartiges, intensives und ambitioniertes Projekt, das wahrlich nicht davor zurückschreckt, die größten Fragen des Daseins zu diskutieren. In wohlerprobter Form läßt er mit all dem Temperament, dessen er mächtig ist (und das ist wahrhaftig nicht wenig), in dieser Erzählung die Liebe über das Wesen und die wunderbare Magie innerer Schönheit siegen. (Eva Ström
Sydsvenska Dagbladet )
Carl-Johan Vallgren hat einen ungeheuer unterhaltenden und reichen Roman geschrieben; die Dynamik und die grellen Farben des 19. Jahrhunderts, gefangen in einer Leidener Flasche, die wir alle entdecken und vorsichtig untersuchen sollten - um uns vielleicht darin zu spiegeln. (Eva-Marie Liffner
Expressen )
"…diese Geschichte über die Liebe ist etwas ganz Eigenes.[…]Und zwar ein Mix aus
Das Parfüm, Glöckner von Notre Dame, Name der Rose, Herr der Ringe und
Fanny Hill. (
Brigitte )
"...ein Meister sprachlicher und szenischer Intensität. Ihm gelingen historische Miniaturen und Charkterschilderungen, die von einer ungeheuren Spannung und Beschreibungsdichte sind." (
Wiener Zeitung )
"Vallgrens historischer Liebesroman ist eine vor Einfallsreichtum schier berstende Mischung aus glaubwürdig recherchieren Details, poetischen Bildern, Anleihen bei diversen, vor allem romantischen Vorbildern, Schauerromanen und Splattermovies und steckt voller effektvoll gesetzter dramaturgischer Höhepunkte. Der technisch versierte Erzähler wechselt häufig die sprachlichen Stilmittel und schlägt immer neue Haken." (
Deutschlandradio )
"In seinem neuen Roman erweist er sich als fantasiereicher Erzähler, der das gesellschaftliche Leben zu Beginn des Industriezeitalters mit harten Konturen zeichnet. Der auch im Original eher wie ein Untertitel klingende Titel
Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe verweist bereits auf die Kraft des Erzählens, die dem Autor eigen ist. […] Das alles wird sprachmächtig und unerhört spannend erzählt." (
Sächsische Zeitung )
"Grandios erzählt ...Wie Enquist ist der 30 Jahre jüngere Vallgren ein hervorragender Erzähler, will seine Leser rühren, aber auf jeden Fall auch unterhalten. Er verfügt über die notwendigen sprachlichen Ausdrucksmittel, damit aus der großen Liebe und Empathie für seinen missgestalteten Helden kein Kitsch wird." (
Hamburger Abendblatt )
"Suche nach der Jugendliebe: ein phantastischer Streifzug durch das Europa des 19. Jahrhunderts." (
Focus )
"…ein ausgesprochen spannend und phantasiereich geschriebenes Buch. Vallgrens sprachliche Kraft ist eindrucksvoll" (
NDR Info )
"Die Lebensgeschichte einer Missgeburt, der die Liebe außergewöhnliche Kräfte verleiht, ist ein Plädoyer für den Glauben an das Gute im Menschen." (
Playboy )