Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus
Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Geschichte einer afrikanischen Farm
OT The Story of an African Farm OA 1883 DE 1964Form Roman Epoche Gründerzeit
Olive Schreiners Siedlerroman schildert vor der Kulisse des südafrikanischen Buschlands das Erwachsenwerden von zwei Mädchen und einem Jungen auf einer entlegenen Farm. Zur Kritik an der christlichen Religion tritt eine emanzipatorische Haltung, die den Frauen gleiche Rechte etwa auf Ausbildung zubilligt und stereotype Rollenmuster ablehnt.
Inhalt: Auf einer entlegenen Farm in Südafrika um 1850 wachsen unter der Aufsicht der Burenfrau Sannie drei Kinder heran: ihre bodenständige Tochter Em, ihre intelligente Nichte Lyndall und der verschlossene Waldo, Sohn des Vorarbeiters Otto aus Süddeutschland. Der gutgläubige Otto wird von dem zwielichtigen Hochstapler Bonaparte Blenkins von der Farm geekelt und stirbt. Blenkins, der sich an Sannie heranmacht, will auch Waldo vertreiben, doch verjagt ihn die eifersüchtige Sannie. Lyndall geht vier Jahre in ein Internat. Der Pächter Gregory Rose verliebt sich in Em, ist aber nach Lyndalls Rückkehr von dieser bezaubert. Waldo verlässt die Farm, um durchs Land zu ziehen, und auch Lyndall reist wieder ab. Als Waldo zurückkehrt, erfährt er, dass Lyndall vermutlich an den Folgen einer Geburt ihr Kind lebte nur wenige Stunden gestorben ist. Em bereitet nun doch die Heirat mit Gregory vor, und Waldo stirbt nach seiner strapaziösen Wanderzeit an plötzlichem Herzversagen.
Form: Der Roman enthält autobiografische Züge die Figur des idealistischen Otto ist an Schreiners Vater angelehnt, ihre Mutter Rebecca trug auch den Namen Lyndall. Die lose Romankonstruktion ist zusammengesetzt aus Briefpassagen, theologischen und philosophischen Diskursen, naturalistischen Detailbeobachtungen, realistischen Landschaftsschilderungen, dokumentarischen Beschreibungen von Felsmalereien, Allegorien, Dialogen über Frauenrechte und Gleichberechtigung sowie inneren Monologen über Gott.
Die hauptsächlich auktoriale Erzählweise wird von Berichten in der Wir-Form oder aus kindlicher Perspektive sowie durch Rückblicke einer anderen Erzählerfigur unterbrochen. In der Charakterisierung von Bonaparte Blenkins und Gregory Rose findet sich ein Höchstmaß an Komik.
Wirkung: Wegen des zum Zeitpunkt des Erscheinens der Geschichte einer afrikanischen Farm stark ausgeprägten Vorurteils gegenüber Schriftstellerinnen wurde Schreiners Debüt in London unter dem Pseudonym Ralph Iron veröffentlicht; erst in der Auflage von 1887 gab Schreiner ihre wahre Identität bekannt, worauf der Vorwurf eines »unweiblichen Stils« aufkam. Der Roman war in der viktorianischen Gesellschaft eine Sensation, wurde mit Emily R Brontës Roman Sturmhöhe (1847) verglichen, als der größte Roman englischer Sprache bewertet und löste heftige Kontroversen aus. Zum einen faszinierten die realistischen Landschaftsschilderungen, der aufgeklärte Naturalismus und die unverkrampfte Rede über Sexualität, zum anderen irritierten die fortschrittlichen, bisweilen nihilistischen und agnostischen Auffassungen von Heirat und Religion. Großes Erstaunen löste der Gleichklang aus Schreiners kühnem Rationalismus und der hingebungsvollen Emotionalität aus. Schreiner gilt als Wegbereiterin für die Erzählerin Virginia R Woolf und wird aufgrund ihrer Biografie oft mit der in London lebenden Schriftstellerin Doris R Lessing aus Simbabwe verglichen. M. L.
Pressestimmen
"Der klassische Roman Südafrikas. Für jeden Kenner und Freund des Landes ist das Buch ein Geschenk." (Die Welt)
"Ein geniales Buch." (Süddeutsche Zeitung)
"Menschen auf einer Farm in Afrika, einfache Menschen mit starken Gefühlen und den philosophischen Weisheiten des bäuerlichen Lebens, Menschen, wie sie in solcher Direktheit und Ungebrochenheit das industrialisierte Europa kaum noch hervorbringen wird." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
"Der klassische Roman Südafrikas. Für jeden Kenner und Freund des Landes ist das Buch ein Geschenk." (Die Welt)
"Ein geniales Buch." (Süddeutsche Zeitung)
"Menschen auf einer Farm in Afrika, einfache Menschen mit starken Gefühlen und den philosophischen Weisheiten des bäuerlichen Lebens, Menschen, wie sie in solcher Direktheit und Ungebrochenheit das industrialisierte Europa kaum noch hervorbringen wird." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)