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Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens
 
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Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens [Gebundene Ausgabe]

Angela Steidele
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 2 (15. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458174540
  • ISBN-13: 978-3458174547
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 179.048 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Angela Steidele
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Doch ist das Buch mehr als nur eine Liebesgeschichte. Es ist auch eine Ehrenrettung Adele Schopenhauers, über die – meist von Männern – zahlreiche Verleumdungen in die Welt gesetzt wurden, die gemeinhin im Vorwurf, sie sei hässlich, gipfelten. «

(Rolf Löchel literaturkritik.de )

»Die Geschichte dieser beiden ist eine der großen Liebesgeschichten, wie sie in diesem Format - mal melodramatisch, mal opernhaft, mal von singspielartiger Komik, voll von bösen Kindern oder Brüdern, missgünstigen Erben und großzügigen Revolutionären, mit Schauplätzen in Weimar, Rom und Köln, mit Umsturz, Bankrott und italienischen Höhepunkten - wohl nur das 19. Jahrhundert hervorbrachte. Dass man sie dennoch kaum kennt, über diesen hinreißenden deutschen Liebesroman wenig weiß, liegt daran, dass zwei Frauen ihn erlebten und er obendrein zum populären Zerrbild vom Biedermeier nicht passen will. Nun hat die Literaturwissenschaftlerin Angela Steidele die Lebensgeschichten und Gefühlsschicksale der beiden Frauen nachgezeichnet. Auf Vorarbeiten konnte sie nur dort zurückgreifen, wo geistesgeschichtliche Prominenz den Weg Adeles und Sibylles gekreuzt hatte: neben dem Bruder Arthur Schopenhauer die Familie Goethe und die zeitweilige Nebenbuhlerin, dann aber gemeinsame Freundin Annette von Droste-Hülshoff. Viel zu oft aber waren Quellen nur in Auszügen berücksichtigt oder gar entstellt worden. Tausende Seiten sichtete Steidele in Archiven von Weimar und Köln, bevor das letztere im März 2009 in einem U-Bahn-Schacht versank. In vier Kapiteln erzählt Steidele die "Geschichte einer Liebe". Wie sie es schafft, ihre Heldinnen ausführlich zu Wort kommen zu lassen, ohne sich in der Fülle der Zitate zu verlieren, kann man nur bewundern. [...] Angela Steidele, die seit ihrer Promotion über die Liebe zwischen Frauen schreibt, enthüllt vor dem staunenden Leser eine Welt, von deren Vielgestaltigkeit er nichts geahnt hat. Hier lernt man das klassische, das bidermeierliche Deutschland neu kennen [...].«

(Jens Bisky Süddeutsche Zeitung )

»Selten ist wissenschaftliche Literatur so faszinierend und unterhaltsam zu lesen wie diese Doppelbiografie von Angela Steidele.«

(escape )

»Ein Buch, das seine Leser mit wertvollen neuen Perspektiven beschenkt.«

(Ruth Klüger Die Welt )

»Angela Steidele hat aus den zahllosen Briefen und Zeugnissen eine spannende, einfühlsame Doppelbiografie dieses ungewöhnlichen Paars geschrieben, das sowohl emotional als auch finanziell von Männern unabhängig war.«

(Basler Zeitung )

»Angela Steidele hat dieser Liebe ein doppeltes Denkmal gesetzt: staunenswert in seiner Mitteilung, hinreißend in der Erzählung.«

(Spiegel )

»Steideles eindruckvolle Doppelbiografie bietet über die Geschichte einer Liebe hinaus ein informatives und lebendiges Porträt des gesellschaftlich-intelektuellen Klimas und eine Mentalitätsgeschichte der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.«

(Nils Rottschäfer Droste-Jahrbuch )

»Wie im Vorbeigehen entwirft Steidele die historischen Rahmenbedingungen bürgerlichen Frauenlebens im 19. Jahrhundert und bietet einen anregenden Lesegenuss, der das biedere Bild einer Epoche nachhaltig zu korrigieren vermag. Angereichert ist das Buch mit zahlreichen Abbildungen, die Steideles roten Erzählfaden untermauern.«

(Svenja Hoch Titel-Magazin )

Kurzbeschreibung

Adele Schopenhauer – Schriftstellerin, Künstlerin, die Schwester des Philosophen Arthur Schopenhauer – und die »Rheingräfin« Sibylle Mertens-Schaaffhausen verband eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit den dazugehörigen Höhen und Tiefen. Seit 1828 waren sie ein Paar: »am besten vergleichst Du uns ein paar Leuten, die sich spät finden und dann einander heiraten. Stürbe sie – so spräng ich jetzt in den Rhein, denn ich könnte nicht ohne sie bestehen«, schrieb Adele ihrer Freundin Ottilie von Goethe. Sibylle Mertens war eine der gebildetsten Frauen ihrer Zeit, Musikerin, Komponistin, Archäologin, Antikensammlerin und Mäzenin. Ihre Salons in Bonn und Rom waren berühmt. Vom Vater an einen ungeliebten Mann verheiratet, pflegte sie Zeit ihres Lebens intensive Beziehungen zu Frauen. Adeles Leben mit Sibylle Mertens wurde so nicht nur von deren Ehemann und ihren sechs Kindern beeinträchtigt, die ihre Beziehung als »Unrecht, Wahnwitz, Tollheit« torpedierten. Auch Sibylles Hang zu neuen Eroberungen ebenso wie ihre enge Freundschaft zu Annette von Droste-Hülshoff lasteten schwer auf Adele. Aber selbst nach einer mehrjährigen Trennung fanden sie wieder zusammen. Anhand vieler bisher unveröffentlichter Quellen erzählt Angela Steidele die Geschichte zweier ungewöhnlicher Frauen: Pionierinnen, die in Wissenschaft und Kultur, Wirtschaft, Politik und nicht zuletzt in ihrem Privatleben Grenzen einrissen – zu einer Zeit, als es Liebe zwischen Frauen offiziell gar nicht geben durfte.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zeugnis gelebten Lebens 28. September 2010
Von Fleischer, Christoph TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die Zeit, in der eine Reise von Bonn nach Genua noch vier Wochen dauerte und wegen der Alpenüberquerung nur im Sommer möglich war, die Zeit, in der die Cholera grassierte und die meisten Krankheiten noch weitgehend nicht im modernen Sinn behandelbar waren, war die Zeit, in der z. B. eine (ledige) Frau zur Durchführung wirtschaftlicher Tätigkeiten einen (männlichen) Vormund benötigte. Doch die Moderne hatte bereits eingesetzt und nicht nur mit der Verkürzung der Reisezeiten änderte sich das Selbstverständnis der Menschen. Mit der Moderne begannen Frauen liebende Frauen, wie die Autorin lesbische Liebe nennt, zu ihren Beziehungen zu stehen und als Lebensform zu praktizieren. Ihre Liebesbeziehung ist das Thema der Briefe von Adele und Sybille, die Angela Steidele im Wortlaut in die Erzählung einbindet. Sie lässt Frauen zu Wort kommen und unterscheidet nur im Druckbild zwischen Zitat und Erzählung. So treten Persönlichkeiten hervor, die plastisch und real erscheinen und die, gleichwohl einer vergangenen Zeit angehörend, in ihren Lebensfragen aktuell und präsent erscheinen, sodass Leserinnen und Leser spüren, dass wir noch in der Gleichzeitigkeit der Moderne verhaftet sind. Bereits erlangte Freiheitsrechte, die damals noch kaum vorstellbar schienen, stehen nur auf dem Papier, wenn sie nicht real gelebt werden. Homosexualität ist zuerst eine Frage der real gelebten Beziehungen von Menschen, die in aller Vielfalt gelebten Lebens um dieser Menschen willen geachtet und respektiert werden soll. Die 'Geschichte einer Liebe' ist gleichwohl mit einem Faden historischer Anmerkungen durchzogen, die sowohl beginnenden Feminismus, als auch die rechtlichen und realen Bedingungen gleichgeschlechtiger Lebensformen erläutert, jedoch so knapp und sensibel, dass die historisch biografische Erzählung dadurch eher bereichert als unterbrochen wird. Während männliche Homosexualität juristisch verboten war, war die weibliche Form gleichgeschlechtlicher Liebe zugleich ignoriert, verschwiegen und indirekt toleriert. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Schilderung Angela Steideles in Bezug auf die Rolle von Männern und Frauen:

- Das ungleiche Geschwisterpaar Adele und Arthur Schopenhauer und die Rolle ihrer Mutter Johanna Schopenhauer, die zuerst in Weimar, dann in Bonn einen Salon unterhielt.

- Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe als ständiger Gesprächspartner Adeles und Schwiegervater ihrer ersten Liebe und besten Freundin Ottilie von Goethe.

- Sybille, älteste Tochter und als Halbwaisenkind aufgewachsene reiche Erbin, Mutter von sechs Kindern und Ehefrau.

- Annette von Droste-Hülshoff, die eigentlich Zeit ihres Lebens an der langen Leine ihrer Familie im Münsterland blieb und nur zeitweise die manchmal vakante Stelle von Adele einzunehmen hatte, sich aber später enttäuscht von Sybille Mertens abwandte (Gedicht Annette von Droste-Hülshoffs 'Nach fünfzehn Jahren'). Wer die Geschichte der westfälischen Nachtigall von Barbara Beuys ('Blamieren mag ich mich nicht. Das Leben der Annette von Droste Hülshoff', Insel Taschenbuch Frankfurt/M. 2009) gelesen hat, würde sich eine Podiumsdiskussion zwischen beiden Autorinnen über die erotische Orientierung Annettes wünschen, denn Angela Steidele schildert sie als die ständige Dritte und Barbara Beuys als die manchmal unglücklich in Männer Verliebte.

Neben all dem wird klar, dass in den Kreisen, von denen hier die Rede ist, immer Geld da war, auch wenn es in dieser Gesellschaft Unterschiede zwischen Reichen und Superreichen gab. Erbschaftskriege wurden mit aller Härte geführt, und als es ums Geld ging, kannten die Kinder ihre Mutter Sybille Mertens-Schaaffhausen, wie sie mit vollem Namen hieß, nicht mehr. Sie widmete der zuvor verstorbenen Adele Schopenhauer ein Grabmal auf dem alten Bonner Friedhof, wurde aber selbst in Rom, ihrer Wahlheimat beerdigt. Der reiche Schatz ihres Nachlasses konnte von Angela Steidele noch im Kölner Stadtarchiv eingesehen werden, bevor dieses einstürzte und viele Akten vernichtet wurden. An der Autorin Angela Steidele kann man ablesen, wofür sie sich interessiert, und zwar für die Lebenserfahrung Frauen liebender Frauen im gesellschaftlichen Kontext und für die Rolle und Erfahrung von Dichterinnen bzw. Schriftstellerinnen in der modernen Gesellschaft. Das Buch ist sachlich gut fundiert und niemals trocken. Es zitiert Quellen und wirkt durch seine Direktheit emotional. Es zeigt, wie Menschen nach ihrem Tod weiterleben, wenn man ihrer gedenkt und ihre guten und schlechten Zeiten würdigt. Die Kombination aus Erzählung, Sachbuch und Dokumentation ist Angela Steidele gut gelungen. Das beste Argument gegen Vorurteile ist das Zeugnis gelebten Lebens.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Sind Sie ein Fan des Weimar in der Goethezeit, dann ist dieses Buch ein MUSS! Man gerät wieder einmal in den Kreis um das Haus am Frauenplan, dieses Mal durch Ottilie von Goethe, die Schwiegertochter. Der Leser bewegt sich allerdings an den Rhein mit den beiden Freundinnen Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens, man lernt zwei eindrucksvolle Persönlichkeiten ihrer Zeit kennen. Ich habe es sehr genossen und hätte noch ewig über das Leben der Mertens weiterlesen können.
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