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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Tragisch schön.,
Von fancycanny (E. bei Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Geschichte einer Ehe (Audio CD)
Die Schauspielerin Maria Schrader ist meiner Meinung nach nahezu perfekt gewählt, um diese Kriegs-/Liebesgeschichte zu lesen. Auf 6 CDs und über 445 Minuten hinweg vermittelt sie dem Hörer ständig den Eindruck, als sei sie voll und ganz dabei, inmitten der Geschichte, als würde sie die Pearlie Cook sein, deren Rolle sie einnimmt. Man glaubt ihr all die Erlebnisse, die sie in Retroperspektive schildert.Schrader gilt als eine der ausdrucksvollsten Schauspielerinnen Deutschlands. Diese Beschreibung trifft auch genau auf ihre Art zu lesen zu ' ausdrucksstark und optimistisch. Ihre Sprache ist deutlich und immer verständlich. Ihre Stimme wirkt dabei sehr zärtlich und liebevoll. Das mag natürlich auch damit zusammenhängen, dass das die Rolle der Pearlie Cook als Ehefrau und Mutter der 1950er Jahre erfordert. Sie kann ihre eindrucksvolle Stimme und ihre Betonungen so verändern, dass man so ziemlich jeden Sprecherwechsel in den direkten und indirekten Reden bemerkt. Unabhängig von den Trackübergängen auf jeder einzelnen CD, fallen auch die Kapitelübergänge aus dem Buch auf. Immer dann, wenn ein größerer Absatz oder ein neues Kapitel beginnt, wirkt die Stimme etwas lauter und frischer. Man hört sich dieses Hörbuch gerne an und das nicht nur, weil Maria Schrader es so wunderbar liest und interpretiert, sondern auch, weil Andrew Sean Greer eine sehr guten Schreibstil und eine besondere Ausdrucksweise hat. Mir gefällt, dass man erst nach und nach alles erfährt, sich selbst für das Verständnis die ganzen Einzelteile zusammensetzen muss und der Hauptteil bis zur letzten CD aufgespart wird, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wir glauben, die zu kennen, die wir lieben...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Geschichte einer Ehe (Gebundene Ausgabe)
Intro: "Das hier ist eine Kriegsgeschichte. Das war nicht so geplant. Sie hat als Liebesgeschichte begonnen, als Geschichte einer Ehe, aber überall hängt der Krieg an ihr wie Splitter zersprungenen Glases. Es ist nicht die übliche Geschichte von Männern an der Front, sondern von Männern, die nicht in den Kampf zogen. Den Feiglingen und Drückebergern, denen die zuliessen, dass ein Fehler sie von ihrer Pflicht bewahrte..."Die Handlung: Eine Art Retrospektive, wird von der Ich-Erzählerin Pearlie Cook erzählt, die in den dreissiger Jahren geboren wurde,und als alte siebzigjährige Frau, Ihr Leben vor allem aus den vierziger und fünfziger Jahren erzählt, wo sie mit ihrem Mann Holland und ihrem Sohn Sonny von ihrem kleinstädtischen Leben in der Nähe San Franziscos erzählt. Vor der Vergangenheit des zweiten Weltkrieges und des bevorstehenden Koreakrieges, erzählt der Roman von dieser Familie, einem Fremden, der ihr ihren Mann "abkaufen" will, weil er ihn liebt, und erzählt davon, welche Spuren der Krieg auch für die "Daheimgebliebenen" hinterlassen kann, was sie aus Menschen hervorbringen können. Es ist auch ein Buch, über die Liebe zu einem Menschen, über die Tatsache dass verschiedene Menschen den gleichen Menschen lieben, und wie sehr der Anker einer Familie einem Halt und Schutz geben kann, in Angesicht der unmenschlichen Auswirkungen, die ein Krieg mit sich bringen kann. "Der Krieg verändert soviele junge Männer". Das Schöne: Die Sprache von Andrew Sean Greer ist mit Sicherheit etwas, wo der Leser in Genuss kommen kann. Sie hat etwas poetisches, tiefgründiges, sie wirkt als ob sie in tiefere Wahrnehmungs, und Erfassungsebenen hinzuwirken vermag, vielleicht das Besondere an diesem Buch, was es auszeichnet, "Mein Sohn lachte über das ganze Gesicht, den Schmetterling, der als Himmelschreiber über ihm in der Luft hing, bemerkte er nicht." Das Buch vermag durch seine schön geschriebenen Passagen auf seine Art alleine durch seine Sprache, den Leser zu verzaubern. Das weniger Schöne: Das die Abschaffung ehemaliger Kriegsdienstverweigerer in Internierungslager zu irgendwelchen idiotischen ärztlichen Studien über Hungerexperimente und Ähnliches Menschen gebrochen wurden, lässte einen den Atem anhalten und erinnert an die "Atemschaukel" einer Herta Müller. Für mich liegt die Darlegung solcher menschenverachtenden Beschreibungen die natürlich tatsächlich stattgefunden haben mögen, in nur begrenztem Masse drin. Die Beschreibung der Wirklichkeit hin zum Unwirklichen, kann vom Autor gewollt sein, kann aber auch verwirrend auf den Leser wirken. Statement: Ein interessant gemachter Roman, mit vielen Undurchschaubarkeiten, Wendungen, Verborgenes nur angedeutet wird, als Leser weiss man nie genau wo's hingeht. Der Autor lässt einen im Dunkeln tappen, gibt sich undurchsichtig, gibt nur wenig preiss, was manchmal auch verwirrend und unklar wirkte, dass wir erst mal aushalten müssen. Wer gerne einen Roman über die 40er und 50er Jahre in Amerika lesen will, über die damalige Rassentrennung, sich über die Auswirkungen eines Krieges auf einzelne Schicksale einlassen will, sich dafür interessiert wie der Krieg Menschen veränderte und dem eine Nachkriegsverarbeitung nicht zuviel ist, dem sie dieses Buch empfohlen, dass vor allem durch seine kostbare Sprache besticht, dass eine gewisse Schwere hatte, melancholisch wirkte und seinem unvorhersehbaren Werdegang den Leser in atemanhaltender Haltung in gewisser Betroffenheit und Nachdenklichkeit zurücklässt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wir folgen der Liebe auf verschlungenen Wegen!,
Rezension bezieht sich auf: Geschichte einer Ehe (Gebundene Ausgabe)
Andrew Greer versteht es, wundersame Geschichten zu schreiben. Eine davon finden wir in seinem neuen Roman, der ' Geschichte einer Ehe.'Es handelt sich um keine gewöhnliche Ehe. Sie ist gezeichnet von den Folgen des zweiten Weltkriegs, und jetzt, im Jahr 1953, erhitzen sich die Gemüter der Bürger in Amerika an den Folgen des Koreakriegs. Pearlie ist die Icherzählerin, die uns mit der erstaunlichen Geschichte ihrer Liebe und Ehe bekannt macht. Sie hat ihre Jugendliebe nach Jahren, die sie von ihrer Schulzeit trennen, am Strand von San Francisco wieder gesehen: mit ihren Worten "lass mich für Dich sorgen" gehen sie eine Ehe ein, die von einem Geheimnis umwoben scheint. Vermeintlich still und zufrieden leben Pearlie und Holland mit ihrem behinderten Sohn Sonny in einer Stadtrandsiedlung von San Francisvo in einem alten Haus am Meer. Um sie herum gibt es nur Neubauten, aber Pearlie liebt dieses alte Haus! Zwei alte Tanten von Holland haben sie vor einer Ehe mit ihm gewarnt; sie nimmt deren Andeutungen nicht recht ernst. Eines Tages steht Buzz Drumer vor der Tür! Er gibt sich als Freund von Holland aus und begehrt Einlass. Pearlie hatte geglaubt, sie kenne ihren Mann! Doch nun zeigt sich, dass sie sehr wenig von ihm weiß. Ein Drama nimmt seinen Lauf, von dessen Ende wir nichts wissen. Der zweite Weltkrieg hatte Holland Cooks Leben aus der Bahn geworfen. In einer psychiatrischen Klinik hat er nach traumatischen Erlebnissen im Krieg Buzz Drumer kennen gelernt. Die beiden sind auf unwiederbringliche Art mit einander verbunden und bestimmen das weitere Schicksal der Ehe von Pearlie und Holland. In einem zweiten Teil rücken die Geschicke aller Beteiligten näher in den Fokus. Amerika mit seiner McCarthy Ära und der noch stark von Rassendiskriminierung geprägten Staatengemeinschaft bekommt Gewicht. Nun erst erfahren wir, dass Holland und Pearlie farbige Amerikaner sind. Buzz Drumer aber ist ein Weißer! Andrew Greer schreibt in einem ruhigen, fast lakonischen Stil. Seine Figuren bleiben schemenhaft und treten erst zuletzt aus dem Schatten hervor. Pearlie ist als einzige immer lebendig, fürsorglich, leicht naiv und ungläubig, als sie langsam ahnt, dass mit Holland etwas nicht stimmt. Aus ihrer Sicht betrachtet wandeln sich die Ausblicke, verändern sich die Beziehungen und es geht um das Scheitern, das Glück, die Liebe, Treue und Loyalität. Man wird auf verschlungenen Wegen Teilhaber einer Liebes- und Lebensgeschichte, die poetisch, weise und von anrührender Klugheit und Tiefenschärfe zeugt. Die große Liebe: gibt es sie überhaupt? Das zu erfahren und über sie nachzusinnen, bietet die Geschichte von Andrew Greer reichlich Stoff und Anschauungsmaterial. Uda Strätling hat den Text zügig und treffend übersetzt und Andrew Sean Greer beschert uns ein Werk, das zur Weltliteratur gezählt werden darf. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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