Für mich ist das Besondere an Brunners Buch der Aufbau. Literaturgeschichten gibt es viele. Häufig sind sie in einem fortlaufenden Text niedergeschrieben, in den Interpretationen bekannter Werke und Autorenporträts eingeflochten sind. Horst Brunners Literaturgeschichte besteht aus vielen verschiedenen Kapiteln und fortlaufenden Kästen, in denen dann in kleinen Aufsätzen bestimmte Themen behandelt werden. Aufgeteilt ist der Band schon chronologisch, allerdings gibt es dann Unterkapitel über Autoren, über bestimmte Gattungen oder über bestimmte Autoren. Zuweilen wirkt das unübersichtlich. Sehr praktisch ist es aber, wenn man Informationen zu einem speziellen Thema sucht. Übersichten zu bestimmten Themen (z.B. "Heldenepische Dichtungen"), Melodienauszüge und etliche Abbildungen durchziehendas ganze Werk. Ergänzt wird es durch eine Bibliographie und ein gutes Register. Zu empfehlen ist es deshalb nicht nur für alle Germanistikstudenten, sondern auch für Historiker, Theologen und alle anderen, die sich für die mittelalterliche Literatur interessieren. Das Buch eignet sich gut zum Selbststudium, zum Beispiel um Lücken zu schließen oder Ursprünge deutscher Literatur kennenzulernen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)