Knut Hickethier, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Hamburg, beschreibt in seinem Buch über die Geschichte des Fernsehens in der Bundesrepublik Deutschland das schillernde Medium von seinen Anfängen, der öffentlich-rechtlichen Phase, dem Auftreten des Privatrundfunks bis zur rasanten Entwicklung und Verbreitung der "Neuen Medien" in den letzten Jahrzehnten. Angefangen bei Grundlagen und ersten zaghaften Gehversuchen der "Flimmerkisten", schildert Hickethier den Enthusiasmus, mit dem die unscheinbaren Empfänger schnell erste Anhänger finden konnten. In dem Werk zur Fernsehgeschichte kommen aber nicht nur technische, sondern ebenfalls organisatorische und inhaltliche Veränderungen im Massenmedium Fernsehen zur Sprache. Hickethier hat das Buch so umfangreich konzipiert, dass er nebenbei auch die interessanten Seitenwege beschreiten kann. Dazu gehört unter anderem die Entwicklung innovativer Sendekonzepte, deutsches Besatzungsfernsehen in Paris oder der Erfolg von "Publikumsrennern" im Laufe der Geschichte. Geht die detaillierte Schilderung der Zahlen und Fakten manchmal zu Lasten der Orientierung und Lesbarkeit, so gleichen die Abbildungen und historischen Fotografien diesen kleinen Nachteil wieder aus. Die Kombination von Texten und Bildern, deren Layout zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig ist, macht das Buch zu einem Nachschlagewerk und zur interessanten Lektüre zugleich. Für alle, die ein wissenschaftliches oder rein privates Interesse an der Entwicklung des Fernsehens in Deutschland haben, sicherlich eines der besten Werke auf dem deutschsprachigen Markt.