Leider wird das Buch seinem Titel nicht gerecht. Verspricht es doch die Abhandlung der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Vielmehr handelt es sich jedoch um eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der SPD. Diese gehört selbstverständlich auch zur Arbeiterbeweung, war aber lediglich ein Teil dieser. Das Buch vermittelt das genaue Gegenteil und verdreht somit die Tatsache, dass die Arbeiterbewegung die Sozialdemokratie bedingt (hat) und nicht umgekehrt.
Die Gewerkschaften kommen viel zu kurz und werden häufig nur in Nebensätzen bzgl. ihres Verhätlnisses zur Sozialdemokratie angesprochen. Arbeitskämpfe (bedeutende) Streiks, Gesetzesänderungen und deren Auswirkungen auf die Gewerkschaften u.Ä. finden wenig bis keinen Platz. Vor allem die Entwicklung der Gewerkschaften nach dem zweiten Weltkrieg spielt keinerlei Rolle (z.B. die Frage der Einheitsgewerkschaft o.Ä) Vielmehr handelt es sich Stellenweise um eine Zeitreise durch die Programme (Stichwort: Godesberg) der SPD.
Fazit:
Der Titel und somit die Autorin versprechen etwas, das sie nicht halten können (wollen).
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Empfehlen kann ich das Buch denjenigen, die sich mit der Geschichte der Sozialdemokratie auseinandersetzen wollen.
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Nicht empfehlen kann ich das Buch denjenigen, die an der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung im Ganzen oder der historischen Entwicklung der Gewerkschaften im Speziellen interessiert sind. Hier würde ich (zumindest für die Episode nach '45) das Buch "Gewerkschaften und Soziale Marktwirtschaft seit 1945" von Walther Müller-Jentsch empfehlen.