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Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2000
In einer im Grunde unbrauchbaren, technisch-akademischen Kritik des Bandes II ("Gotik") und des Bandes IV ("Barock") dieser auf sechs Bände angelegten Kunstgeschichte Österreichs versagt Werner Schade an der Aufgabe, allgemeiner interessierten Lesern mitzuteilen, ob der Inhalt dieser Bände überhaupt für sie geeignet ist, oder ob sie nicht besser professionellen Kunstwissenschaftlern vorbehalten bleiben sollten. Immerhin erfährt man, dass das Projekt von der österreichischen Akademie der Wissenschaften in Auftrag gegeben wurde, und dass der Band über das Früh- und Hoch-Mittelalter bereits erschienen ist und dass das Gesamtwerk im Herbst 2000 abgeschlossen sein soll.
1) "Geschichte der bildenden Kunst in Österreich, Band II: Gotik"
Schade fragt sich hier, wem welche Werke zuzuschreiben sind und welchen Rang sie in der europäischen Kunstgeschichte einnehmen, spricht aber kaum über die einzelnen Beiträge zu dem "übersichtlich aufgefächerten Material" des Bandes. Man erfährt zwar, dass einige der frühesten Porträts der europäischen Malerei in Österreich entstanden sind, aber kaum etwas darüber, wie die Autoren des Bandes diese Erkenntnisse darstellen und deuten.
2) "Geschichte der bildenden Kunst in Österreich, Band IV: Barock"
Etwas verständlicher äußert sich Schade zum Band über den Barock: Allerdings muss man auch hier Sätze wie folgenden über sich gehen lassen: "Der Barock gehört in Deutschland zu den Epochen, die man oft für die Vorstellung einer `heimlichen Gotik durch alle Jahrhunderte` (Wölfflin) in Betracht gezogen hat." Danach betont Schade aber, dass der Barockband der "Fülle der Erscheinungen" in Österreich gerecht werde was um so wichtiger ist, als Österreich, wie Schade betont, zu den Hauptregionen des europäischen Barock gehört. Auch die Klarheit der Darstellung lobt Schade bei diesem Band. Über die Qualität der Abbildungen verliert er kein Wort.
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Kurzbeschreibung
Band VI umfaßt die Entwicklung der Architektur und der bildenden Künste in Österreich vom Beginn bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Wieland Schmied spannt in seinem anschaulich geschriebenen Einführungsessay den Bogen von der Gründung der Secession 1898 bis zum Orgien-Mysterien-Theater von Hermann Nitsch und dem Einzug der Neuen Medien in die österreichische Kunst. Danach folgen Aufsätze zur Entwicklung der einzelnen Kunstgattungen, geschrieben von den besten Kennern der österreichischen Gegenwartskunst. Jedem Aufsatz ist ein umfangreicher Bildteil zugeordnet. Auf diese Weise entsteht ein Überblickswerk zur Kunst des 20. Jahrhunderts in Österreich, das in seiner Vollständigkeit und Opulenz einmalig ist.