Diese zwei je rund 400-seitigen Bände von Eckhard Höffner sind schlicht genial. Der vielseitige Autor beleuchtet das Urheberrecht aus (rechts-)historischer, (rechts-)philosophischer (vor allem in Band 1) und (rechts-)ökonomischer (vor allem in Band 2) Perspektive und weist nach, dass ein beträchtlicher Teil der allenthalben wiederholten Definitionen, Begründungen und Wirkungsbehauptungen rund um das Urheberrecht unzutreffend sind.
Dabei macht er nie einen Bogen um ein kompliziertes Thema, sondern packt den Stier bei den Hörnern, indem er schnurstracks auf den schwierigsten Kern losgeht und ihn in bewundernswerter Klarheit für Laien verständlich auseinanderwickelt.
So lernt man viel Interessantes über die Historie des Urheberrechts in Deutschland und Grossbritannien (mit einem Abstecher nach Frankreich). Man versteht, wie schon bei der ursprünglichen Begründung des Urheberrechts die hohe Kultur und die hungernden Autoren und ihr natürliches Recht an ihren Werken eher vorgeschoben wurden, um handfeste ökonomische Monopolinteressen der Verleger im Gesetz zu verankern.
Dabei werden die verschiedenen philosophisch verwickelten Ansätze um den immateriellen Gegenstand des Urheberrechts vorgestellt, der Eigentumsbegriff und seine Anwendung auf geistiges Eigentum näher beleuchtet. Und schliesslich werden alle möglichen ökonomischen Theorien in ihrer Anwendung auf das Urheberrecht und seine Auswirkungen fein säuberlich analysiert und zerlegt.
Obwohl die Materie abstrakt und der Text lang ist, habe ich ihn wie einen Kriminalroman verschlungen, war gut unterhalten und habe extrem viel gelernt.
Für alle, die Urheberrecht propagieren, bezweifeln, verstehen wollen: ein Muss!