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Geschichte des Waldes. Sonderausgabe: Von der Urzeit bis zur Gegenwart
 
 
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Geschichte des Waldes. Sonderausgabe: Von der Urzeit bis zur Gegenwart [Taschenbuch]

Hansjörg Küster
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Seit Jahrmillionen beeinflußt ein merkwürdig diffuses Ökosystem das Bild unserer Erde: Der Wald. Hansjörg Küster nimmt den Leser in seinem schön illustrierten Buch mit auf eine Reise durch die Jahrmillionen: Er zeigt, wie die ersten Pflanzen sich den Weg auf das Land bahnten, wie sie im Laufe der Evolution um das Licht kämpften, und welche Bedingungen das Entstehen des Lebensraumes Wald ermöglichten. Er wagt Thesen, daß der Wald mit für Klimaveränderungen verantwortlich war und noch immer ist. Er zeigt die ökologischen Zusammenhänge zwischen Tieren und ihrem Lebensraum Wald auf, die selten so klar dargestellt wurden. Auch der Mensch wurde von den Möglichkeiten, die ihm der Wald bot, stark beeinflußt. Aber auch der Wald veränderte sein Gesicht unter dem Einfluß des Menschen. Man kann bei einem vom Menschen nicht genutzten Wald, kaum noch von einem natürlichen Wald sprechen. Der Wald hat ein Gedächtnis, daß sich gut an die Geschichte der Menschheit erinnert und Sie nicht vergessen kann. Wie wird sich diese komplexe gegenseitige Beziehung weiter entwickeln?

Nach der Lektüre der Geschichte des Waldes werden Sie mit Sicherheit nie wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Ein anspruchsvolles Buch mit Atmosphäre. --Sven A. Zörner -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Neue Zürcher Zeitung

Holzwege

Eine Kulturgeschichte des Waldes

Der Wald findet im Zeitalter seiner Gefährdung plausiblerweise nicht nur forstwissenschaftliche und ökopolitische, sondern auch kulturhistorische Beachtung. In den letzten Jahren haben zwei grosse Bücher: Robert Pogue Harrisons «Wälder. Ursprung und Spiegel der Kultur» (München 1992) und Simon Schamas «Der Traum von der Wildnis. Natur als Imagination» (München 1996) die vermeintlich so natürliche Waldnatur, dieses zumal im deutschen Sprachraum so hochverehrte Naturheiligtum par excellence, für die Kultur-, die Mythen-, die Imaginationsgeschichte reklamiert. Jetzt schliesst die «Geschichte des Waldes» von Hansjörg Küster hier an.

Auch für Küster geht es um die sich kulturspezifisch durchaus wandelnde Bedeutung des Waldes und der «Waldbilder» – abgesehen davon, dass der scheinbar so feststehende Wald für einen rechtschaffenen forstwissenschaftlichen Heraklitismus («Alles fliesst») selbstverständlich auch als «Natur» eine Geschichte hat. Aber Küster konzentriert sich im ganzen mehr auf die reale als auf die Imaginationsgeschichte des Waldes. Auf Grund von Pollenanalysen werden die objektivierten Spuren des kulturellen Gedächtnisses entziffert. Eine ganze neue «Holzzeit» – statt der bisherigen Jungstein-, Kupfer-, Bronze- und Eisenzeit – wird aus der Taufe gehoben.

Die Rezeptionsgeschichte von Tacitus' «Germania», die Schama noch eingehender beschäftigt hatte, wird zum kulturhistorischen Paradestück: Schon bei Tacitus als vermeintliche «Natur» Legende, wird der Wald der «Germania» vom 18. Jahrhundert an zum nationalpolitischen Zitat mit Aufforstungs- und Militarisierungsfolgen. Die reckenhaft-urwüchsige deutsche Eiche entpuppt sich als Schonprodukt der Eichelmast, Individualisierung dank Schweinezucht, bevor Turnvater Jahn einen bewaldeten Westwall, einen «marschierenden Wald» (N. Elias) gegen den Erbfeind ins Treffen führen will.

Problematisch wird Küsters Buch, wo es mit der immer schon kulturhistorisch bestimmten Waldgeschichte die Absage an alle «Naturschutz»-Argumentationen, generell eine gewisse Entwarnung in bezug auf das sogenannte «Waldsterben» begründen will. Die Waldgefährdung zumindest dauert an.

Ludger Lütkehaus -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Wer in dem 267 Seiten starken Buch eine trockene wissenschaftliche Abhandlung erwartet, wird überrascht sein. Der Professor für Pflanzökologie am Institut für Geobotanik der Universität Hannover, bekannt auch durch andere Bücher zur Geschichte der Landschaft Mitteleuropas, hat mit der Geschichte des Waldes ein gut lesbares Werk ohne die bei wissenschaftlichen Arbeiten üblichen endlosen Anmerkungen oder Fußnoten geschrieben. Wer sich intensiver einarbeiten will, findet dennoch im Anhang zahlreiche Literaturempfehlungen zu jedem der 23 Kapitel. Küster spannt den weitest möglichen Bogen, indem er tatsächlich mit der Entstehung der ersten Bäume und Wälder vor etwa 320 bis 400 Millionen Jahren beginnt und mit Überlegungen zur zeitgenössischen Waldthematik, etwa dem Baumsterben, endet. Dazwischen zeichnet er das Bild einer wechselhaften und dynamischen Entwicklung von Bäumen, Wäldern und Landschaften, die diesem Abschnitt der jüngeren Erdgeschichte als bestimmend für die Bildung, den Fortbestand und auch den vereinzelten Niedergang menschlicher Zivilisationen erkennt. Dabei wird deutlich, dass die intensive Interaktion zwischen Menschen und Wäldern lange vor dem Entstehen der ersten zivilisierten Gesellschaften Wirkung zeigten und die Wälder zum Zeitpunkt der ersten schriftlichen Reflexionen (z. B. in Tacitus Germania) schon längst keine ursprünglichen Urwälder mehr waren. Diese Entmythologisierung von Vorstellungen, die sich (v. a. in Deutschland) z. T. bis heute beständig gehalten haben, gehört sicher zu den ernüchternden Aspekten in Küsters Buch. Die historische Hinterfragung macht aber deutlich, welche enorme Bedeutung die Wälder und das aus ihnen gewonnene Holz für die gesamte Menschheitsentwicklung hatten und bis heute haben. Die historische Betrachtung des Wechselspiels zwischen Waldnutzung, Zivilisation und Landschaftsentwicklung kann als wichtige Voraussetzung gesehen werden, heute klar erkennbare Kurzsichtigkeiten und ökologische Fehlentwicklungen künftig zu vermeiden, damit die Geschichte des Waldes die Chance hat, weitere Kapitel zu schreiben.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine wahre Geschichte 20. Juli 2007
Von Rezensent
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Wenn wir im deutschen Sprachraum das Wort "Wald" hören oder lesen, so taucht bei sehr vielen von uns eine Vorstellung von unberührter Wildnis und Natur auf, ein weites Meer aus Blättern und Zweigen und Tieren in freier Wildbahn; das grüne Gegenstück zur menschlichen Zivilisation. Doch hat es den unberührten Naturzustand Wald in Mitteleuropa fast nie gegeben, selbst zur Zeit der alten Germanen nicht. Auch was wir heute als Wald sehen, ist keine ursprünglich gewachsene Natur, sondern ein Ergebnis, das über die Jahrhunderte durch ständige Einwirkung des Menschen entstanden ist. Warum und wie kam es aber sogar zu einem Mythos vom "wilden urwüchsigen germanischen Wald"?

Hansjörg Küster liefert in seinem Buch eine ernüchternde und zugleich faszinierende Bilanz: Wald in Europa ist kein Zustand ursprünglicher Natur, sondern er ist das Ergebnis von Kultur! Die Entwicklung der Wälder ist eng verbunden mit der Entwicklungsgeschichte des Menschen, denn ohne Holz als Rohstoff hätte sich nie eine Zivilisation entwickeln können! Wald und Mensch hatten immer eine komplexe gegenseitige Beziehung, und Landschaft und Zivilisation entstanden und beeinflussten sich gegenseitig in einem eng verflochtenen historischen Prozess. Der Autor erzählt auf hervorragende Weise, wie sich das alles abgespielt hat, und irgendwann wurde mir beim Lesen bewusst, dass ich mit diesem Buch über die Geschichte des Waldes gleichzeitig auch ein faszinierendes Buch über die Entwicklungsgeschichte der Menschheit Mitteleuropas in den Händen halte, so eng ist alles miteinander verknüpft!

Abschließend zeigt der Autor anhand der historischen Zusammenhänge, dass es beim Waldschutz heute so manche Faktoren gibt, die es gilt, ganz neu zu überdenken! Trotzdem man inzwischen weiß, dass das Ende des Waldes nicht gekommen ist, wäre eine Verharmlosung der Umweltsituation fatal! Glücklicherweise hat gerade das "Phänomen Waldsterben" zu einer intensiveren Waldschadenforschung geführt, die wesentliche neue Zusammenhänge aufdecken konnte und noch weitere aufdecken wird!

Das Buch hat mir geholfen, den Wald auf eine neue Art zu sehen und zu verstehen, um ihn nun dadurch noch inniger zu lieben, zu achten und zu schützen! Wald ist etwas Besonderes, und seine Geschichte gibt wertvolle Anstöße für eine neue Zeit!
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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Hansjörg Küster hat kein Biologiebuch geschrieben, er hat die Verflechtung der menschlichen Siedlungs- und Lebensweise mit dem Erscheinungsbild des deutschen Waldes und die lange gemeinsame Geschichte dargestellt. Herausgekommen ist die Beschreibung eines Waldes, den es als „Urwald" in Deutschland nie gegeben hat, nicht einmal zur Zeit der Germanen. Von Anfang an hat der Mensch den Wald geprägt, sei es bewusst oder unbewusst. Die Entwicklung des Ackerbaus in der Jungsteinzeit, der Aufstieg der Städte im Mittelalter, die Verklärung des deutschen Waldes in der Romantik, sind nur einige wenige Beispiele für die vielen Faktoren, die den Wald zu dem gemacht haben, was er heute ist. Hansjörg Küster hat sich damit weit über die eigentlichen Grenzen seines Fachgebietes hinausbegeben. Ich finde, er hat die Aufgabe hervorragend gelöst. Dr. Frank Pawellek, Vorstand "GeoZentrum e.V"
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