Die USA sind immer im Blickpunkt. Sowohl in politischer als auch in kultureller Hinsicht und im Sport sowieso, wobei seltsame Verhaltensweisen, wie finanzielle Eskapaden z.B. uns noch lange beschäftigen werden. Die Eigenart der Vorgehensweisen der USA in mancherlei Hinsicht ist trotzdem für Beobachter oft einfach nachzuvollziehen. Die USA sind also, wie ich meine, durchschaubarer als es allgemein zu sein scheint und daher ist dieses Werk von Udo Sautter ein lesenswertes, weil es Begründungen anbietet, tiefer geht in der Bedeutung einer Auslotung von Beweggründen des Handelns und noch mehr Aufklärung bietet.
Entdecktes riesengroßes Land damals (als hier in Europa religiöse Streitigkeiten und bald darauf ein Verwüstungskrieg wütete). Zufluchtsort für Neugierige aller Art, Ort der Landnahme nach alter Väter Sitte (eben mit Gewalt!) mit der Emphase einer erhobenen Fahne (der Freiheit nämlich und des Genussdenkens!), des guten Rechts einer schaffenden, rechtschaffenen religiösen(!) Erdenbürgerschaft, ja mit der eigentlichen Aufgabe eben, es der Welt zu zeigen. Gerade in der Zeit der französischen Revolution als Beispiel eines möglichen Zukunftsplanes als Vorbild sozusagen, wie eine Demokratie auszusehen habe, war es ein Vorbild für moderne Menschen.
Dagegen die fast verachtenswerte Beurteilung der Ureinwohner, die Einfuhr (anders nicht zu bezeichnen) von geradezu "schwarzer Ware" in Form von Sklaven.
Wir wissen das und darum erscheinen die Bemühungen der USA von Anfang an so interessant, gerade wie bis heute die Sache mit den Indianern behandelt wird (eben nicht gerecht) und wie mit der Rassenproblematik umgegangen wird. Und da ist es weit mehr als nur ein Sonnenstrahl der guten Hoffnung, dass endlich eine Leitfigur erscheint und auch noch gewählt wird, die wohl nur demokratisch handeln kann, wenn es eine Zukunft geben soll.
Demokratie in Echtform (nach innen und nach aussen), das ist nun die Formel, die wirken muss in unserer harten Zeit.
Udo Sautter schreibt mehr als er in Bildern nachreicht. Das ist ein Zeichen von echter Kennerschaft, nachschlagen könnten wir nämlich bei Wikipedia.
Im Anhang finden wir wichtige Tabellen.
Hinweisen möchte ich auf die Seiten des Kapitels II. Nr. 3. "Die Ära der Föderalisten". Bei der Besprechung von Alexander Hamilton und dessen Wirkung schon wird das Problem deutlich, das uns auch heute bewegt, so wird eine starke Ausuferung im Wirtschaftlichen wie im Sozialen überhaupt ermöglicht, nämlich die Freiheit und Gefahr des Zertifikathandelns damals schon.
Hamilton war eine Leitfigur, die den Kongress stärkte bzw. die Steuerung des Kongresses in den Mittelpunkt stellte. "Hamilton und die Geburt der Parteien" etwas später, ist wohl ein Lehrkapitel gerade für heutige Verhältnisse in jeglicher Beziehung. Natürlich sind die Befreiungskriege und der Bürgerkrieg durschschlagende Ereignisse für Amerika und die im Laufe der Zeit gewonnene Überzeugung, einmalig zu sein, birgt gute Zukunft wie auch Gefahr in sich für Amerika und die Welt.
So ist dieses Buch ein großartiger Beitrag zum Verständnis der politischen Willensäußerung der USA, dem wir uns nicht entziehen sollten, ja eigentlich nicht dürfen. Mit Amerika gehen und sich den Traum von Freiheit bewahren (für alle Menschen!), das wäre ein großer Gewinn, das wäre die eigentliche gemeinsame Aufgabe.