Der Autor, im Jahr 1911 in Paris geboren, hat dieses hoch interessante Buch 1945 geschrieben. Man könnte denken: "Du meine Güte! Vor über 50 Jahren..." Ja, gut, aber Nadeau hat sie (fast) alle noch persönlich gekannt, die sog. Großen der Bewegung: Aragon, Breton, Max Ernst, Artaud, Tzara usw. Und so ist er ganz nahe all denen gewesen, die nicht nur (zwischen den beiden Weltkriegen) Propagandisten des Surrealismus gewesen sind, sondern auch den Weg hin zu einer "surrealistischen Kunst" zu gehen versuchten, - freilich bis hin zum Scheitern. Aber wohin haben uns die gebracht, denen alles Vorhaben 'gelungen' ist? Wer dieses Buch sehr aufmerksam liest, kann auf fast jeder Seite zwei-,dreimal Sätze anstreichen, die nicht nur merkwürdig, sondern es auch wert sind, heute wieder in die festgefahrenen Diskussionen über den Sinn des Lebens überhaupt eingelebt zu werden, ohne daraus gleich eine Ideologie machen zu wollen. Wer immer etwas über den Surrealismus wissen will, um z.B. ihre Philosophie, ihre Bilder zu verstehen, der muß (!) gerade dieses Buch unbedingt lesen.