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Geschichte der Sintflut: Auf den Spuren der frühen Zivilisationen
 
 
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Geschichte der Sintflut: Auf den Spuren der frühen Zivilisationen [Taschenbuch]

Harald Haarmann
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 2., durchges. Aufl. (Mai 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 340649465X
  • ISBN-13: 978-3406494659
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Geologen konnten vor einigen Jahren mit einer sensationellen Entdeckung aufwarten: Das Schwarze Meer war lange Zeit ein vom Mittelmeer völlig getrennter, tiefer liegender Süßwassersee. Der Durchbruch des Mittelmeers durch die Landbrücke um 6800 v.Chr. war eine Naturkatastrophe mit kaum vorstellbaren Ausmaßen. Jahrelang ergoß sich ein tosender Wasserfall in das Schwarze Meer und überschwemmte große, teilweise besiedelte Gebiete. Harald Haarmann beschreibt auf der Grundlage der neuesten Erkenntnisse Ursachen und Verlauf dieser Sintflut. Von hier aus geht er den Folgen der Flut für die Kulturentwicklung in der südlichen Schwarzmeerregion nach. Er stößt dabei auf die Spuren einer der ältesten Hochkulturen und verfolgt anhand archäologischer Funde, vor allem aber anhand der Schrift- und Sprachgeschichte deren Ausstrahlung bis hin nach Mesopotamien.

Über den Autor

Harald Haarmann gehört zu den weltweit bekanntesten Sprachwissenschaftlern. Bei C.H.Beck erschienen von ihm Kleines Lexikon der Sprachen (22002), Lexikon der untergegangenen Sprachen (2002) sowie Geschichte der Schrift (2002).

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37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Interessante Neufassung der Vor- und Frühgeschichte, 12. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der Sintflut: Auf den Spuren der frühen Zivilisationen (Taschenbuch)
Etwa 6700 Jahre v. Chr. durchbrach das Mittelmeer die europäisch-asiatische Landbrücke zum damaligen Euxinos-See, dem heutigen Schwarzen Meer. Diese Naturkatastrophe hielt sich als Mythos im kulturellen Gedächtnis der anliegenden Völker und ist heute jedem aus der Bibel als „Sintflut" bekannt. Der Sprachwissenschaftler Harald Haarmann beschreibt die Auswirkungen dieses Ereignisses und seiner ökologischen Folgen auf die zeitgenössischen Bewohner der betroffenen Gebiete und verfolgt die kulturellen Entwicklungen der Völker bis ins 1. Jahrtausend v. Chr. Haarmann verbindet die neueren Forschungsergebnisse verschiedener Wissenschaftsdisziplinen zu einer Kulturchronologie der frühen Zivilisationen. Dieses Gesamtbild fügt er mit vielen eigenen Theorien zusammen, die er aus dem Vergleich der verschiedenen Sprachen und Schriften gewinnt. Rückschlüsse auf frühe kulturelle Einflüsse zieht er etwa anhand signifikanter Lehnwörter und anderer fremdsprachlicher Relikte und aus gleichen oder ähnlichen Schriftzeichen. Doch auch wenn er vorwiegend vergleichend sprachwissenschaftlich arbeitet, bezieht er auch Erkenntnisse der Archäologie, Geologie, Genetik, Anthropologie und Kulturwissenschaften mit ein.
Wohl aus Vermarktungsgründen ist der Buchtitel etwas irreführend. Hinter der „Geschichte der Sintflut", die nicht mehr als etwa ein Viertel des Buches einnimmt, verbirgt sich ein Grundriss einer Geschichte der frühen Zivilisationen Südosteuropas, des Mittelmeerraums und Nahen Ostens vom 7. bis zum 1. Jahrtausend v. Chr., so wie es treffend der Buchuntertitel andeutet. Die Schwarzmeerkulturen, Donauzivilisation (Zivilisation Alteuropas), Uralier und Indoeuropäer, ägäische Kulturen sowie die frühsten westasiatischen Zivilisationen bis hin zu den „historischen", mesopotamischen Reichen werden in ihren Abhängigkeiten und Eigenheiten dargestellt.
Ganze 7000 Jahre Menschheitsgeschichte lassen sich auf knapp 200 Seiten selbstverständlich nur skizzenhaft umreißen. Das merkt man manchmal recht deutlich: Oft wiederholen die einleitenden Absätze neuer Kapitel langweilend bereits Erwähntes, viele Auflistungen sammeln lexikonartig Kurzerklärungen unter einzelne Stichwörter, viele Sachverhalte werden nicht weiter ausgeführt (häufig allerdings nur, um den Rahmen des Buchs nicht zu sprengen) oder wirken zusammenhangslos, und insgesamt bemerkt man keinen Grundplan für das Buch. Ist es nun chronologisch, geographisch oder anders thematisch gegliedert? Mir erschien es ähnlich einer unzusammenhängenden Aufsatzsammlung. Angesichts der groß angelegten multidisziplinären Aufgabenstellung dieses Buches kann man die schriftstellerischen Aspekte jedoch hinten anstellen, auch wenn folgenden Auflagen eine gründliche Überarbeitung zu wünschen wäre. Zur besseren Übersicht fände ich eine Landkarte dienlich, die die Abhängigkeiten der verschiedenen Kulturen voneinander darstellt - oder ein Stammbaum-Schema desselben Inhalts. Denn eine solche Darstellung fehlt unter den hilfreichen 18 Abbildungen in dem Buch.
Insgesamt gebe ich zwar nur vier Sterne, weil mir die Buchveröffentlichung etwas übereilt vorkommt, aber inhaltlich darf sich jeder einen Fünften dazu denken: Ich möchte jedem Interessenten dringend zum Kauf dieses Buches raten, da man so viele Informationen auf so begrenztem Raum selten findet. Hier wird Geschichte neu geschrieben, interessant für wissenschaftliche Laien und wegweisend für die beteiligten Wissenschaften!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Geschichte der Donauzivilisation, 4. Dezember 2010
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der Sintflut: Auf den Spuren der frühen Zivilisationen (Taschenbuch)
"Und das Gewässer nahm überhand und wuchs so sehr auf Erden, daß alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden."
(Genesis 7,19)

Mythen über Flutkatastrophen sind bei vielen Völkern rund um die Welt überliefert. Neben dem sumerischen Ziusudra, der wohl als Vorlage für den biblischen Noah diente, dem indischen Fisch Matsya, der den König Manu zum Bau einer Arche aufforderte, dem Bericht über das große Kängeruh der Traumzeit, berichtet u. a. auch das "Walam Olum" der Delawren von einer großen Flutkatastrophe. Auch im Zusammenhang mit der Suche nach Atlantis gibt es eine Vielzahl von Theorien und Spekulationen, die eine große Flut an den unterschiedlichsten Orten postulieren wollen.

Nach einem langjährigen maritimen Forschungsprojekt veröffentlichten die beiden amerikanischen Geologen William Ryan und Walter Pitman von der Columbia Universität (N. Y.) im Jahre 1998 in ihrem Buch "Noah's Flood: The New Scientific Discoveries About the Event that Changed History" folgende Hypothese durch die bisher vertraute Vorstellungen über die Entstehung der alten Zivilisationen infrage gestellt werden:

Um 6700 v. Chr. bricht infolge eines Erdbebens der Landriegel, der bis dahin das Salzwasser des Marmara-Meeres vom Euxinos-See getrennt hatte. Vielleicht hat auch nur der beständige Druck der Wassermassen die brüchige Sandsteinformation gersprengt. Durch den dadurch entstandenen Durchbruch stürzen gewaltige Ströme von Salzwasser in das 70 Meter tiefer gelegene Süßwasserbecken. Der tosende Strom weitet seine Rinne zur Schlucht, schließlich zum Sund. Über Monate, vielleicht Jahre hinweg tritt das Brackwasser über das Ufer des einstigen Euxinos-Sees. Die aus dem Mittelmeer hereinströmenden Wassermassen treffen mit einer derartigen Wucht auf den einstigen See, dass sich meterhohe Wellen auftürmen, die auf die Küstensäume zurasen....

....und sich das Ausmaß der Flutkatastrophe an den Gestaden des heutigen Schwarzen Meeres bis heute im kulturellen Gedächtnis seiner Anwohner erhalten konnte. Der Autor hält es für wahrscheinlich, dass auch der alttestamentarische Sintflutmythos in diese Tradition eingereiht werden kann (Seite 11).

In seiner "Geschichte der Sintflut" fasst der renommierte Sprachforscher Dr. phil. habil. Harald Haarmann die auf einer interdisziplinären Kooperation basierenden wissenschaftlichen Ergebnisse aus Geologie, Archäologie, Anthropologie, Mythenforschung, Sprachwissenschaft etc.zusammen.
In neun Kapiteln setzt er sich nicht nur mir der "Großen Flut", sondern auch mit den ökologischen Umwälzungen, Kultur und Architektur der "Donauszivilisation" auseinander, die bereits eineinhalb Jahrtausende vor Ägypten und Mesopotamien ein Schrift hervorgebracht hatte, die in der (östlichen) Mittelmeerregion weiter wirken sollte. Nach einer Betrachtung der fühen Agragesdellschaften, zu dem auch der Mythos des Matriarchats gehört, befassen sich die zwei letzten Kapitel mit dem Vergleich von, und dem Austausch zwischen den frühen Zivilisationen Europas und Mesopotamiens. Zahlreiche Landkarten, Tabellen und Synopsen sorgen für geografische und zusammenhängende Über- und Einblicke. Eine neunseitige Bibliographie und ein geographisches Register bilden den Abschluß einer geradezu revolutionären Betrachtung, die die Wiege menschlicher Kultur im alten Europa lokalisiert, und von dort aus auf die späteren, nahöstlichen Kulturentwicklungen einwirken lässt.

Haarmann "Geschichte der Sintflut" ist im wesentlichen die (seriöse!) Geschichte der ersten europäischen Hochkultur, die sich lange vor den Sumerern und Ägyptern entwickelt hatte, und ihre Fortwirkung in anderen Kulturkreisen. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Mythologie, aber auch der Schrift (Tabelle Seite 143) zu. Demjenigen, der noch tiefer in die Materie einsteigen möchte seien Haarmanns neueren Bücher "Die Indoeuropäer: Herkunft, Sprache, Kultur" und "Einführung in die Donauschrift" empfohlen.

5 Amazonsterne für eine neue Sichtweise der Vor- und Frühgeschichte, die besonders unter Althistorikerin leidenschaftlich diskutiert wird.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Entstehung der Schrift - eine stille Revolution, 18. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der Sintflut: Auf den Spuren der frühen Zivilisationen (Taschenbuch)
Die Geschichte der Sintflut basiert auf den Erkenntnissen von Pitman/Ryan "Sintflut" 1999. Diese Theorie wurde hinsichtlich des Zeitpunktes und der Art der Flutung zeitweise heftig angegriffen. Der Autor hat den Kompromiss einer Fachtagung - 6700 vor Christus - übernommen.
Die vorgestellten archäologischen Befunde stützen aber fast sämtlich die ursprüngliche Theorie von Pitman/Ryan, die von einer katastrophalen Überflutung um 5500 vor Christus ausgehen.
Das Buch ist ein Streifzug durch die Vor- und Frühgeschichte des Großraumes "Schwarzes Meer". Für an dieser Zeit interessierte Personen hält das Buch eine Vielzahl von interessanten und teils auch überraschenden Fakten parat.
Ein großes Kompliment muss man dem Autor für die Darstellung der frühesten Schriftentwicklung machen. Der Autor - eine Autorität auf diesem Gebiet - hat in erstaunlicher Art und Weise, wohl in Anlehnung auch an Gimbutas, die Entwicklung der donauländischen Schrift seit 5500 vor Christus dargestellt.

Nach bisher herrschender Lehrmeinung startet die Nutzung von Schrift Ende des 4. Jahrtausends vor Christus in Babylon und Ägypten. Diese Sichtweise wird man wohl überarbeiten müssen. Die Übersichten und Bilder in dem Buch sprechen für sich.

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