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Geschichte der Psychiatrie [Gebundene Ausgabe]

Edward Shorter
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

1999
Was ist Wahnsinn? Wie wurden Geisteskrankheiten im Lauf der Zeit wahrgenommen? Welche Behandlungsmethoden wurden angewandt? Edward Sorters beantowrtet diese Fragen auf ebenso spannende wie anschauliche Weise. Von ihren Anfängen in den finsteren Verliesen des 18. Jahrhunderts über die humaneren Anstalten des 19. Jahrhunderts bis hin zu den diskret verborgenen Sanatorien unserer Tage verfolgt er die Entwicklung der Psychatrie - und legt damit eine faszinierende Kulturgeschichte der menschlichen Seele vor."Ein Muß für alle, die in irgendeiner Weise an Sozial- und Kulturgeschichte interessiert sind."(Library Journal)
"Eine ebenso erhellende wie bilderstürmende Darstellung."(Pubishers Weekly)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 591 Seiten
  • Verlag: Fest (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 382860045X
  • ISBN-13: 978-3828600454
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 818.851 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

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Die Psychiatrie ist eine junge Disziplin, ihre kurze Geschichte war dennoch recht bewegt: Von ersten Heilanstalten Ende des 18. Jahrhunderts, in denen man zumindest den Anspruch hatte, Geisteskranke nicht nur zu verwahren, über Aufstieg und Niedergang der Psychoanalyse als dominierendem Therapieansatz bis zur "Medikamentenrevolution" unserer Tage.

Die seit den Anfängen der Psychiatrie tobenden Grabenkämpfe, ob Geisteskrankheiten nun organische oder psychische Ursachen haben, gehören für Edward Shorter der Vergangenheit an. Sigmund Freuds Unbewußtes als Ausgangspunkt aller Seelenkonflikte hat in der Psychatrie ausgedient. "Der biologische Denkansatz, der psychische Krankheit als Störung der Hirnchemie betrachtet, hat sich als überwältigender Erfolg erwiesen". Und ebenso deutlich widerspricht Shorter auch linken Intellektuellen wie Michel Foucault, die jede Form von Psychiatrie verteufeln, für die Geisteskrankheit eine bloße Erfindung der "herrschenden Klasse" ist, um unbequeme Individuen wegsperren zu können.

Doch auch wenn Wahnsinn kein gesellschaftliches Konstrukt ist, zeigt diese weitgespannte Darstellung der Psychiatriegeschichte eines sehr eindrücklich: Daß der Umgang mit Geisteskrankheit stets stark kulturell geprägt war. So sprach man in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts statt vom "Irrsein" plötzlich nur noch von "den Nerven"; das wohlhabende Bürgertum mied die Irrenanstalten, strömte stattdessen in die allerorts neu entstandenen Kurbäder. Und heutzutage hat sich der Begriff der psychischen Erkrankung so weit aufgeweicht, daß man selbst jenen seelischen Eintrübungen, die das moderne Leben so mit sich bringt, mit diversen Medikamenten und Psychotherapien zu Leibe rückt.

Jedenfalls ist Geschichte der Psychiatrie keineswegs ein trockenes Fachbuch, sondern eine lebendig erzählte und großangelegte Kulturgeschichte seelischer Erkrankungen und wie unsere Gesellschaft diesen begegnet. --Christian Stahl

Pressestimmen

"Ein Muß für alle, die in irgendeiner Weise an Sozial- und Kulturgeschichte interessiert sind." (Library Journal)
"Eine ebenso erhellende wie bilderstürmende Darstellung." (Pubishers Weekly)

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Kundenrezensionen

3.3 von 5 Sternen
3.3 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ausgezeichnete Geschichte der klinischen Psychiatrie 8. November 2009
Format:Taschenbuch
Shorter präsentiert übersichtlich und unterhaltsam eine bisweilen polarisierende und vereinfachende Darstellung der Geschichte der Anstaltspsychiatrie. Beginnend mit dem späten 18. Jahrhundert, zeigt er wie sich von Kontintaleuropa aus eine medizt
inische Sicht auf Geisteskrankheit entwickelt. Dabei erfährt man viele interessante Details z. B. über das Anstaltsleben der frz. Psychiatrie. Aufgezogen ist das ganze am Lebenswerk und der Entwicklung einzelner Grössen. Hier mag man kritisieren, dass dies keine zeitgemässe Form der Geschichtsschreibung ist. Die Kritik anderer Rezensenten an dem Buch sind nur eingeschränkt nachvollziehbar: natürlich ist Shorter ein Anhänger des medizinischen Modells, aber man kann ihm nicht vorwerfen, dass z. B. die Psychoanalyse zu kurz kommt, handelt es sich doch schließlich um eine Geschichte der Psychiatrie und nicht der Psychoanalyse. Shorter polarisiert sehr unterhaltsam! Empfehlenswertes Buch mit vielen Aha-Erlebnissen: Ob wir heute so viel schlauer sind als die alten Psychiater? Shorters Seitenhiebe Treffen auch die moderne biologische Psychiatrie ...
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Mediziner schreibt Geschichte?!? 27. September 2003
Format:Taschenbuch
Die Geschichte der Psychiatrie aus der Sicht eines Mediziners...
Shorter erzählt uns seine Version dieser Geschichte, die medizinische Version!
Die Beschreibung der geschichtlichen Entwicklung bis zum Anfang des 20 Jahrhundert liest sie sich ja noch recht gut. Shorter schafft es hier noch, die verschiedenen Entwicklungen der "Psychiatrie" zu beschreiben, so das man/frau während dem Lesen annähernd das Gefühl bekommt Einblick in die "gesamte" Geschichte zu bekommen.
Die Geschichte des 20. Jahrhunderts mutiert zu einem Veriss der Psychoanalyse und Sozialpsychiatrie und auf der anderen Seite einer Glorifizierung der Psychopharmaka und Genetik.
Shorter stellt die biologische der bio-psycho-sozialen Sichtweise gegenüber, anscheinend ohne das Wort BIO in zweiter Sichtweise wahrzunehmen. Daher beschreibt Shorter auch keine Weiterentwicklung der Psychotherapie und ihrer verschiedenen Schulen und eine Erungenschafft der Sozialpsychiatrie, die "Deinstitutionalisierung", beschreibt er als größtes Debackel des 20 Jahrhundert. Ganz ohne deren Entwicklung/Umsetzung und handlungsleitenden Konzepte in Europa zu betrachten.

Meiner Meinung nach, ist dieses Buch sehr einseitig und reduziert den Menschen zu einer biologischen Maschine, Krankheit zu einer chemischen Störung und Psychotherapie wird zur Arzt Patienten Kommunikation.
Es bleibt nur zu hoffen, das zukünftige Leser dieses Buchs kritisch genug sind dies zu bemerken, denn wenn in der Psychiatrie Tätige nur noch so denken...

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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen selbstgefällige perspektiven 14. Februar 2005
Format:Gebundene Ausgabe
shorters darstellung der geschichte der psychiatrie ist unreflektiert und kritikfeindlich. seine wut auf foucault verbindet sich in einer gleichstellung mit der antipsychiatrie. was shorter 'fakt um fakt' als "seriöse wissenschaft" aufzeigen möchte, verkommt letztlich durch seine arroganz im zurechtbiegen von sichtweisen.
dennoch ist das buch all jenen zu empfehlen, deren horizont etwas breiter ist und all jenen, die sich am kopfschütteln amüsieren können. letztlich kann es als bereicherung für und festigung von kritik an dergleichen darstellungen an wert gewinnen.
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