Die Geschichte der Psychiatrie aus der Sicht eines Mediziners...
Shorter erzählt uns seine Version dieser Geschichte, die medizinische Version!
Die Beschreibung der geschichtlichen Entwicklung bis zum Anfang des 20 Jahrhundert liest sie sich ja noch recht gut. Shorter schafft es hier noch, die verschiedenen Entwicklungen der "Psychiatrie" zu beschreiben, so das man/frau während dem Lesen annähernd das Gefühl bekommt Einblick in die "gesamte" Geschichte zu bekommen.
Die Geschichte des 20. Jahrhunderts mutiert zu einem Veriss der Psychoanalyse und Sozialpsychiatrie und auf der anderen Seite einer Glorifizierung der Psychopharmaka und Genetik.
Shorter stellt die biologische der bio-psycho-sozialen Sichtweise gegenüber, anscheinend ohne das Wort BIO in zweiter Sichtweise wahrzunehmen. Daher beschreibt Shorter auch keine Weiterentwicklung der Psychotherapie und ihrer verschiedenen Schulen und eine Erungenschafft der Sozialpsychiatrie, die "Deinstitutionalisierung", beschreibt er als größtes Debackel des 20 Jahrhundert. Ganz ohne deren Entwicklung/Umsetzung und handlungsleitenden Konzepte in Europa zu betrachten.
Meiner Meinung nach, ist dieses Buch sehr einseitig und reduziert den Menschen zu einer biologischen Maschine, Krankheit zu einer chemischen Störung und Psychotherapie wird zur Arzt Patienten Kommunikation.
Es bleibt nur zu hoffen, das zukünftige Leser dieses Buchs kritisch genug sind dies zu bemerken, denn wenn in der Psychiatrie Tätige nur noch so denken...