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Geschichte der Ostsee - Völker und Staaten am Baltischen Meer
 
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Geschichte der Ostsee - Völker und Staaten am Baltischen Meer [Gebundene Ausgabe]

Wolfgang Froese
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Wolfgang Froese
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Der vorliegende Band ist die zweite überarbeitete Auflage und enthält an vielen Stellen neue Erkenntnisse und verbesserte Darstellungen der Zusammenhänge. Fazit: Standardwerk, das die Anschaffung lohnt! Die Rolle, die der Ostseeraum im Laufe der Geschichte gespielt hat, ist gar nicht groß genug anzusetzen. Das Mare Balticum war schon in der Jungsteinzeit eine bedeutende Verbindung zwischen den Küstenlinien. Die germanischen Völker brachen zum Ende der Antike von hier aus auf, um den Niedergang des römischen Reiches vollkommen zu machen. Während des Mittelalters sah die Ostsee die Wikinger kommen und gehen und Handelsnetze der Hanse aufblühen, später dann neue Großmächte wie Schweden im 17., Rußland und Preußen im 18. Jh. aufsteigen, im vergangenen Jahrhundert schließlich die Weltkriege und den kalten Krieg vorüberziehen. Wolfgang Froese, Historiker und ausgewiesener Ostsee-Spezialist, nimmt sich dieses komplexen Themengebietes an und den Leser mit auf eine interessante Reise durch die Epochen entlang der Ostsee- Küsten. Detailreich und fundiert beleuchtet er nicht nur die Geschichte der einzelnen Anrainerstaaten, sondern vor allem ihre Beziehung zueinander und die Verbindungslinien, die sich immer wieder neu zogen. Der Stil ist flüssig, der Autor erschlägt nicht mit Fachwissen, sondern erläutert anschaulich und schafft den schwierigen Spagat zwischen Geschichtsvermittlung für interessierte Laien und Lieferung von neuen Erkenntnissen für Kenner der Materie. Die Darstellung ist so ausgewogen, daß man nicht einmal merkt, welche Epochen die persönlichen Interessensschwerpunkte Froeses darstellen. Weiterer Pluspunkt: Den einzelnen Kapiteln sind Zeittafeln vorangestellt, die einen nützlichen Überblick vorab und auch während der Lektüre des jeweiligen Abschnitts bieten. Einige sw-Abbildungen lockern den Text außerdem ein wenig auf. (Karfunkel, Mai 2010)

Ostsee-Zeitung Wochenendausgabe 29./30. März 2003

Historiker haben es zumeist schwer, geschichtliche Zusammenhänge und Hintergründe von Ereignissen lesbar und spannend zu gestalten. Davon ist bei Froese nichts zu spüren. Mit "Geschichte der Ostsee" hat er die erste Gesamtdarstellung der Historie der Ostseevölker überhaupt verfasst. Den roten Faden liefern Froese die erbitterten ökonomischen Rangeleien, Eroberungszüge und Kriege mit fürchterlichen Folgen für die betroffenen Völker. Dabei verweist der Autor auf die weltgeschichtliche Bedeutung der Vorgänge rund um die Ostsee. Verblüffend, wie punktgenau und in wenigen Zeilen Froese erklären kann, wie eigentlich die Wikinger zu Geburtshelfern des großen russischen Reiches wurden, wie sich das Christentum im Osten unter den Slawen ausbreitete, warum Schwedenkönig Gustav Adolf II. in den Dreißigjährigen Krieg eingriff, sich der Preußenfürst als König in Preußen selbst krönte, ohne die Zustimmung des Kaisers zu benötigen. Alles in allem schließt das Buch eine bislang klaffende Lücke im Verständnis der Vorgänge im Ostseeraum vom Ende der letzten Eiseit vor 8000 Jahren, bis hin zur bevorstehen den EU Erweiterung.

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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Alles begann in beeindruckender Weise etwas 18.000 v.Chr. Damals war die Ostsee noch von einem dicken Eispanzer bedeckt. Erst 600 v. Chr. erreichte die Ostsee ihre heutige Erscheinung als Meer. Langsam, aber und behutsam arbeitet sich der Autor dann von der Hamburger Kultur ca. 12.000 v.Chr. bis zum Beginn der Befestigungsbauten am Danewerk ca. 737 n. Chr. In einer historischen und mit archelogischen Funden untermauerten Berichtsweise, beleuchtet der Autor diese Zeit. Karg und einsam war es zu dieser Zeit, mühevoll das Leben. Doch umso erstaunlicher sind die Zeugnisse aus dieser Zeit. Beeindruckend ist zu lesen, zu welcher Präsizision die Menschen dieser Zeit fähig waren. Bedeutendstes Beispiel das Boot von Hjortspring oder der Sonnenwagen von Trundholm.
Ab dem dritten Kapitel werden die Abstände in der Zeittafel immer kürzer. Mehr und mehr Funde archäologischer und schriftlicher Art werden aufgeführt. Ab diesem Kapitel beginnt es auch für die politisch interessierten Leser spannend zu werden. Eine Region steigt aus ihren Kinderschuhen. Erste Strukturen in Länder- und Regionsgrenzen werden deutlich. Herzoge und Könige ringen um Einfluss und Macht.

Gründlich geht der Autor auf die Wikinger ein. Diese noch heute berühmt berüchtigte Volksgruppe begab sich auf Reisen und eroberte über das Meer Teile Europas. Für Liebhaber einzelner Länder, geht der Autor auch hier teils bis ins Detail auf die politischen Situationen und deren Zusammenhänge ein.
Dies setzt sich dann im vierten Teil des Buches fort. Beschrieben wird das dänische Ostseereich. Der Leser wird hier dann bis ins 13. Jahrhundert begleitet. Die Christianisierung findet ihre Anfänge und die Hanse wird angedacht.
Über die Blütezeit der Hanse handelt der fünfte Teil. Hier kommt so richtig Bewegung in das Buch und in den Ostseeraum. Die Ostsee und deren Anrainerstaaten erhalten erstmalig eine geostrategische Bedeutung. Diese Entwicklung geht einher mit einer reichen Kultur und regem Handel.
Beeindruckend auch hier, dass der Autor die Ideenvielfalt der Hanse und deren Gilden, bestehend aus Händlern und Handwerk beschreibt. Die Ostsee wird mehr und mehr zu einem interessanten Wirtschaftsraum.
Im sechsten Teil geht der Autor auf die Reformationszeit im Ostseeraum ein. Hier beschreibt der Froese im Kern die Entwicklung und Weiterentwicklung der Religion und deren Einfluss im Ostseeraum. Erstaunlich für den Leser ist der enorme Einfluss der Kirche in dieser Region. Nicht überall war dieser Einfluss auch heilsbringend.
Leider ging der Autor hier nicht auch auf die Hindergründe und Ursachen dieses Einflusses, wzB. Die größere Empfänglichkeit gegenüber christlichen Werten gerade in dieser Region ein.
Eines brachte diese Entwicklung jedoch mit sich, Ordnung. Das Staatswesen und dessen Verwaltung wurden modernisiert und es wurde eine ganze Reihe von unterschiedlichen Ordengemeinschaften gegründet. Damit verbunden entbrannte im Ostseeraum auch ein Kampf um die Herrschaft in diesem Kultur- und Handelsraum. Diesen Kampf gewann Schweden und wurde Großmacht. Davon handelt dann der siebente Teil des Buches.
Hier schildert Froese den schwedischen Einfluss auf die Ostseeanrainerstaaten. Gerade das Baltikum und Brandenburg lagen den Schweden sehr am Herzen. Hier förderten und forderten die Schweden.
Der Leser ist zeitlich bereits im 17. Jahrhundert angelangt und erlebt im folgenden Kapitel den Aufstieg und Einfluss Russlands. Damit beginnen sich die Anrainerstaaten erneut zu verändern. Grenzen werden verschoben und Einfluss schwindet. Froese geht hier wortgewaltig drauf ein.
Der daran folgende Abschnitt spiegelt dann die industrielle Revolution wieder und deren Übergang in den Nationalsozialismus. Auch hier macht Froese dem Leser die Dimension dieser Veränderung sehr deutlich. Am Ende dieses Kapitels haben dann die Anrainerstaaten rund um die Ostsee schon fast ihre heutige teritorische Form angenommen. Aber es bedarf anscheinend noch eines weiteren, tief einschneidenden Ereignisses, in den alle Anrainerstaaten mit hineingezogen wurden. Dies war das Zeitalter der Weltkriege und vor allem des Zweiten. Erst dieses Ereignis hat die Bedeutung des Menschen und seinen Einfluss auf die Ostseeregion deutlich machen müssen. Erst danach begann ein länger anhaltender friedensähnlicher Zustand. Zwar gab es im Bereich der Ostsee den kalten Krieg und den Ostsee, aber die westlich orientierten Nationen wurden sich ihrer Verantwortung gegenüber dieser Region bewusst und schlossen Frieden. Dies beschreibt der Autor dann auch in der Auflösung der „Blöcke".

Froeses beeindruckendes Buch weist zum Ende auf die Wichtigkeit der menschlichen Fähigkeit Brücken zu bauen hin. Zustimmend schlägt der Leser die letzte Seite des umfassenden, 140 Seiten starken Kompendiums zur Geschichte der Ostsee um, und teilt in stiller Bitte die Hoffnung des Autors, dass mit Eintreten der Europäischen Union die Ostsee in Zukunft ein Meer des Friedens bleiben kann.

Froere legt nun ein längst überfälliges Buch vor. Dankbar kann der Leser sich über diesen Mut und das Feingefühl des Autors für schwierige Themen erfreuen. Mögen Menschen dieses Buch lesen und in Bildern verinnerlichen. Es sind bedeutende, zeitgeschichtliche und kulturelle Bilder, die Froese uns bewusst macht.
Mögen daher zukünftige Generationen diese Bilder kennen und die verbindende und nicht trennende Wirkung der Ostsee leben. Dann bleibt die Ostsee auch ein Meer des Friedens und noch besser, ein Vorbild für andere Regionen. Dies hat Froese in seinem Buch mehr als deutlich gemacht und dafür gebührt ihm der innige Dank des Lesers.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Audacter
Format:Gebundene Ausgabe
Eine zusammenhängende Monographie über die Geschichte der Völker und Staaten an der Ostsee von den Anfängen bis zur Gegenwart bildete über Jahrzehnte ein unerfülltes Desiderat in der Geschichtsforschung.
Gleichsam an der Peripherie Europas sind Königreiche, Ordensstaaten und Wirtschaftsbündnisse wie die Hanse vollkommen eigene politische, verfassungspolitische, wirtschaftspolitische, kulturelle und gesellschaftsgeschichtliche Wege gegangen, ohne selbstverständlich die geopolitische Anbindung an das übrige Europa aus den Augen zu verlieren. Im Früh- und Hochmittelalter haben Normannen und Waräger weite Teile Europas im Rahmen ihrer Beutefahrten bedroht, Staaten in England, Schottland, Island, Sizilien (seit 1061) und Russland gegründet, sie dem Fernhandel erschlossen und ihnen eigene verwaltungsstaatliche und handelspolitische Strukturen an die Hand gegeben. Die „Nordmänner" hatten an den Küsten des Baltischen Meeres gesiedelt und wurden zum Schrecken Europas, als sie 793 das Kloster Lindisfarne in Nordostengland, dann schubweise jährlich die Küstenregionen ganz Nordwest- und Mitteleuropas brandschatzten. Im frühen 9. Jahrhundert gründeten schwedische Normannen politische Herrschaften unter anderem um Nowgorod, Witebsk und Kiew, um den Handelsweg bis nach Byzanz zu erschließen. So fiel auch der Abstieg des bedeutsamen schwedischen Wirtschaftszentrums Birka im Mälarsee, dem „schwedischen Pendant zum dänischen Haithabu", im elften Jahrhundert mit dem „Niedergang des Fernhandels in die arabische Welt" zusammen.
Nach der Auflösung des Kalmarer Unionskönigtums unter dem letzten Unionskönig Christian II. von Dänemark (1513-1523) stieg Schweden mit Beginn des 17. Jahrhunderts zur protestantischen Vormacht Nordeuropas auf. Im Ringen um das Dominium maris Baltici brachte der Frieden von Stolbova 1617 Schweden große Gebietsgewinne von Russland ein. Im Dreißigjährigen Krieg trat Schweden als Verbündeter der protestantischen deutschen Fürsten auf den Plan mit dem Ziel, „unsere unterdrückten Religionsverwandten aus den Klauen des Papstes zu befreien", wie König Gustav II. Adolf im Mai 1630 vor dem schwedischen Reichstag ausführte. Im Frieden von Hubertusburg von 1763 stieg Russland zur letzten Garantiemacht des Westfälischen Friedens (Art. 2) auf.
Wolfgang Froese hat ein Buch vorgelegt, das sich vor allem durch hohe Fachkompetenz und große Übersichtlichkeit auszeichnet. Gut lesbar geschrieben, ist Froeses Monographie, die chronologisch bis zur Auflösung des Ostblockes reicht (ab S. 469), auch für den nichtstudierten Geschichtsforschenden ein hervorragendes Standardwerk.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Die Geschichte der Ostsee gibt einen ausgezeichneten Einblick in das Geschiehen rund um die Ostsee. Neben der Entwicklung in den einzelnen Ländern wird auch grosser Wet auf die gegenseitigen Beziehungen gelegt. Wichtig sind auch die eingeschobenen Kapitel über die Wirtschaftsgeschichte. Ein muss für jeden, der sich mit der Ostsee befasst, sei er nun Sprach-, Geschichts- oder Naturwissenschafter oder auch nur sonst interessiert.
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