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Gründlich geht der Autor auf die Wikinger ein. Diese noch heute berühmt berüchtigte Volksgruppe begab sich auf Reisen und eroberte über das Meer Teile Europas. Für Liebhaber einzelner Länder, geht der Autor auch hier teils bis ins Detail auf die politischen Situationen und deren Zusammenhänge ein.
Dies setzt sich dann im vierten Teil des Buches fort. Beschrieben wird das dänische Ostseereich. Der Leser wird hier dann bis ins 13. Jahrhundert begleitet. Die Christianisierung findet ihre Anfänge und die Hanse wird angedacht.
Über die Blütezeit der Hanse handelt der fünfte Teil. Hier kommt so richtig Bewegung in das Buch und in den Ostseeraum. Die Ostsee und deren Anrainerstaaten erhalten erstmalig eine geostrategische Bedeutung. Diese Entwicklung geht einher mit einer reichen Kultur und regem Handel.
Beeindruckend auch hier, dass der Autor die Ideenvielfalt der Hanse und deren Gilden, bestehend aus Händlern und Handwerk beschreibt. Die Ostsee wird mehr und mehr zu einem interessanten Wirtschaftsraum.
Im sechsten Teil geht der Autor auf die Reformationszeit im Ostseeraum ein. Hier beschreibt der Froese im Kern die Entwicklung und Weiterentwicklung der Religion und deren Einfluss im Ostseeraum. Erstaunlich für den Leser ist der enorme Einfluss der Kirche in dieser Region. Nicht überall war dieser Einfluss auch heilsbringend.
Leider ging der Autor hier nicht auch auf die Hindergründe und Ursachen dieses Einflusses, wzB. Die größere Empfänglichkeit gegenüber christlichen Werten gerade in dieser Region ein.
Eines brachte diese Entwicklung jedoch mit sich, Ordnung. Das Staatswesen und dessen Verwaltung wurden modernisiert und es wurde eine ganze Reihe von unterschiedlichen Ordengemeinschaften gegründet. Damit verbunden entbrannte im Ostseeraum auch ein Kampf um die Herrschaft in diesem Kultur- und Handelsraum. Diesen Kampf gewann Schweden und wurde Großmacht. Davon handelt dann der siebente Teil des Buches.
Hier schildert Froese den schwedischen Einfluss auf die Ostseeanrainerstaaten. Gerade das Baltikum und Brandenburg lagen den Schweden sehr am Herzen. Hier förderten und forderten die Schweden.
Der Leser ist zeitlich bereits im 17. Jahrhundert angelangt und erlebt im folgenden Kapitel den Aufstieg und Einfluss Russlands. Damit beginnen sich die Anrainerstaaten erneut zu verändern. Grenzen werden verschoben und Einfluss schwindet. Froese geht hier wortgewaltig drauf ein.
Der daran folgende Abschnitt spiegelt dann die industrielle Revolution wieder und deren Übergang in den Nationalsozialismus. Auch hier macht Froese dem Leser die Dimension dieser Veränderung sehr deutlich. Am Ende dieses Kapitels haben dann die Anrainerstaaten rund um die Ostsee schon fast ihre heutige teritorische Form angenommen. Aber es bedarf anscheinend noch eines weiteren, tief einschneidenden Ereignisses, in den alle Anrainerstaaten mit hineingezogen wurden. Dies war das Zeitalter der Weltkriege und vor allem des Zweiten. Erst dieses Ereignis hat die Bedeutung des Menschen und seinen Einfluss auf die Ostseeregion deutlich machen müssen. Erst danach begann ein länger anhaltender friedensähnlicher Zustand. Zwar gab es im Bereich der Ostsee den kalten Krieg und den Ostsee, aber die westlich orientierten Nationen wurden sich ihrer Verantwortung gegenüber dieser Region bewusst und schlossen Frieden. Dies beschreibt der Autor dann auch in der Auflösung der „Blöcke".
Froeses beeindruckendes Buch weist zum Ende auf die Wichtigkeit der menschlichen Fähigkeit Brücken zu bauen hin. Zustimmend schlägt der Leser die letzte Seite des umfassenden, 140 Seiten starken Kompendiums zur Geschichte der Ostsee um, und teilt in stiller Bitte die Hoffnung des Autors, dass mit Eintreten der Europäischen Union die Ostsee in Zukunft ein Meer des Friedens bleiben kann.
Froere legt nun ein längst überfälliges Buch vor. Dankbar kann der Leser sich über diesen Mut und das Feingefühl des Autors für schwierige Themen erfreuen. Mögen Menschen dieses Buch lesen und in Bildern verinnerlichen. Es sind bedeutende, zeitgeschichtliche und kulturelle Bilder, die Froese uns bewusst macht.
Mögen daher zukünftige Generationen diese Bilder kennen und die verbindende und nicht trennende Wirkung der Ostsee leben. Dann bleibt die Ostsee auch ein Meer des Friedens und noch besser, ein Vorbild für andere Regionen. Dies hat Froese in seinem Buch mehr als deutlich gemacht und dafür gebührt ihm der innige Dank des Lesers.
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