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Geschichte der O und Rückkehr nach Roissy
 
 
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Geschichte der O und Rückkehr nach Roissy [Gebundene Ausgabe]

Pauline Reage
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 302 Seiten
  • Verlag: München : Herbig (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B001H2W23I
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 4.341 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein besonderes Märchen 3. September 2011
Von Paula B.
Tatsächlich ist, wie es im Vorwort steht, 'Die Geschichte der O' ein Roman, der einen nicht so zurück lässt, wie er einen vorgefunden hat.
Man macht während des Lesens einen Prozess durch: zu Anfang verspürt man den Drang O zu retten, man hat Mitleid mit ihr und versteht ihre grenzenlose, selbstzerstörerische Liebe nicht, ist geschockt: die beschriebenen Szenen und Demütigungen sind kein Spiel für O, das über einen längeren Zeitraum geht, sondern Realität, weshalb selbst jemand, für den BDSM Alltag ist, ins schwitzen kommt.
Es ist auffällig, dass O zu Anfang das Erlebte wenig reflektiert, der Roman lebt vor allem von detaillierten Beschreibungen. Der Leser ist sich nie so recht sicher, ob sie wirklich leidet, ob sie den Schmerz genießt, ob sie eine Neigung hat oder ob sie allein für ihren Liebsten René alles erduldet. Sätze wie '.Wenn man sie nur ein bisschen peitscht, könnte sie Geschmack daran finden und das wäre falsch.' sorgen zudem für Verwirrung und machen es umso unverständlicher, dass jemand diese Leiden wirklich genießen könnte. Erst im zweiten Kapitel sagt O konkret, was sie fühlt: 'Dennoch hatte sie sich noch nie so völlig einem fremden Willen ausgeliefert, so völlig als Sklavin gefühlt, und war noch nie so glücklich darüber gewesen.'
Ab hier beginnt sich der Leser langsam in O einzufühlen und schafft es nach und nach ihre paradoxen Gefühle nachzuempfinden und zu verstehen. Es sind viele subtile Momente vorhanden, in denen Os Veränderung deutlich wird, wie z. B die Szene, in der O, die Modefotografin ist, das Modell Jaqueline beobachtet und sich denkt, sie wäre noch schöner, wenn sie an Ketten hinge.
Nach und nach, umso erniedrigender die Forderungen von René und Sir Stephen werden, steigt die Bewunderung beim Leser, die Faszination darüber, wie sich jemand völlig aufgeben kann, tiefer Respekt, bis der Leser vielleicht sogar so etwas wie Neid verspürt.
Obwohl der Roman hauptsächlich von Erotik lebt, glaub ich, dass man ihn nicht als erotischen Roman verstehen soll: Viel zu oberflächlich wäre so eine Genrebezeichnung, genauso wie der Stempel SM-Roman, außerdem zielt der Roman trotz der vielen, detailreichen und perversen Szenen nicht darauf ab, den Leser sexuell zu erregen. Es ist vielmehr ein besonderer Liebesroman.
Als mir dieser Gedanke kam, ist mir aufgefallen, dass sich 'Die Geschichte der O' im Grunde nicht wesentlich von großen Klassikern wie 'Romeo und Julia' oder 'Kabale und Liebe' unterscheidet: Was Schriftsteller seit Jahrhunderten fasziniert ist die unzertrennlichen Symbiose Liebe und Schmerz. Wenn ich an 'Kabale und Liebe' denke, erinnere ich mich, dass ich beim lesen neidisch auf Luise war und auf ihren tiefen Schmerz sowie die Tatsache, dass ihr liebster Ferdinand sie ermordete, als Liebesbeweis interpretierte. Die Szene, in der er wutentbrannt über eine Vereinigung in der Hölle nachdenkt, ist von wahnsinnig großer Leidenschaft und könnte auch aus einem SM-Roman stammen.
Bei Schiller und co. führen die äußeren Umstände (Gesellschaftsschichten, familiärer Hass) zu der unglücklichen Liebe, aber dennoch werden gerade diese unglücklichen Beziehungen als wahre Liebe angepriesen, die keine Grenzen kennt, als Ideal... der idealisierte Schmerz ist demnach in unserer Gesellschaft präsenter, als man gerne zugeben möchte.
Bei 'Der Geschichte der O' gibt es keine äußeren Umstände, der Schmerz ist vor allem körperlich und freiwillig ' er ist also nicht begründet, wie bei 'Kabale und Liebe' und der Leser gerät mit seinem moralischen Weltbild in Konflikt.
Hinzu kommt, dass die Frau in der Vergangenheit die Rolle der Unterwürfigen hatte, die sich aus diesen Fängen emanzipieren musste, weshalb dieser Roman gefundenes Fressen für die Frauenbewegung war und immer noch ist.
Jedoch macht genau dieser Punkt den Roman so genial: Er spielt mit Grenzen, mit Klischees, Normen, mit Moralvorstellungen und hinterfragt diese.
Die Frage der Freiheit beispielsweise: Wollen wir wirklich alle frei sein? Oder streben wir Unabhängigkeit und Freiheit an, weil wir so erzogen wurden? Kann überhaupt jeder mit Freiheit umgehen? Schlummert nicht in uns allen der Wunsch nach Selbstaufgabe für die Liebe? Nach einer charismatischen Persönlichkeit, die uns den richtigen Weg weist? Sind wir nicht alle für die Liebe über Grenzen gegangen ' nur um sie zu retten?
Der Roman erweckt die widersprüchlichsten, abwegigsten und perversesten Träume zum Leben und zeigt vor allem, dass es erlaubt ist zu träumen.
Wer 'Die Geschichte der O' wie ein Märchen liest, wird O nicht verurteilen, er wird sie sogar lieben.
Meiner Meinung nach ist dieser Roman mehr als nur lesenswert ' wer jedoch einfach nach erotischer Unterhaltungsliteratur sucht, wird hier nicht fündig werden.
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26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nichts für Zartbesaitete 29. Januar 2010
Von Karl-Heinz Friedgen TOP 100 REZENSENT
Als dieses Buch 1954 erstmals in Frankreich erschien, löste es Proteststürme und Verbote aus.
Heute gehört das Werk von Dominique Aury (veröffentlicht unter dem Pseudonym Pauline Réage) zu den Standard-Werken der erotischen Literatur, mit dem Schwerpunkt BDSM. Das Buch hat sprachliches Niveau, es wird dem Leser nichts vorenthalten, doch es ist auch für Leute, die sich nicht in diesem Umfeld bewegen, verdaulich. Zartbesaitete Seelen sollten allerdings lieber die Finger davon lassen.
Ich bin so frei zu sagen, dass ich von etlichen Szenen in diesem Buch schon mehr als leicht schockiert gewesen bin, und ich habe mich mehr als einmal nach Sinn und Zweck der Torturen, der sich die O unterziehen musste, gefragt.
Mag sein, dass ich mit meiner Interpretation ganz falsch liege, doch nachdem ich mich auch ein wenig mit der Biographie der Autorin beschäftigt habe, komme ich zu folgendem Schluss: Die Schriftstellerin hat hier ein ganz persönliches Werk zu Papier gebracht. Sie hat eine langjährige sehr intensive Beziehung zu Jean Paulhan, dem Verfasser des umfangreichen Vorwortes, unterhalten. Dieser soll in ihrer Gegenwart einmal bemerkt haben: Keine Frau kann ein gutes erotisches Buch schreiben! Dies hat sie wohl aus Herausforderung angesehen und hat, lange nachdem ihr Verhältnis zu Pauhan beendet war, diesen Roman verfasst.
Ohne hier den Inhalt der Handlung ausführlich wiederzugeben, sei darauf hingewiesen, dass die O von ihrem Verehrer, René, in ein einsames Schloss gebracht wird und dort von ihm und einigen Mithelfern mit Schlägen, Demütigungen und sexuellen Praktiken aller Art hörig und zu einem willenlosen Werkzeug seiner Lust und Laune gemacht wird. Sie wird zwar immer wieder um ihr Einverständnis gefragt, doch mir scheint, dass diese selbstlos liebende Frau schon nach sehr kurzer Zeit nicht mehr Herr ihres Willens ist.
Später, nach ihrem Weggang aus dem Schloss, übergibt René sie seinem Halbbruder, Sir Stephen, der die O schließlich noch kälter und grausamer behandelt als ihr ursprünglicher Liebhaber. Nachdem sie auch Sir Stephen zum willenlosen Werkzeug geworden ist, wird sie schließlich von ihm verlassen.
Damit stürzt ihre Welt zusammen, denn die einzige Person, die ihrem Leben noch einen Sinn gegeben hat, lässt sie einsam zurück. Nachdem ihr aufgegangen ist, was mit ihr geschehen ist, möchte sie nichts anderes mehr als aus dem Leben scheiden.
Hier haben zwei völlig skrupellose Männer eine Frau um ihrer eigenen Lust und Machtgier wegen erst psychisch und dann physisch vernichtet.
Dominique Aury, die auch von ihrem Geliebten, Jean Paulhan, verlassen wurde, schrieb später: "Ich war wahnsinnig in ihn verliebt. Es gab für mich niemanden außer ihm. Ich lebte mit ihm 15 Jahre, ich weiß nicht genau. Er war der letzte Abschnitt meines Lebendigseins, meines Lebens als lebendiger Mensch. Danach war ich keiner mehr. Ich schloss mit allem ab."
So deute ich die "Geschichte der O" als ein autobiographisches Werk, in dem die Autorin versucht hat, ihre Erlebnisse in Form eines Nachberichtes zu verarbeiten. Ihre oben zitierte Aussage lässt den Schluss zu, dass ihr das nur zum geringen Teil gelungen ist.
Durch die Lektüre des Buches ist mir BDSM zwar nicht schmackhafter, aber unzweifelhaft interessanter geworden. Das Buch hat Inhalt und vermittelt Spannung, es ist lesens-, aber nicht liebenswert.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kaum vorstellbar 19. September 2010
Ich habe mir das Buch auf Anraten eines Bekannten gekauft. Er meinte, wenn ich dieses Buch gelesen hätte, da wüßte ich, was es heißt dominat zu sein oder darunter zu leben oder zu leiden.
Das Buch hatte eine faszinierende u abstoßende Wirkung zugleich auf mich. O. gibt sich völlig auf, geht in einer ungleichen Liebe auf. Lebt für den Moment geliebt, gedemütigt, vergessen, mißhandelt und mißbraucht zu werden. Kaum vorstellbar, das ein Mensch zu so viel Leiden fähig ist. Nur noch für den Moment lebt, seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Sie bekommt die Aufmerksamkeit, doch dann wird sie verschenkt, an den Bruder ihres Geliebten. Der sie noch mehr quällt und letztendlich fallen läßt, sie ihrem Schicksal zu überlassen. Da fragt man sich doch, wozu Liebe fähig ist.
Ich finde, dieses Buch ist nichts für zart besaitete Seelen. Aber für Leute, die sich dafür interessieren, sehr empfehlenswert.:-)
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