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Geschichte der Mongolei oder Die 'Mongolische Frage'
 
 
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Geschichte der Mongolei oder Die 'Mongolische Frage' [Gebundene Ausgabe]

Udo B. Barkmann
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 422 Seiten
  • Verlag: Bouvier (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3416028538
  • ISBN-13: 978-3416028530
  • Größe und/oder Gewicht: 22,8 x 16,2 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.207.235 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Udo B. Barkmann
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Das historische Buch

Terra incognita

Eine Geschichte der Mongolei

Vornehmlich im 20. Jahrhundert hatten sich Wissenschaft und Politik mit sogenannt «offenen Fragen» zu beschäftigen. Viele rührten von unklaren, bewusst vagen Formulierungen in völkerrechtlichen Verträgen her, einige entsprangen ungelösten Grenzkonflikten, und wieder andere waren auf unbewältigte Probleme im Zusammenhang mit Souveränität, Integrität und Unabhängigkeit ganzer Völkerschaften zurückzuführen. Jahrzehntelang hielt die «deutsche Frage» die Welt in Atem, noch immer aktuell sind die «Balkan»- und die «Palästinafrage», und in einigen Jahren wird vielleicht auch die «mongolische Frage» wieder diskutiert werden müssen. Ein solches Erwachen, das der Mongolen-Experte Udo B. Barkmann in seinem Buch mit dem Hinweis darauf, dass die heutige Mongolei als klassischer Pufferstaat zwischen China und Russland seit 1946 (auch von China) völkerrechtlich anerkannt ist, allerdings eher ausschliesst, könnte dann eintreten, wenn im Zuge einer möglichen Schwächung der Zentralmacht in Peking panmongolisches Gedankengut, wie es im Laufe der wechselvollen Geschichte jenes hauptsächlich lamaistisch geprägten Gebietes immer wieder geträumt wurde, Auftrieb erhielte oder sich mongolische Stämme in den autonomen Republiken Russlands Tuwa und Burjatien plötzlich ihres gemeinsamen kulturellen und geistigen Erbes besännen.

Potentielle Konflikte resultieren auch aus der Tatsache, dass sich Mao während des chinesischen Bürgerkrieges nur ungern dem Druck Stalins gebeugt hatte, die Äussere Mongolei in die Unabhängigkeit zu entlassen, oder dass Sowjetrussland in den 1920er Jahren, als die Mongolei – eine typische Geburt des weltrevolutionären Klimas jener Zeit – zu einem beliebten Rückzugsgebiet für die Weissen wurde, Einigungstendenzen der Mongolen Beschränkungen in bolschewistischer Manier unterlegte. Westliche Beobachter täten gut daran, diese terra incognita eingehend zu studieren und sich eines Ausdrucks des amerikanischen Sinologen Owen Lattimores zu erinnern, der vor langer Zeit von der Mongolei als einem «leading state» sprach.

Obwohl Udo Barkmanns detaillierte historische Analyse den Gesetzen der Ereignisgeschichte gehorcht, verliert sie sich nicht in purem Zahlen- und Faktenfetischismus. Vielmehr bietet sie auch Politikwissenschaftern und Diplomaten anregende Gedankengänge und Einsichten, hauptsächlich im Bereich der sowjetischen Diplomatie und Verhandlungsführung. Ob deren Winkelzüge, das Hintertreiben und gegenseitige Ausspielen der jeweiligen Gesprächspartner, Relikte aus früheren Zeiten darstellen, bleibt dem Urteil des Spezialisten überlassen. Jedenfalls ist man klug beraten zu bedenken, dass das, was in Europa der Vergangenheit angehört, andernorts Zukunft bedeuten kann.

Matthias Messmer

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 26.04.2000
Matthias Messmer weist zunächst darauf hin, wie wichtig es seiner Ansicht nach ist, sich frühzeitig mit der "mongolischen Frage" zu beschäftigen. Denn ähnlich wie auf dem Balkan oder in Palästina müsse man unter Umständen in Zukunft auch bei mongolischen Stämmen damit rechnen, dass sich diese "plötzlich ihres gemeinsamen kulturellen und geistigen Erbes besännen". Konfliktpotential jedenfalls sei – nicht nur aufgrund der Pufferstaat-Funktion zwischen China und Russland – in hohem Maße gegeben. An Barkmanns Buch lobt Messmer einerseits die "detaillierte historische Analyse", andererseits verliere er sich nie in "purem Zahlen- und Faktenfetischismus". Vor allem jedoch biete er Denkanstösse und Einblicke in – besonders die sowjetischen – Verhandlungsstrategien.

© Perlentaucher Medien GmbH

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Russische Politik in der Äußeren Mongolei, 18. Mai 2002
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der Mongolei oder Die 'Mongolische Frage' (Gebundene Ausgabe)
Udo Barkmanns thematische Behandlung der mongolischen Frage steckt auch dem mit der Thematik Unvertrauten einen historischen Rahmen ab, der dem Leser die Einordnung in den geschichtlichen Prozess ermöglichen sollte. Nichtsdestoweniger ist der gegebene Einstieg recht kurz gehalten und neigt dazu, eher die fürdahin ebenfalls wesentlichen Interessen der mandschurischen Herrscher darzustellen. Insofern auch die inneren Zustände nur bei der Veränderung der Innenpolitik Erwähnung finden, ist die vorangehende Lektüre einer Gesamtdarstellung doch sinnvoll.
Barkmanns Augenmerk liegt auf der Außenpolitik und den damit einhergehenden Vertragswerken. Dabei erfährt das Verhältnis zwischen einer in seinen Mitteln doch sehr variablen russischen Mongoleipolitik einerseits und der Stellung der hervorragender mongolischer Politiker andererseits besondere Beleuchtung, zumal ja Chinas Politik große Konstanz aufwies. Den Interessen Japans erfahren genügende Erwähnung innerhalb des Umstandes, dass sich Barkmanns Interesse nur insofern auf die Innere Mongolei richtet, als deren Aktionen für die Politik der Äußeren Mongolei relevant sind. Die Darstellung der Außenpolitik wird in gelungener Weise durch Auszüge aus Verträgen oder sogar die ganzen (übersetzten) Verträge im Anhang ergänzt, deren Feinheiten sowohl durch Erläuterung als auch einen individuell vorgenommenen Vergleich verständlich werden. Formal hindert hierbei allerdings das viel zu knapp gehaltene Sachregister, dass ein Nachschlagen ungemein erschwert.
Trotz des Titels liegt in Barkmanns Buch durchaus keine Geschichte des mongolischen Volkes, sondern vielmehr eine Geschichte der mit der Mongolei gemachten Außenpolitik vor. Widerstand und Eigeninitiative mongolischer Politiker sind weitgehend der einzige Fingerzeig auf die Einstellungen des Volkes selber. Ein Beispiel: Barkmann berichtet über die Einnahme von Kjachta (19.3.1921), bei der die Mongolische Volksarmee mit 400 Mann 2000 Chinesen in die Flucht schlug. Er begründet das durch die chinesische Demotivierung und die den Chinesen bekannte Nähe feindlich gesonnener russischer Verbände sowie auch die technische Hilfe seitens der Roten Armee. Das Resultat bestehe darin, dass die bis dahin lediglich von den Bolscheviki geförderte Mongolische Volkspartei Prestigegewinne bei der Bevölkerung zu verzeichnen vermochte. Veronika Veit legt bei der Schilderung desselben Ereignisses besonderen Wert auf die integrierende Wirkung des Erfolges, der erst vermittels der Integration mongolischer Partisanen zu dieser Volksarmee ermöglicht wurde und den sie in seiner innenpolitischen Bedeutung erfasst, indem sie ihn aus historischer Perspektive heraus erläuternd darstellt.
Zusammenfassend ist Barkmanns "Geschichte der Mongolei" meiner Ansicht nach eine Lektüre, die zur Verständnis der mongolischen Außenpolitik zwischen dem ausgehenden 19. Jahrhundert und 1949 schwer zu entbehren ist. Einzelne Schwächen werden durch die anschauliche Erläuterung dessen, was im recht spezifischen Rahmen des Buches liegt, überkompensiert. Jedem, der sich für ein weiteres Eindringen in die mongolische, russische, chinesische oder japanische Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weitergehend interessiert, ist dieses Buch hinsichtlich der Umsetzung russicher Interessen in der Mongolei und den daraus folgenden weitreichenden Konsequenzen zu empfehlen.
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