Textlich ist an dem Buch wenig auszusetzen. Die Autoren verstehen es ausgezeichnet, Epochen, Stilentwicklungen und die Besonderheiten einzelner bedeutender Maler in wenigen Worten auf den Punkt zu bringen. So lernt der Leser wie nebenbei, Gemälde mit dem besonderen Auge des Kunstkenners zu sehen, was ihm ein neues Erleben erschließt.
Das Buch enthält zahlreiche Gemälde-Abbildungen in relativ guter Qualität. Leider gilt dies nur für die von der Druckerei Uhl besorgte Ausgabe. Die Ausgabe des Druckhauses Locher (beide Ausgaben haben dieselbe ISBN) zeigt Abbildungen von miserabler farblicher Qualität: Tiefes Schwarz kommt kaum vor, satte Farben im Original, z.B. der Kleider in Pontormos "Heimsuchung Marias" mutieren zu Pastellfarben. Veroneses "Die Hochzeit zu Kana" wurde seitenverkehrt gedruckt. Wirklich ein Armutszeugnis für die Redaktion bzw. die Druckerei.
Unterscheiden kann man die gute und schlechte Ausgabe auf den ersten Blick durch etwas anderes Cover: Die gute Uhl-Ausgabe zeigt die Gemälde der Mona Lisa und Monroe seitenfüllend, die schlechte Ausgabe beschränkt sie auf die oberen zwei Drittel der Titelseite.