Bei Eliphas Lévis "Geschichte der Magie" handelt es sich um eine eher lose historisch geordnete Abhandlung diverser (Mysterien-)Kulte und Religionen in Theorie, Symbolik und Ritus. Insgesamt ist es fesselnd geschrieben, wenngleich man, um längere Passagen ohne ständiges Bemühen von Sekundäliteratur verstehen zu können, in der Kabbala erfahren sein sollte.
Eine "Schwachstelle" des Buches in der heutigen Rezeption dürfte die christliche Gesinnung Lévis darstellen, welche jedenfalls die moralische und dogmatische Einordnung bestimmter vorgestellter Traditionen und Charaktere für den modernen, durch bspw. Crowley geschulten Leser doch eher zweifelhaft erscheinen lässt - zumal auch Gnostizismus und kirchenfernerer Mystizismus abgelehnt werden.
In jedem Falle ein Standardwerk im Regal eines jeden Menschen, der sich kulturphilosophisch, psychologisch oder auch praktisch (!) mit der Magie auseinandersetzt.