Um es vorweg zu nehmen: Der Band aus der Reihe C.H. Beck Wissen bietet eine gute und fundierte, übersichtliche Einführung in die Geschichte Luxemburgs von der Steinzeit bis zur Gegenwart.
Dieser sehr weit gesteckte zeitliche Rahmen ist jedoch auch Anlass für eine kleinere Kritik: die am Beginn des Bandes stehenden Ausführungen von der Alt- zur Jungsteinzeit wirken etwas lieblos, so dass die Vermutung nahe liegt, dass sie nur der Vollständigkeit halber eingefügt wurden. Auch die nachfolgenden Kapitel über die Treverer und die folgenden mittelalterlichen Jahrhunderte wirken ein wenig steril, so dass man den Eindruck gewinnt, es handele sich nicht gerade um die Lieblingsepochen des Autors. Dieses Manko erklärt sich nur zum Teil daraus, das es damals noch nichts spezifisch luxemburgisches in dem geographischen Gebiet des heutigen Großherzogtums gab.
Mit dem "Zeitalter der Luxemburger in Europa" steigert sich der Informationsgehalt und das Lesevergnügen spürbar, auch wenn Kaiser Sigismund, um nur ein Beispiel zu nennen, durchaus etwas mehr Platz hätte gewidmet werden dürfen.
Die Stärken des Buches liegen dann auch folgerichtig in den nachfolgenden Kapiteln, die sich mit dem späten Mittelalter und der Neuzeit befassen, insbesondere mit der Lage Luxemburgs zwischen französischer und deutscher Einflusssphäre. Gerade diese geographische Lage ist es, die Luxemburg politisch, wirtschaftlich und kulturell geprägt hat. Die Zugehörigkeit zur einen wie zur anderen Seite, aber auch die Emanzipationsprozesse von den großen Nachbarn werden gut nachvollziehbar beschrieben.
Die neueren Entwicklungen, wie etwa Globalisierung, Klimawandel und die Abhängigkeit von den Finanzmärkten, sind weltweite Phänomene, die zeigen, dass auch Luxemburg keine Insel der Glückseligen ist, auch wenn ein Blick auf das Entgelt- Niveau und die Anzahl der täglichen Pendler oder auch die dauerhaft in Luxemburg sesshaften Ausländer etwas anderes vermuten lassen.