- Gebundene Ausgabe: 511 Seiten
- Verlag: Fourier (1990)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3925037829
- ISBN-13: 978-3925037825
- Größe und/oder Gewicht: 22,4 x 16,4 x 5 cm
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Produktinformation
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»Hier sieht man offenbar, daß Hexen in der Welt; Da eines Träumers Kopf wohl tausend in sich hält!«
Webster
Der Hexenwahn ist uralt und aus dem Heiden- und Judentum auf die christlichen Völker übergegangen. Alle uns bekannten Völker des Judentums, auch diejenigen, denen der Teufelsglaube fremd war, glaubten an Hexerei, d. h. sie befanden sich in dem Wahne, daß es möglich sei, durch Flüche, Verwünschungen oder Zauberformeln usw. Menschen, Vieh und Früchten zu schaden und sie zu verderben.
Bei den Juden schlug der Teufelsglaube erst Wurzel, nachdem sie mit den Persern in Berührung gekommen waren; der Glaube an Hexerei und Zauberei dagegen findet sich bei ihnen viel früher.
Bei den Römern enthielt schon Roms ältestes Gesetzbuch, die zwölf Tafeln, Strafen für diejenigen, welche durch Zaubersprüche Menschen oder deren Feldfrüchte beschädigten.
Plinius berichtet (Buch 18, Kap. 8 seiner Historia naturalis:
"Ich kann mir nicht versagen, hier ein Beispiel aus dem Altertum anzuführen: C. Furius Cresinus, ein Freigelassener, wurde, weil er auf einem sehr kleinen Acker einen weit reicheren Ertrag gewann, als sein Nachbar auf größeren Äckern, von dem Neider stark verdächtigt, als ob er durch Zauberkünste fremde Früchte an sich ziehe.
Als ihm deshalb von Aedilis curulis Sp. Albinus ein Termin zur Verhandlung angesetzt wurde und er verurteilt zu werden fürchtete, trug er sein ganzes Ackergerät auf den Markt und brachte seine kräftigen und, wie Piso sagt, wohlgepflegten und wohlgekleideten Leute, seine gutgearbeiteten Eisengeräte, schwere Hacken und Pflugscharen und seine gutgefütterten Ochsen mit. Dann sprach er: »Hier, Quiriten, sind meine Zauberkünste, doch meine Nachtwachen, meine sauren Arbeiten und meinen Schweiß kann ich euch nicht zeigen oder auf das Forum bringen.« Hierauf wurde er einstimmig freigesprochen.
Ferner berichtet Plinius (in demselben Werk im 28. Buche Kap. 3 und 4): »Noch heute glaubt man, daß unsere Vestalinnen entlaufene Sklaven, falls sich dieselben noch nicht aus der Stadt entfernt haben, durch ein Gebet auf der Stelle festbannen können. Erkennt man dieses einmal an, so muß man auch zugeben, daß die Götter gewisse Gebete erhören und sich durch gewisse Gebete bewegen lassen.
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