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Geschichte der Freundschaft
 
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Geschichte der Freundschaft [Gebundene Ausgabe]

Michael Roes
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 314 Seiten
  • Verlag: Matthes & Seitz Berlin; Auflage: 1 (6. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3882215348
  • ISBN-13: 978-3882215342
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 495.601 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Michael Roes
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Ein unglaublich bitteres und wahres Buch darüber, wie Menschen mit allen Kräften versuchen, kulturelle Schranken zu überwinden. Und es doch nicht können« --Dina Netz, WDR 5 Literaturmagazin, 14.08.2010

»Roes- der seinen Protagonisten tagebuchartig in einer extrem verknappten, zugleich extrem verdichteten Sprache immer nah am konkreten Detail erzählen lässt- ermöglicht kenntnisreiche Einblicke in die algerische Kultur. Er skizziert deren archaische, durch und durch patriarchische Machtstruktur kompromisslos, doch voll Empathie. Die Art und Weise, in der Roes die Geschichte dieser Freundschaft durchgängig mit Exkursen in die Begriffsgeschichte der Freundschaft verschränkt, verleiht dem Roman besonderen Reiz. Philosophen wie Foucault und Bataille spielen dabei ebenso eine Rolle wie auch die westliche Popkultur oder die griechischen Mythen. Roes gestaltet in diesem Roman Freundschaft als einen gesellschaftskritischen Gegenentwurf jenseits der Machtbeziehungen von Gott und Religion, Familie und Staat. [...] Alle Themen, die das belletristische Werk Michael Roes prägen, sind in diesem Werk vereint: das Sohnesopfer und die Archaik des Fremden, die Auseinandersetzung mit dem Blick des Anderen und dem eigenen Blick.« --Claudia Kramatschek, Deutschlandradio, 18.08.2010

»Roes legt patriarchale Strukturen offen und zeigt die Schwierigkeiten, diese Strukturen inklusive des Gewaltzyklus zu durchbrechen. Das Ganze beschreibt er nicht anklagend, sondern emphatisch und mit hoher Intensität. Dazwischen hat er noch Essays zum Thema Freundschaft eingearbeitet, die für sich oder den Roman kommentierend gelesen werden können. [...] Die Abschnitte lesen sich so verständlich und einprägsam wie die Geschichte der beiden Männer und regen zum Nachdenken an. „Geschichte einer Freundschaft“ ist ein mitfühlender, intelligenter und persönlicher Roman, der die Auseinandersetzung mit dem eigenen und dem Blick der anderen fördert. Michael Roes brilliert als poetischer Ethnograf und vereint seine Lebensthemen im Entwurf der Freundschaft als sozialem Verhältnis.« --Laura Méritt, Siegessäule, September 2010

»Schöne, wechselvolle und spannende Geschichte und ein sehr lohnendes Algerienporträt. Breit empfohlen.« --Arne Rauscher, EKZ, Oktober 2010

»was in der Praxis scheitert, wird hier als Utopie zumindest im Moment des Denkens möglich: die Freundschaft als ein Ort jenseits der gesellschaftlichen Machtbeziehungen. Den Zweifel aber über die Lebbarkeit der Utopie auf solch poetische wie erkenntnisreiche Weise zu formulieren ist die große, vielleicht die größte Geste dieses so klugen wie erfahrungsgesättigten Romans.« --Claudia Kramatschek, Deutschlandradio, 27. Oktober 2010

»Bis zuletzt wird diese utopische Stimme...der Erzählung vom Scheitern der deutsch-algerischen Liebe gegenübergestellt. Das ergibt einen aufwühlenden Kontrast von hohem Pathos in den Freundschaftspassagen und erbarmungsloser Drastik vor allem in der Schilderung des Berliners Alltags.« --Manfred Koch, Neue Zürcher Zeitung, 12. Oktober 2010

»Eigentliches Thema des Buchs ist (...) ist Freundschaft als eine ideale Lebensform, in Anlehnung an Michel Foucaults Schriften wie „Von der Freundschaft als Lebensweise“. Den hohen Idealen, die zwischendurch immer wieder durch Zitate und Aphorismen von Aristoteles bis Adorno bekundet werden, wird der reale schäbige Berliner Alltag einfühlsam gegenübergestellt. Michael Roes lässt seinen Icherzähler Matthias sachlich, knapp und ein wenig distanziert berichten: darüber, dass es auch beim besten Willen manchmal nicht gelingt, kulturelle Schranken zu überwinden.« --Medienspiegel der Deutsch-Maghrebinische Gesellschaft, November 2010

»Der Erzähler ist ein kluger, komplizierter Typ, der nicht durchgehend sympathisch ist – am Ende glaubt man ihm aber alles. Die Titelgebende „Geschichte der Freundschaft“ wird auch theoretisch aufgearbeitet, in vorangestellten Zitaten aus antiken Quellen, philosophischen Schriften oder etwa Batman-Comics.« --GW, Stadtblatt, Dezember 2010

»Es gibt verschiedene Arten über die Suche nach Freundschaft zu schreiben. Diese ist eine erstaunlich beeindruckende Hommage an die Freundschaft. Einfach ein klasse Buch.« --Soraya Levin, Lipola.de, 5. Dezember 2010

»Schließlich wird der junge Mann eine deutsche Freundin finden und einen Sohn zeugen, doch scheitert die Freundschaft mit dem Homosexuellen Mathias nicht allein an einer unterschiedlichen Auffassung von Eros, nicht nur an einem in Küche und Schlafzimmer verlegten ›Kampf der Kulturen‹, sondern an der Gesamtheit unterschiedlicher Wahrnehmungen. Das ist so fein, ja beinahe zärtlich beobachtet, dabei so skrupulös gegenüber dem eigenen Blick und dessen Normsetzung, dass man hier immer wieder an die besten Romane James Baldwins denken muss, das Ineinander aus homo-, hetero- und bisexuellen Begehren in einem Spannungsfeld aus linker, liberaler, afroamerikanischer oder jüdischer Identitätsfindung.« --Marko Martin, Kommune, März 2011

»Schließlich wird der junge Mann eine deutsche Freundin finden und einen Sohn zeugen, doch scheitert die Freundschaft mit dem Homosexuellen Mathias nicht allein an einer unterschiedlichen Auffassung von Eros, nicht nur an einem in Küche und Schlafzimmer verlegten ›Kampf der Kulturen‹, sondern an der Gesamtheit unterschiedlicher Wahrnehmungen. Das ist so fein, ja beinahe zärtlich beobachtet, dabei so skrupulös gegenüber dem eigenen Blick und dessen Normsetzung, dass man hier immer wieder an die besten Romane James Baldwins denken muss, das Ineinander aus homo-, hetero- und bisexuellen Begehren in einem Spannungsfeld aus linker, liberaler, afroamerikanischer oder jüdischer Identitätsfindung.« --Marko Martin, Kommune, Juni/Juli 2011

»Michael Roes schreibt über die Begegnung zweier unterschiedlicher Menschen, deren Prüfstein die Freundschaft ist. Inmitten der Gewalt Algeriens und Ehrenmorden macht sich der Freund auf die Suche nach dem Freund. Inmitten dieser anderen Welt verliert der Freund seinen Freund. Roes gelingt es, diese andere Welt zweifach darzustellen. Die eine Welt ist das archaische Algerien, in dem wie in einer Stafette der Stab der Gewalt, Unterdrückung und Homophobie vom Vater an den Sohn weitergegeben wird. Die andere Welt ist das Leben im Exil in Berlin, wo der Fremde schutzlos dem schnellen Takt ausgeliefert ist und mit einer Freiheit konfrontiert wird, mit der er nichts anzufangen weiß. Für die Freunde ist es ein Kampf, der zum Nahkampf wird, der ihre Zerbrechlichkeit freilegt, jeder Fehltritt eine Erschütterung der Freundschaft. Eine Freundschaft die dennoch nicht zum erliegen kommt.« --Am Erker, Juni 2011

Kurzbeschreibung

Mit betörender Sprache schildert Michael Roes einfühlsam die unglückliche Freundschaftsgeschichte zweier unterschiedlicher Männer, die zwischen Alters-, Mentalitäts- und Kulturunterschieden zerrieben wird. An welchem Punkt geht Freundschaft in Abhängigkeit, ab wann geht sie in Liebe über?Inmitten politischer Unruhen lernt Matthias, ein deutscher Urlauber, in Algerien den jungen Kabilen Yanis kennen. Im Laufe seines Aufenthalts freunden sie sich an, bis Yanis kurz vor Matthias Abreise bei einer politischen Demonstration verschwindet. Zurück in Deutschland, versucht Matthias ihn ausfindig zu machen als das nicht gelingt, reist er erneut nach Algerien. Nach einer abenteuerlichen Reise durch die Wüste spürt er ihn auf, doch die einzige Möglichkeit, Yanis zu schützen, sieht er darin, ihn nach Deutschland zu bringen. In Deutschland angekommen werden sie mit einer anderen Realität konfrontiert, vor deren Hintergrund ungeahnte Konflikte aufbrechen.

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Freundschaft und Liebe 6. September 2010
Von ----
Format:Gebundene Ausgabe
Nachdem schon die letzten Romane von Michael Roes (»Der Weg nach Timimoun«, »Die Fünf Farben Schwarz«, beide sind leider bei Weitem nicht so aufgenommen worden, wie es ihnen zusteht) immer besser wurden, hat er nun mit »Geschichte der Freundschaft« noch einmal einen draufgelegt.

Schon das Äußere des Buches ist in seiner schimmernden Nebligkeit sehr ansprechend, und dann geht es gleich mit einem kleinen Abschnitt über Foucault los. Das sollte den Foucault-unkundigen Leser aber auf keinen Fall abschrecken, denn was sich dann entwickelt, ist eine Freundschafts-/Liebesgeschichte, wie ich sie so berührend, klug und wahrhaftig noch nicht gelesen habe. Roes erzählt von Matthias, einem deutschen Chirurgen, der sich in Algerien Yanis, einem jungen Kabylen, annähert. Stets bleibt ein bisschen offen, wie nahe sich die beiden kommen - und nachdem Yanis in politische Probleme gerät, entschließt sich Matthias, ihn nach Deutschland zu holen. Dort klaffen die kulturellen Differenzen allerdings unübersehbar auseinander. Es beginnt eine problematische Beziehung, die scheitern muss.

In diese Geschichte flicht Michael Roes essayistische Sequenzen, die sich um das Konzept der Freundschaft drehen und den Resonanzraum des Erzählten erweitern, ergänzen, kommentieren und deuten. Dabei geht es um philosophische Modelle ebenso wie um Avatar oder Brokeback Mountain, um Blanchot, Bataille, Foucault oder die Bibel. Diese kurzen Abschnitte sind nie störend, sie stehen im Text und lassen sich auch ebenso leicht lesen, öffnen aber Assoziationen und Gedanken, die über die Geschichte hinausweisen.

Das alles ist in einer Sprache geschrieben, die gleichermaßen poetisch schwebend wie direkt und unmittelbar ist - es ist die große Kunst Michael Roes', das hinzubekommen. Jedenfalls gerät man in den Sog seiner Sprache und auch in den Sog der Freundschaft der beiden Männer. Bis wohin ist eine Freundschaft Freundschaft, ab wann wird sie zur Liebe? Und ist diese Unterscheidung überhaupt notwendig? Wie gehen wir mit kulturellen Differenzen um, die zwischen jeder interkulturellen Begegnung stehen? Die Fragen, die bei der Lektüre entstehen, gehen tief und sind heute wie immer aktuell.

Ein ungemein anregendes, berührendes Buch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
In dem hier vorliegenden Roman geht es um die Geschichte einer Freundschaft. Es handelt sich aber nicht um die Geschichte einer herkömmlichen Freundschaft, sondern es geht um die ganz handfeste Beziehung zwischen zwei Männern: einem deutschen Arzt, der sich auf die Beziehung zu einem exotischen und viel jüngere algerischen Studenten einlässt.

In assoziativer Weise und äußerst subtil beschreibt Michael Roes diese Freundschaft, die in Algerien beginnt und sich in Berlin fortsetzt.
Als Urlauber lernt der deutsche Arzt Dr. Kahn in Algerien Yanis kennen, einen gut aussehenden Jungen, von dem er erfährt, wie es in Familien mit patriarchalen Strukturen zugeht. Der Vater hat die Macht und übt die Gewalt aus, mit der er bestimmt, was geschieht und was zu unterlassen ist.

Der Tenor der Geschichte ist von poetischem Gewicht und zeigt das Land Algerien in seiner ganzen Naturschönheit und mit den immer wieder aufflammenden gesellschaftlichen Umbrüchen. Als Yanis nach politischen Unruhen verschwunden ist, begibt sich der Deutsche auf die Suche nach ihm. Kahn bekommt eine Ahnung von den Machtstrukturen, mit denen öffentliche Politik und Familienrestriktionen gehandhabt werden. Zurück nach Berlin hat er Yanis mit sich genommen. Jetzt erst bemerkt man, dass die unterschiedlichen Herkunftsmilieus nicht zusammen passen. Freundschaft oder Liebe sind die Grundfragen, denen sich Michael Roes widmet.

Mit Exkursen in die Geschichte der Mythologie, der Bibel und den Heldensagen umrahmt der Autor die Definition von "Freundschaft", die hier in ungewöhnlicher Weise abgehandelt wird.

Liebe und Freundschaft werden hier bedroht durch die unheilschwangeren Geflogenheiten der jeweils herrschenden Kulturen.
Die Geschichte stimmt nicht hoffnungsfroh, sondern man spürt die Angst und Bedrohung vor dem Verlust von Nähe und Geborgenheit. Es bleibt eine Irritation vor unfassbaren Gegensätzen, die nicht aufzufangen sind.
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