Der letzte Band der Ausgabe zur Geschichte Frankreichs ist der zweite Teil der Ausgabe "1958 bis zur Gegenwart".
Faktisch - und durch die Drucklegung der französischen Original-Ausgabe bedingt - endet sie mit dem Rücktritt Michel Rocards und der Ernennung Edith Cressons zum Premierminister 1991.
Der Autor, René Rémond, setzt sich im Vergleich zu den sechs vorherigen Bänden, die von seinen Kollegen bearbeitet wurden, sehr viel kritischer mit der Geschichte des eigenen Landes auseinander und stellt gerade im zehnten, dem letzten Kapitel des Buches, auf fast 50 Seiten zahlreiche Fragen, die sich mit dem Selbstverständnis der Franzosen, ihrer Kultur, ihrer Rolle in der internationalen Politik und auch Fragen der Gesellschaftsordnung, der Zuwanderung und dem Wohlstandsgefälle befassen. Es gelingt ihm damit, das an sich abrupt endende Buch, mit einem eher sanften aber kritischen Tenor abzuschließen, der den Leser nicht im Nichts stehen lässt, sondern eher anregt, Fragen zu stellen, die auch 20 Jahre nach Erscheinen des Buches immer noch Relevanz haben.
Untergliedert ist der Band in verschiedene Teile, so wie auch alle anderen Bände der Ausgabe, dazu in Kapitel und thematische Unterkapitel, so dass eine thematische Einordnung der Texte jederzeit klar erkennbar ist.
Abgeschlossen wird der Band mit einer 33-seitigen ausführlichen und thematisch geordneten Bibliographie ("die vor allem dem deutschen Leser als weiterführende Orientierung dienen soll"!), außerdem einem 16-seitigen Personenverzeichnis, das sich auf den gesamten 6. Band (Teil I und II) bezieht. Es folgt ein umfassendes Abkürzungsverzeichnis, das allerdings dadurch überrascht, dass nicht alle im Buch verwendeten Abkürzungen aufgeführt sind.
Insgesamt ein gut lesbares Werk, das sich nahtlos an den ersten Teil von Band sechs anschließt und, wie erwähnt, gerade mit seinem letzten Kapitel zum Nachdenken über den aktuellen Zustand der französischen Gesellschaft - aus Sicht von 1991 - anregt.