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Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart
 
 
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Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart [Broschiert]

Tony Judt , Matthias Fienbork , Hainer Kober
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 1024 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: Nachdruck. (5. Mai 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596180317
  • ISBN-13: 978-3596180318
  • Originaltitel: Postwar. A History of Europe since 1945
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 124.177 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Tony Judt
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der in New York lehrende britische Historiker Tony Judt hat mit Europa. Die Geschichte eines Kontinents von 1945 bis zur Gegenwart ein umfassendes, in der Summe überzeugendes Kompendium der Nachkriegsgeschichte vorgelegt. Dessen über weite Strecken virtuoser Erzählfluss wird geringfügig nur durch jene ein wenig ermüdenden Kapitel gestört, die den südeuropäischen sowie den skandinavischen Ländern gewidmet sind. Diese Passagen wirken hier und da ein bisschen so, als seien sie nur um der angestrebten Vollständigkeit halber gleichsam „abgearbeitet“ worden. Von dieser kleinen Einschränkung abgesehen erweist sich die Lektüre des mit rund 1000 Seiten alles andere als schmalen Bandes als überraschend kurzweilig, was für Bücher dieses Genres alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist!

Überzeugend gelingt es dem Autor, die beiden Stränge der ost- und westeuropäischen Nachkriegsgeschichte aufeinander zulaufen zu lassen. Mit Verve zeichnet er das sich immer deutlicher konturierende, vom amerikanischen sich deutlich unterscheidende „europäische Gesellschaftsmodell“, als dessen Säulen er eine gewachsene Tradition des Sozialstaats und der Menschenrechtsidee identifiziert, die in der gemeinsamen Erfahrung des genauen Gegenteils ihre vielleicht wichtigste Quelle hat. Das dem Buch als Epilog angefügte Essay „Auszeichnungen aus einem Totenhaus“ diskutiert das Erinnern an die nicht nur deutsche, sondern europäische Schuld am Holocaust und die Lehren, die Europa als gemeinschaftliches Projekt daraus gezogen hat. --Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

Ian Kershaw schrieb über dieses Buch: "Wirklich großartig - eine echte Errungenschaft. Man kann sich kaum vorstellen, wie eine bessere - und lesbare - Geschichte vom Aufstieg des heutigen Europa aus der Asche von 1945 hätte geschrieben werden können. Ich kenne kein anderes Werk über die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, das überhaupt nur in seine Nähe kommt. Kurz und gut: ein echtes Meisterwerk."

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
sehr lesenswert 9. September 2007
Von Tom Kadi VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Judt hat tatsächlich eine Geschichte Europas und nicht der europäischen Länder geschrieben, wobei er sich bemüht, die hinter den historischen Ereignissen, den Vertragsabschlüssen, Aufständen und Debatten liegende Dynamik herauszuarbeiten. So entwickelt er in den Anfangskapiteln seine These, dass Westdeutschland nach 1945 militärpolitisch und wirtschaftlich gebraucht wurde und darin die Ursache für die Westintegration lag. In dieser Zeit spielte Frankreich eine zentrale Rolle im europäischen Einigungsprozess, stieß in eine Lücke, die England aufgrund seiner reservierten Haltung offen ließ. Wie die EG heute aussehen würde, wenn England, der moralische Sieger des zweiten Weltkrieges, sich zunächst nicht so herausgehalten hätte, bleibt eine spannende Frage.

Eine der furchtbarsten Perversitäten im Bewusstsein des Menschen dieses Kontinents - der Antisemitismus, klingt wie ein Kontrapunkt in jedem Kapitel mit. Zutreffend weist der Verfasser darauf hin, dass trotz der nahezu vollständigen Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten das Ressentiment weiterging - im stalinistischen, poststalinistischen und nachsozialistischen Osteuropa wie auch in den westlichen Demokratien. So endet das Buch auch mit einem Erinnerungen aus dem Totenhaus" überschriebenen Epilog, der sich damit auseinandersetzt, wie unterschiedlich aber zugleich auch ähnlich die Deutschen mit ihrer Schuld, die Franzosen, Niederländer, Polen, Italiener, Oesterreicher oder Balten mit ihrer Mitschuld an den Deportationen und Lagern im Laufe der vergangenen fünfzig Jahre umgingen.

Judt schreibt eine Geschichte des ganzen Europas, d.h. er er schildert nicht nur die zunächst westeuropäische Einigung sondern gibt auch der Entwicklung hinter dem eisernen Vorhang den notwendigen breiten Raum, wobei er die graue und grausame Wirklichkeit der realsozialistischen Länder Osteuropas schonungslos darstellt.

Die Revolte von 1968 stößt bei ihm die auf allzu große Sympathien. Hier wird er in einigen Details ungerecht. Im späteren Verlauf verliert das Werk etwas an analytischer Schärfe. So ist die Darstellung des Jugoslawien-Bürgerkriegs deutlich deskriptiver als die Anfangskapitel. Auch der Schlussteil, der das Europa des 21. Jahrhunderts behandelt trägt - wenn auch brillante - essayistische Züge.

Alles in allem aber ein ungemein lesenswertes Buch - wie fast immer bei angelsächsischen Historikern wird Geschichte packend erzählt. Kleine Anekdoten am Rande machen die Lektüre immer wieder durchaus amüsant - etwa wenn Judt darauf hinweist, dass die drei führenden Politiker, die 1951 die europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl gründeten aus einer Randregion ihres Landes kamen: der Italiener de Gaspari aus dem Trentino, das zu Österreich- Ungarn gehörte, der Franzose Schumann aus Lothringen, das Teil des Deutschen Reiches war, und Adenauer aus dem in den 20er Jahren von den Franzosen besetzten Rheinland. Bei ihren Treffen sprachen sie miteinander deutsch.
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Uwe Braun
Format:Gebundene Ausgabe
Wir leben im 21. Jahrhundert und es ist nicht mehr Nachkriegszeit. Wir leben in einer neuen Zeit, die leider den Optimismus der frühen 90-Jahre verloren hat. Es ist aber die Zeit, die Nachkriegsjahrzehnte und ihre Geschichte in neuem Licht zu sehen. Die Zeit ist reif für neue Blickwinkel und genau das ist es was Tony Judt uns bietet. Ein voluminöses Werk über Europa von 1945 bis Heute. Die Jahre des eisernen Vorhangs waren eine absolute Trennung der beiden Teile des Kontinents und Geschichte hat sich nicht parallel entwickelt, aber Tony Judt zeigt auf, dass wir in einem gemeinsamen Haus leben. Selbst wenn es fast 100 Jahre dauert, wie im Falle Russlands, führen uns die Handlungsstränge unsere Geschichte immer wieder zusammen.

In klarer Sprache führt uns Tony Judt durch die letzten 60 Jahre europäischer Geschichte, aber das komplexe Thema erlaubt leider nicht immer umfassende Erläuterungen von Entwicklungen. Doch darin liegt auch die Stärke dieses Werkes, uns geordnet und zielstrebig durch diese Jahre zu führen. Man möchte bei manchen Themen länger verweilen und überlegt bspw. warum man nicht direkt ein Buch über den Aufstand in Ungarn liest, aber man legt das Werk nicht zur Seite.

Zum Schluss des Buches möchte man sich zurücklehnen und in Erinnerung nochmals die Jahre des Aufbruchs, der Wiedervereinigung und Wiedererstehen des alten Europas geniessen. Aber Tony Judt lässt uns nicht ausruhen und zeigt sehr konsequent auf, dass Europa sich nur wirklich finden kann, wenn es sich mit seinem Holocaust-Erbe auseinandersetzt. Der Holocaust als verbindendes Element, sofern sich jedes Volk und jede Gesellschaft Europas seiner Schuld- und Beteiligung an diesem Geschehen stellt.

Ein Werk voller Fakten und neuer Ansichten, sehr zu empfehlen. Wer Europa etwas persönlicher erlesen will. Dem kann ich Geert Maks Buch "Europa" empfehlen. Maks Buch ergänzt sich sehr gut zu Tony Judt und zeigt auch die Anfänge der Katastrophe im europäischen Haus.

Wenn man Europa besser verstehen will gibt es wohl zur Zeit keine besseren und aktuelleren Werke.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eindrucksvoll 24. August 2007
Von G. Singer
Format:Gebundene Ausgabe
Tony Judts "Geschichte Europas" ist das, was man einen fetten Wälzer nennt. Zum ersten Mal hat hier jemand versucht, die jüngste Vergangenheit des ganzen Kontinents - und nicht einzelner Nationalstaaten - nachzuzeichnen, hat Fakten über Fakten zusammengetragen und sie miteinander in Beziehung gesetzt. Lobenswert ist, dass der Autor dabei gerade auch den Osten Europas in den Blick nimmt, der in westeuropäischer Perspektive meist zu kurz kommt. Trotz seines enormen Informationsgehaltes liest sich das Buch gut, was an der sachlichen und gekonnten Schreibweise liegt. Auch die Übersetzung ist geglückt. Einziges Manko sind fehlende Zwischenüberschriften oder Hervorhebungen, denn die Kapitel sind lang.
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