Der französische Historiker Jacques Le Goff legt mit seinem Band "Die Geschichte Europas" eine tolle, kindgerechte Fassung der europäischen Geschichte vor. Angereichert mit Bildern von Charley Case ist das Buch wirklich sehr nett gemacht. Der Schwerpunkt liegt auf dem Erzählen der Geschichte Europas. Ganz zu Beginn schildert er anschaulich die Grenzen Europas beziehungsweise, daß Europa gerade im Osten keine feste Grenze besitzt, daß es also keinen Staat Europa gibt, daß es aber ein Gebilde von Gemeinsamkeiten gibt. Darauf hebt der Autor sowieso ganz entscheidend ab: auf die Gemeinsamkeiten zwischen den Staaten und die lange Tradition. Dabei zeigt er aber durchaus auch schwarze Flecken in der Geschichte Europas auf: die Unterdrückung der indianischen Urbevölkerung in Amerika, das Kolonialwesen, die Kriege. Er scheut sich nicht, die grauenhafte erste Hälfte des 20. Jahrhunderts darzustellen. Aber das alles dient immer dem einen Zweck: den Kindern und Jugendlichen klarzumachen, wie wichtig ein einiges Europa ist. Denn seine Geschichte bietet auch einen positiven Ansatz, nämlich die vielfältigen technologischen Errungenschaften und dem Fortschritt der Wissenschaften, aber auch die Einigung Europas nach all dem Leid. Er will den Kindern dieses Europa anempfehlen und sie lehren, Europäer zu werden. Vielen Dank für diesen Einsatz, M. Le Goff! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)