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Die Geschichte Europas (Gulliver)
 
 
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Die Geschichte Europas (Gulliver) [Taschenbuch]

Jacques LeGoff , Charley Case , Tobias Scheffel
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 104 Seiten
  • Verlag: Beltz; Auflage: Lizenzausgabe (1. Oktober 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3407755015
  • ISBN-13: 978-3407755018
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 18,7 x 12,8 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 862.434 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Jacques Le Goff
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Ein Plädoyer für Europa

Essay von Jacques le Goff für Jugendliche

Das Wort Europa ist heute in aller Munde; doch wissen die Jugendlichen eigentlich, was sich hinter diesem Begriff verbirgt? Können sie sich mit «Europa» identifizieren, wie es den europäischen Ur- und Gründungsvätern vorschwebte? Verschlingen die jungen Menschen nicht lieber die neuesten musikalischen und kulturellen Trends aus den USA, geben sich den religiösen Bewegungen aus Asien hin oder träumen von der unendlichen Weite Australiens? Jacques le Goff, einer der renommiertesten Historiker der Gegenwart, hat den überaus mutigen Versuch unternommen, den jungen Leserinnen und Lesern die faszinierende Geschichte Europas zu erzählen, sie für diesen Kontinent zu begeistern und, vor allem, sie von ihm zu überzeugen.

Der französische Gelehrte unternimmt zunächst eine Reise durch den Kontinent und veranschaulicht, wie Europa aus der Auseinandersetzung des Menschen mit Bergen, Flüssen und Meeren, mit anderen Sprachen, Kulturen und Religionen entstanden ist. Plötzlich verschmelzen die Distanzen zwischen Atlantikküste und Ural, Nordkap und Sizilien zu einem, zum europäischen Raum. Nach dieser rasanten strukturgeschichtlichen Einführung folgt ein Streifzug im Schnellzugtempo – rund 2500 Jahre Geschichte auf 100 Seiten – durch Ereignisse und Umbrüche, die Europa zu dem gemacht haben, was es heute ist. Le Goffs atemberaubender Überblick, der mit 50 farbigen Illustrationen von Charley Case bereichert wird, beginnt bei den Griechen. Er schildert Entstehung und Verbreitung des Christentums, Völkerwanderung, Raubzüge, Eroberungen und die Bildung der europäischen Nationen. Dazwischen streut der Autor geschickt Aperçus zu Lebensgewohnheiten und Gebräuchen.

Le Goff kann und will in seiner spannend erzählten Geschichte nicht verbergen, dass er überzeugter Europäer (und ebenso überzeugter Franzose) ist. Die Zeitalter des Humanismus, der Aufklärung und der Romantik werden geradezu als Apotheosen der Weltkultur verherrlicht. Dem fruchtbaren Austausch Europas mit anderen Kulturen, namentlich im Mittelalter mit Arabern und Juden, billigt le Goff allerdings nur wenig Raum zu; dabei wäre für Jugendliche ein solcher Hinweis angesichts der heute emotional geführten Diskussionen über Ausländerfragen und Migration von grossem Nutzen. Der Autor schildert trotz seiner Passion für Europa nicht ein nur einseitiges, beschönigendes Bild vom gemeinsamen europäischen Kulturerbe. Unter dem Kapitel «Europa zerfleischt sich selbst» erinnert er an die beiden schrecklichen Weltkriege in Europa, an die Millionen von Toten und an das Auseinanderfallen der Traditionen.

Aus diesen Katastrophen gelte es nun zu lernen. Le Goffs Botschaft ist unmissverständlich: «Die Europäer wollen Frieden.» Für den Historiker gibt es mit Blick auf die Zukunft nur eine Option. Die uneinigen Staaten müssen ein grosses, vereintes Europa bilden. Dieses sollte mit einer Stimme sprechen und den allgemeinen Wunsch nach Wohlstand, Gerechtigkeit und Zivilisation bei sich und durch friedliche Verbreitung in der ganzen Welt umsetzen. Gelingen könne dies nur, wenn in Europa nicht allein die Wirtschaft, das Geld und die materiellen Interessen herrschten. Wichtigster Trumpf ist für den Franzosen die Kultur. Anstatt überflutet – sprich: «amerikanisiert» und «japanisiert» – zu werden, plädiert le Goff für ein Zurück zu den Wurzeln, zu den Griechen und Römern, zum Christentum, Humanismus, Barock und zur Aufklärung. Denn Gutes könne nur tun, wer sich erinnere. Und ohne Erinnerung kein Europa.

Pascal Ihle -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Le Goff erzählt eher Geschichten aus der Geschichte Europas. Und das tut er sehr spannend und interessant." floh

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Echt toll 26. Juli 1999
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Der französische Historiker Jacques Le Goff legt mit seinem Band "Die Geschichte Europas" eine tolle, kindgerechte Fassung der europäischen Geschichte vor. Angereichert mit Bildern von Charley Case ist das Buch wirklich sehr nett gemacht. Der Schwerpunkt liegt auf dem Erzählen der Geschichte Europas. Ganz zu Beginn schildert er anschaulich die Grenzen Europas beziehungsweise, daß Europa gerade im Osten keine feste Grenze besitzt, daß es also keinen Staat Europa gibt, daß es aber ein Gebilde von Gemeinsamkeiten gibt. Darauf hebt der Autor sowieso ganz entscheidend ab: auf die Gemeinsamkeiten zwischen den Staaten und die lange Tradition. Dabei zeigt er aber durchaus auch schwarze Flecken in der Geschichte Europas auf: die Unterdrückung der indianischen Urbevölkerung in Amerika, das Kolonialwesen, die Kriege. Er scheut sich nicht, die grauenhafte erste Hälfte des 20. Jahrhunderts darzustellen. Aber das alles dient immer dem einen Zweck: den Kindern und Jugendlichen klarzumachen, wie wichtig ein einiges Europa ist. Denn seine Geschichte bietet auch einen positiven Ansatz, nämlich die vielfältigen technologischen Errungenschaften und dem Fortschritt der Wissenschaften, aber auch die Einigung Europas nach all dem Leid. Er will den Kindern dieses Europa anempfehlen und sie lehren, Europäer zu werden. Vielen Dank für diesen Einsatz, M. Le Goff! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Am jungen Leser vorbei! 10. August 2008
Von Relajando
Format:Gebundene Ausgabe
Jacques Le Goff erzählt die Geschichte Europas

Wenn ich es recht verstanden habe, dann ist es LeGoffs Bestreben, jungen Lesern den europäischen Gedanken näherzubringen. Falls das so sein sollte, dann gelingt ihm das nur sehr bedingt!
Es wird zwar schnell klar, dass LeGoff eindeutig Fachmann ist und er es vermag, die vielfältigen Wurzeln europäischer Identität auf relativ wenigen Seiten zusammenzufassen. Aber auch wenn die inhaltliche Auswahl und Komprimierung gelungen scheinen, so verliert er seine Zielgruppe leider viel zu oft aus den Augen. Am deutlichsten wird das, wenn man beim Lesen auf die Sprachwahl achtet. LeGoff benutzt reihenweise Begriffe, die jungen Lesern erklärt werden müssten, damit sie im Lesefluss und im Verstehen nicht behindert werden. Ich kann nicht ganz verstehen, dass eine "6. überarbeitete und aktualisierte Auflage" völlig auf kind- und jugendgerechte Sprache verzichtet. Hinzu kommt, dass LeGoff teilweise hervorragend gewählte Beispiele, die Anschaulichkeit herstellen könnten ohne unterstützendes Bildmaterial belässt und diese einfach, quasi am Wegesrand, liegen lässt. Dieser Kritikpunkt führt mich auch zum Ende meiner Rezension: wer ein Buch konzipiert, um Schülerinnen und Schüler für Europa, seine historischen Wurzeln und die Bedeutung des Europagedankens zu begeistern, dabei aber mit für Jugendliche derart nutzlosen, gar verwirrenden Illustrationen arbeitet, der sollte sich für die "7. völlig neubearbeitete und neu bebilderte" Ausgabe DRINGEND besseren Rat einholen als den vom Campus Verlag (oder wer auch immer Charley Case beauftragt hat)!

Insgesamt also sehr schade, dass LeGoffs sehr unterstützenswerte pro-europäische Haltung durch dieses Buch leider nur mangelhaft transportiert wird.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Viel Lärm um nicchts 19. Januar 2006
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ein schöner Titel und eine sehr schöne Titelillustration -und das war's auch schon im wesentlichen. Das Buch bleibt innhaltlich flach und bejubelt vor allem einen europäischen Geist, der angeblich die Schandtaten der Vergangenheit überwunden hat. Man hat den Eindruck, ein ellenlanges Vorwort zu lesen, bis man auf der letzten Seite bemerkt, dass das Buch zu Ende ist - wenn man so lange durchgehalten hat.
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