Das Buch ist eine gute Zusammenfassung der englischen Geschichte bis zum 15. Jahrhundert. Auf 235 Seiten wird diese Periode ausführlich, aber ohne zuviel ins Detail zu gehen, dargestellt. Um einen schnellen Einblick in Englands Anfänge zu bekommen ist Kriegers Werk bestens geeignet. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und somit auch für Laien geeignet.
Die historische Entwicklung Englands ist geprägt durch seine Insellage, sowie den geographischen Begebenheiten des Landes. Die Gebirgsketten in Wales und Schottland dienen so immer wieder als Rückzugsgebiet von unterworfenen Volksgruppen. Nach Bronze- und Eisenzeit bildeten keltische Stämme kleine Königtümer. Die Römer, vor allem unter dem Impuls des Kaisers Claudius, konnten den Grossteil der Insle erobern, wobei man aber die Teilfürstentümer als Verwaltungseinheiten bestehen liess. Roms Zusammenbruch führte zur Aufgabe Britanniens.
Zwischen 400 und 800 folgte dann die angelsächsische Landnahme. Hier bildeten sich aus kleieneren Herrschaften grössere politische Einheiten, wo sich dann 7 Teilreiche durchsetzten. Dominant sind die 3 Reiche Nordhumbrien, Wessex und Mercien. Vom 8. bis zum 9. Jahrhundert kommt es zu den Wikingereinfällen. Die Wikinger fassen nach anfänglichen Raubzügen später Fuss. Wegen fehlender staatlicher Strukturen setzen sich die stärksten Fürsten durch. So kommt es immer wieder zu Machtwechseln. Nach Alfred dem Grossen, welcher die Wikinger unterworfen hatte, gelangt mit Knut ein Däne zum englische Thron. Letzterem gelingt es Angelsachsen und Skandinavier in einem gemeinsamen Staat zu integrieren. Die Angelsachsen können später wiederum die Königsmacht ergreifen.
Das unstabile Königtum führt dazu, dass 1066 der Normannenherzog Wilhelm England erobern kann. Nun folgt die Periode in welcher Englands Geschichte für Jahrhunderte mit der französischen verflochten wird. Wechselndes Kriegsglück, sowie der Wechsel von fähigen zu unfähigen Herrschen führen dazu dass England zeitweilig einen Grossteil Frankreichs beherrscht, diese Territorien aber auch wiederum schnell verliert. Innenpolitisch kommt es zur Reorganisation, sowohl von Heerwesen, Gerichtsbarkeit und Verwaltung. Dieser Prozess verläuft parallel mit Konfrontationen mit dem einheimischen Adel und den anderen Volksgruppen. Es kommt so immer wieder zu Machtverschiebungen.
Die englische Niederlage gegen Frankreich (Ende des 100jährigen Krieges), und damit sein Ausscheiden als Machtfaktor auf dem europäischen Festland führte dazu, dass das Land seine eigenen Turbulenzen überwinden kann und so den Weg vom feudalen zum modernen, nationalen Staat antreten konnte. Allerdings mussten noch der interne Bürgerkrieg, wo vor allem der Konflikt zwischen den 2 königlichen Linien Lancaster und York dominierte, überwunden werden.