Klein macht am Anfang darauf aufmerksam, dass er die Geschichte des Landes nicht chronologisch erzählt, sondern multiperspektivisch. Er weist darauf hin, dass es bei einem Land wie China, das sehr heterogen ist, schwierig ist, eine allgemein gültige Geschichte zu schreiben.
China wurde von den Briten belästigt, als diese immer wieder versuchten, Opium an China zu verkaufen und dabei nicht berücksichtigten, welch katastrophalen Effekt das Opium auf Menschen hat. Zuletzt verkauften die Briten das Opium illegal an China. Es kam 1839 sogar deswegen zum Krieg. Das sieht fast so aus, als ob Großbritannien China mit dem Opium schwächen und verblöden wollte, um es nachher umso leichter wirtschaftlich ausbeuten zu können. Das ist ziemlich verwerflich. Frankreich, Amerika und Preußen mischten mit und wollten mit China unbedingt Handel treiben. Dabei besetzten sie auch chinesische Gebiete, die ihnen eigentlich gar nicht gehörten. 1911 wurde die Qing-Dynastie abgeschafft, es kam zu Revolutionen. Japan besetzte mehrere Gebiete und ermordete mindestens 150.000 Chinesen. Jiang Kaishek versuchte, die Kommunisten im Land aufzuhalten, scheiterte aber und zog sich dann nach Taiwan zurück. Von 1911 bis 1949 war das Land demokratisch. 1949 wurde die Volksrepublik China ausgerufen, ein totalitärer kommunistischer Staat. Im Großen Sprung nach vorne, wo Mao die westlichen Länder wirtschaftlich überholen wollte, verhungerten 30 Millionen Menschen. 1976 starb Mao. 1978 wurde eine Art Marktwirtschaft eingeführt, was zur Folge hatte, dass es vielen Menschen finanziell besser ging, vor allem Städten an den Küsten, allerdings nicht Städten und Gemeinden im Inland. Deshalb wandern immer noch viele Chinesen aus dem Inland in die Küstenstädte, um Arbeit zu suchen. 1989 kam es zu Demonstrationen, wo hauptsächlich Studenten für mehr Demokratie protestierten. Leider wurde die Demonstration blutig niedergeschlagen und dann einfach totgeschwiegen. Heutige Studenten finden über dieses Thema absolut gar nichts im Internet, was zeigt, dass der Kommunistenstaat seine eigene Geschichte fälscht, indem er vorgibt, dass 1989 ein ganz normales Jahr war und absolut gar nichts passiert ist.
Der Autor beschreibt in einem extra Kapitel den Konfuzianismus, der etwa im 2. Jahrhundert v. Chr. begann und noch lange die Menschen beeinflusste mit seiner Moralphilosophie und politischen Theorie. Er wurde mehrere Male erweitert und verändert. Es gibt auch einen Neo-Konfuzianismus, der in der Neuzeit entstand. Einige Philologen versuchten, den echten unbeeinflussten Konfuzianismus wieder zu erwecken. Heute gibt es ihn nur noch vereinzelt. Praktisch ist er ausgestorben. Dafür gibt es ja den Kommunismus. Der Autor schreibt auch über Liberalismus, Nationalismus, Sunjatsenismus, Sinokommunismus, Cliquen, Verfassungen, Geschlechterbeziehungen, Rechte der Frauen, und Herrschaftsformen von 1800 an. In den 1950er Jahren wurden fast zwei Millionen Menschen hingerichtet, die als Konterrevolutionäre angesehen wurden. Klein geht unter anderem auch auf den Imperialismus ein, der China zu schaffen machte und zum Anti-Imperialismus führte. Vielleicht glaubten die Chinesen, mit einem kommunistischen Staat sich gegen den Imperialismus der Europäer besser wehren zu können. Klein fördert das Verständnis für China, er ist sogar etwas kritisch, für meine Begriffe aber nicht kritisch genug. Zum Beispiel erwähnt er nicht, dass vor ein paar Jahren ein Chinese gegenüber einem deutschen Journalistenteam aussagte, dass er sein Heimatgebiet verlassen musste, weil ein Staudamm gebaut werden sollte und dass es ihm im neuen Gebiet viel schlechter ging. Allein wegen dieser Aussage wurde er von Schlägern so zugerichtet, dass er dann querschnittsgelähmt im Krankenhaus lag. Wer waren diese Schläger? Waren sie von der Regierung oder waren sie Einzeltäter, die einfach sauer waren, dass jemand schlecht über sein Land spricht? Diese Fragen sollten beantwortet werden. In einem anderen Fall wurden Internetläden in Brand gesteckt. Viele junge Chinesen diskutieren im Internet über politische Verhältnisse in China. Wer waren die Brandstifter? Es gibt keine Meinungsfreiheit in China, keine Pressefreiheit. Es war, finde ich, ein Fehler, die Olympischen Spiele in China auszutragen. Auf diese Weise schafft man es nicht, ein totalitäres Land demokratisch zu machen. Das hat auch mit dem damaligen Nazi-Deutschland nicht geklappt. Als die Olympischen Spiele damals in Deutschland zu Ende waren, ging der Terror einfach weiter. In einer nächsten Auflage sollte der Autor mal die ganze Brutalität des chinesischen Staates aufzeigen und nicht so tun, als ob alles in Butter ist. Außerdem ist die Schrift zu klein. Trotz dieser geringen Mängel kriegt das Buch fünf Sterne, weil es beispielhaft ist in seiner Darstellung der Geschichte Chinas. Diese Art des multiperspektivischen Erzählens hat mir sehr gefallen.