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Produktinformation
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deutschen Jubiläumsjahr
ManfredGörtemaker: Geschichte derBRD
eg. Wer bisher eine zusammenfassende Geschichte der Bundesrepublik suchte, sah sich zumeist enttäuscht. Er musste entweder zu schmalen Überblicksdarstellungen oder ausführlichen, mehrbändigen Reihen greifen. Der goldene Mittelweg fehlte indessen, zumal die vorliegenden Werke meist die jüngste Zeitgeschichte seit der Wiedervereinigung nicht mehr einbezogen. Diese Lücke hat nun der Potsdamer Historiker Manfred Görtemaker mit seiner «Geschichte der Bundesrepublik Deutschland» geschlossen. Das von ihm vorgelegte Standardwerk lässt kaum eine Frage der westdeutschen Geschichte nach 1945 aus: Innen- und Aussenpolitik werden ebenso abgehandelt wie wirtschaftliche und soziale Aspekte. Die politische Ereignisgeschichte findet ebenso ihren Raum etwa mit der detaillierten Beschreibung der Vorgänge bei der Bildung der sozialliberalen Koalition und beim Misstrauensvotum gegen Kanzler Brandt wie die Mentalitäts- und Kulturgeschichte.
Besonderes Augenmerk widmet der Autor der Frühphase der Zweiten Republik. In die Gründungszeit fielen die für das nächste halbe Jahrhundert prägenden Grundentscheidungen im Wechselspiel zwischen den nach der totalen Niederlage wieder selbstbewussteren deutschen Politikern und den Westalliierten, die trotz einigen französischen Sondertouren eine konstruktive Rolle beim Wiederaufbau spielten. Diese Epoche wurde von der überragenden Gestalt Adenauers geprägt, der Görtemaker ein spezielles Interesse entgegenbringt. «Im Anfang war Adenauer», lautet der Titel eines Kapitels, das wegen seiner Plastizität und der Balance zwischen kritischer Distanz und biographischem Einfühlungsvermögen zu den gelungensten Passagen zählt.
Im Konflikt zwischen der Komplexität der Materie und dem Zwang zu einer gewissen auch umfangmässigen Konzentration gerät die Beschreibung unvermeidlich etwas trocken. Der Autor erkannte offenkundig dieses Manko und versuchte ihm unter anderem mit prägnanten Porträts der Kanzler Brandt, Schmidt und Kohl abzuhelfen. Mit der Nüchternheit des Stils und seiner Stringenz hebt sich das Werk überdies positiv ab von einigen Erscheinungen zum bundesdeutschen Jubiläumsjahr 1999, die in ihrer essayistischen Form und der Vorliebe für eher Leichtverdauliches keine wirkliche Orientierung bieten.
Gewachsene Gelassenheit
Görtemakers «Geschichte der Bundesrepublik» zeichnet sich durch ihre rundum differenzierte Analyse aus. Einige Fragen, die noch vor einer Dekade zu heftigen Kontroversen geführt haben, lassen sich heute nicht zuletzt dank dem Einbezug von Material aus russischen Archiven ruhiger und umfassender abwägen. So kann die Stalin-Note von 1952, die bis zum Fall der Berliner Mauer immer wieder Gegenstand endloser zeithistorischer Erörterungen war, eindeutig als sowjetisches Propagandamanöver zur Beeinflussung der westlichen Öffentlichkeit abgetan werden. Ein ausgewogenes Urteil muss man dem Autor auch dort attestieren, wo man mit ihm nicht übereinstimmt. Waren die turbulenten sechziger und siebziger Jahre wirklich, wie Görtemaker schreibt, eine «Umgründung» der Bundesrepublik und nicht eher die Befreiung der Gesellschaft von nun als beengend empfundenen Zwängen der Adenauer-Ära aber in einem festen staatlichen Rahmen, dessen Tragfähigkeit sich im Prozess der Wiedervereinigung eindrucksvoll bewies?
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Görtemaker (seit 1992 Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam) schildert die wichtigen Stationen in Politik und Wirtschaft aber auch in Gesellschaft und Kultur. Dabei beschreibt er die Ereignisse und Persönlichkeiten, die die Bundesrepublik in den letzten 50 Jahren geprägt haben. Sein Buch hat er in sieben große Kapitel unterteilt: „Die Gründung der Bonner Republik", „Wirtschaft und Gesellschaft", „Wiederaufleben der Kultur", „Entscheidung für den Westen", „Umgründung der Republik", „Zeitgeist im Wandel" und „Einheit und Neubeginn", wobei jedes Kapitel nochmals in Unterkapitel unterteilt ist. Eine klare und leicht lesbare Sprache zeichnen dieses Buch desweiteren aus, genauso wie das umfangreiche Personenregister. Positiv auf die Lesbarkeit wirkt sich außerdem aus, daß Görtemaker statt Fußnoten am Ende jeder Seite Anmerkungen am Ende des Buches benutzt hat, da er somit Historikern und Politologen gerecht wird, die jede Aussage mit Quellen belegt haben wollen, ohne aber bei anderen Lesern die Kontinuität des Lesens durch (für sie) unnütze Anmerkungen zu stören.
Alles in Allem hat Görtemaker es geschafft, mit diesem Buch tatsächlich ein Standardwerk für die (bundes-)deutsche Geschichte zu schreiben, das allen Interessierten zu empfehlen ist. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Nicht eine Grafik, keine Bilder oder gar Tabellen. Das Buch besteht nur aus Text.
Aber nach anfaenglichem Schock merkt man schnell, das der Text leicht zu lesen und auch verstaendlich ist.
Sogar Spannung kam mehrfach auf und ich erwischte mich oft bei dem Gedanken: "Ach, so war das. Ist ja ein Ding."
Leider erschlaegt einen die Fuelle von Informationen machmal. Der Autor erwaehnt viele Ereignisse, Personen und Daten. In spaeteren Kapiteln werden diese Daten wieder angesprochen und man weiss manchmal nicht genau, was dort nun geschehen ist.
Trotz der grossen Fuelle von Informationen hilft das Buch sehr oder ist gradezu ideal um die geschichtliche Zusammenhaenge der Bundesrepublik zu verstehen.
Auf die DDR wird nur dann eingegangen, wenn sie die Geschichte der BRD beeinflusst hat. Das Buch ist ein reines Geschichtsbuch von "Westdeutschland", was ich aber gar nicht schlecht finde und was dem Autor auch sehr gut und wertungsfrei gelungen ist.
Mit gewissen Vorkenntnissen kann das Interesse fuer die Geschichte der Bundesrepublik mit diesem Buch absolut befriedigt werden und es hilft zu verstehen, wie es kam, dass wir heute da sind, wo wir sind.
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