Sehr quellenkundig erzählt Konrad Elmshäuser, seines Zeichens Leitender Archivdirektor des Staatsarchivs Bremen, die Geschichte Bremens. Seine historischen Urteile begründet er trotz der Kürze des Buches zuverlässig und nachvollziehbar, auch wenn gerade für die letzten Jahrzehnte mancher es vielleicht etwas anders sehen mag, je nach politischer Couleur.
Nach einer Beschreibung des Naturraums orientiert sich Elmshäuser am Zeitstrahl und berichtet von "Bremens Einstieg in die überlieferte Geschichte" bis zur jüngsten Gegenwart, und er resümiert: "Somit sieht sich das Bundesland Bremen am Beginn des 21. Jahrhunderts auf einem wegen der enormen Haushaltslasten schweren und ungewissen Weg in die Zukunft. Mit der Sicherheit von 1200 Jahren Geschichte und einer Jahrhunderte alten Tradition von Freiheit und Selbstständigkeit im Rücken wird es die Herausforderungen der Zukunft aktiv annehmen können."
Nachdem es dem Autor gelungen ist, für Bremen und die Bremer durchaus Sympathien zu wecken, ist es dem kleinsten Bundesland zu wünschen, dass das gelingt. Für mich als Süddeutschem, der in einem Raum wohnt, wo weitaus größere und reichere freie Städte als "parvula brema" (das kleine Bremen) ihre Selbstständigkeit verloren haben, ist auf jeden Fall nach der Lektüre viel deutlicher geworden, warum Bremen sich gegen eine Vereinigung etwa mit Niedersachsen erfolgreich gesperrt hat und noch immer sperrt.
Zu bemängeln am gut lesbaren Buch gibt es recht wenig, etwa, dass die beiden Karten sinnvoll sind, aber manche geographischen Punkte aus dem Text nicht abbilden. Vielleicht wäre eine dritte Karte hilfreich gewesen.
Dem Verlag wäre außerdem für die verdienstvolle Reihe zu empfehlen, seinen kleinen Übersichtsbänden je ein Glossar beizufügen. Es würde den Autoren umständliche, unnötig Seiten füllende Erklärungen von Fachbegriffen ersparen. Das Buch könnte dann noch kompakter sein oder noch mehr Inhalt auf knappen Raum bieten.
Immerhin enthält das Buch aber ein ausführliches Register und eine kundige Auswahlbiographie.
Also:
Als süddeutscher Besucher des Evangelischen Kirchentags 2009 (ein Lob übrigens den gastgebenden Bremern, tolle hanseatische Gastfreundschaft und Gelassenheit!) wollte ich mich kurz und gut darüber informieren, wohin ich reiste und wo ich eine Woche zu Gast wäre. Diese grundlegende Information ist dem Autor hervorragend und verlässlich gelungen.