Karl-Eugen Kurrer zieht einen Vorhang nach dem anderen auf, er läßt uns diesen "Entwicklungsroman" wie auf einer Bühne im Zeitraffer erleben. (...) die Darstellung der Zusammenhänge und der Entwicklungsstränge (...), vor allem aber der Beteiligten mit der Einbindung in ihre Zeit und den daraus entstehenden Antrieben, machen das Buch zu einer Fundgrube und zu einem Lesebuch gleichermaßen. (...) Kurrer betritt Neuland. (...) er hat dies ohne Forschungsauftrag getan, aus eigenen Mitteln: eine herauszuhebende Leistung in einer Zeit, die den "Privatgelehrten" kaum noch kennt und anerkennt.
Dr.-Ing. Klaus Stiglat, Karlsruhe
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Karl-Eugen Kurrers Buch zur Geschichte der Baustatik ist der für den deutschen Sprachraum längst überfällige Versuch, vor allem die moderne Geschichte dieser Disziplin aufzuarbeiten.
Kurrer unterzieht sich mit seiner Arbeit der Mühe, institutionelle Entwicklungen, Zeitschriftengeschichte, Fortschritte der Technik wie auch biographische Details in die Geschichte der Theorieentwicklung sehr stark einzubeziehen und damit - unwillkürlich fokussiert auf die deutsche Entwicklung - eine moderne Statikgeschichte systematisch überhaupt erst bearbeitbar zu machen.
Das Anliegen des Buchs wird im Geleitwort von Ekkehard Ramm kurz vorgestellt: Die Vorliebe Kurrers für eine eher systematische als chronologische Gliederung wird treffend hervorgehoben. Das erste der zehn Kapitel des Buches zur Historiographie der Baustatik hat den Charakter einer kurzen Einleitung und führt den Begriff der "Disziplinbildung" ein.
Für den Leser mit Kenntnissen des Fachgebietes bietet die Geschichte der Statik ein Kompendium zum Blättern und Nachschlagen, für den interessierten Laien einen Einstieg in die Problemvielfalt dieser Disziplin vor allem an der Wende vom 19. und 20. Jahrhundert.
Prof. Dr. Andreas Kahlow, Fachhochschule Potsdam
From the title, this book might be thought to cover the same ground as Timoshenko's classic, "The History of Strength of Materials" (1953; reprinted by Dover). While there is some overlap, it is a very different book indeed. First, it is written from the German perspective which not only gives due prominence to many people who are overlooked in French or English language books, it brings a cultural richness that is often removed by cool Anglo-Saxon detachment and abstraction. Karl-Eugen Kurrer is ideally placed to compile this rich and veried tapestry of engineering history. He was engaged in engineering research at the Technical University in Berlin, he has worked as a strucrural design engineer and, for the last eight years has been the Editor of "Stahlbau", Germany's leading monthly periodical devoted to building construction and structural engineering.
The book is about much more than the origins of statics and its use in building and bridge engineering since the late sixteenth century. It is also about the very ideas of "statics" and "strength of materials" and how they came to be an integral part of the engineer's life; how they were developed into an academic discipline and a rigorous technique in engineering education; How they became the subject of growing numbers of technical books and periodicals, both for the academicians and the practitioners; and last, but not least, how the epistemology of the subject developed. Nowhere is the point of this book better demonstrated than in its title and, for non-German readers, how it should be rendered into English, or French or Spanish. "Baustatik" is not statics, or building statics; it is not structural engineering or strength of materials or structural science or analysis or design or calculation. It is a part of all these, and more. It is what united and binds a whole community of professionals together.
Bill Addis PhD, London (Construction History, Vol 18/2002)
Was wissen Bauingenieure heute über die Herkunft der Baustatik? Wann und welcherart setzte das statische Rechnen im Entwurfsprozeß ein? Wir wissen viel über die Hervorbringung und Entfaltung von Bauformen, während die Phasen der Entwicklung von Berechnungsmethoden und -verfahren für die Mehrheit der Bauingenieure unbekannt sind.
Das vorliegende Buch zeichnet die Entstehung von Statik und Festigkeitslehre als die Entwicklung vom geometrischen Denken der Renaissance zur durch die klassische Mechanik begründeten technikwissenschaftlichen Grundlagendisziplin nach.
Eine Einführung eröffnet mit kurzen Einblicken in sechs verbreitete Berechnungsverfahren den Zugang zum Thema aus der Berechnungspraxis der Gegenwart. Beginnend mit den Festigkeitsbetrachtungen von Leonardo und Galilei wird der Herausbildung einzelner baustatischer Verfahren und ihrer Formierung zur Baustatik nachgegangen. Dabei gelingt es dem Autor, die Unterschiedlichkeit der Akteure hinsichtlich ihres technisch-wissenschaftlichen Profils und ihrer Persönlichkeit plastisch zu schildern und "nebenher" das Verständnis für den gesellschaftlichen Kontext zu erzeugen.
Über 100 Kurzporträts bedeutender Bauingenieure sowie eine umfangreiche Bibliographie runden das Werk ab.
Mit diesem Buch liegt der internationalen Fachwelt erstmals ein geschlossenes Werk über die Geschichte der Baustatik vor. Es lädt den Leser zur Entdeckung der Wurzeln der modernen Rechenmethoden ein.