Wer heute Augsburg besucht, vielleicht mit dem Auto, gut, der bekommt schon noch etwas mit von der alten Reichsstadt und wer dann behutsam zu Fuß die Stadt durchstreift, besinnt sich unter Umständen und geht langsamer noch, als er es vorhatte und bleibt öfter stehen.
Allein das Rathaus, allein der schöne Saal dieses Rathauses oder die Gewissheit, daß die Römer hier waren und die Stadt dem Augustus weihten, dem Friedenskaiser, das könnte schon genügen, meine ich, um sich zu wundern und zu freuen.
Aber dieses Buch ist wirklich noch etwas mehr, es birgt einen geheimen Schatz, den Schatz der Erinnerung an städtischen Glanz, an Freihheitswillen, an Verteidigungsbereitschaft ( Ungarnschlacht 955 n. Chr., Ulrich ) und an Reichtum.
Natürlich haben die Protestanten und auch die Katholiken Augsburg im Sinn, wenn sie an den "Augsburger Religionsfrieden" denken und wirklich, auf Schritt und Tritt trifft man mitten in der Stadt auf Zeugen auch dieser Vergangenheit.
Dass aber Augsburg auch modernen Menschen viel geben kann, oder kulturell Weltbedeutung durch einen Dichter der jüngeren Vergagenheit erhielt (Bert Brecht), dass es durchaus im Sommer wie im Winter seinen Bewohnern viel bietet, nämlich ein kulturelles und menschliches Zuhause, das ist es, was diese Stadt, übrigens auch manch andere Stadt gerade in Süddeutschland so wichtig für uns Menschen macht.
Von den römischen Anfängen über das frühe und späte Mittelalter, vom Religionskonflikt bis hin zur Moderne, Augsburg ist ein Schatz, ein weiteres "Schatzkästlein", wie Z.B. Nürnberg (und nicht nur wegen der schätzesammelnden Fugger und Welser seinerzeit!)im Reigen süddeutscher Städte und Bernd Roeck, Professor für neue und neueste Geschichte in Zürich, hat wieder einmal ein wunderbares Werk geschaffen. Die Sprache und die zeitgenössischen Bilder sprechen uns an.