eine systematik des träumens nach vorne, des selbsterweiterungstriebs, der tagträumereien und planspiele: BLOCH war ein optimistischer denker, von einem untergang des abendlandes (wie oswald spengler) wollte er weder träumen - noch es faktisch fast herbeiführen wie der dämon hitler. BLOCH, während des 2. weltkrieges in jener bibliothek an der 42. straße in NEW YORK zur arbeit in der stille gezwungen, während seine frau carola als architektin das brot verdiente - BLOCH wirkte mit dem poetischen detailreichtum seiner trilogie fast wie jener henry miller, der, ebenfalls von seiner frau june finanziell versorgt, sich in jenes mammutprojekt SEXUS-NEXUS-PLEXUS stürzte. miller durfte 27 jahre in den USA nicht publiziert werden (wegen seiner erotischen thematiken) - BLOCH fiel selbst in seiner marxistisch orientierten D.D.R. in ungnade (die er nach dem kriege aufgesucht hatte) - und heutzutage, nach dem komplett-zusammenbruch des kommunismus, hat er nun nicht gerade verbesserte chancen - und dennoch: ähnlich dem HEIDEGGER mit seinem ontologie-versuch SEIN und ZEIT hat BLOCH zeiten-überdauerndes, grundlegend anthropologisches zu papier gebracht: die dimension des hoffens wird aus keinem staaten-gefüge wegsalbadert werden können. der mensch (und die politische und juristische lage) ist nie fertig - und somit sind die schubladen, die bloch aufzieht, immer noch interessant: das BILD als versprechen und hinweis, das museum, die filmfabrik, die schier unerschöpflich scheinende innovations-kraft der ingenieure und mediziner, architekten und musiker, maler und romanciers; wünsche und interessens-entwicklungen, dialoge und werbefeldzüge: zukunft hämmert auf den verschiedensten ebenen in unsere gegenwart hinein. und vielleicht muss man auch eine starke kraft besitzen, sich von den fesseln der vergangenheit befreien zu können, um wirklich veränderte zukunft betreten zu können. denker wie ADORNO z.b. erscheinen vergleichsweise dermaßen stark traumatisiert, dass sie wohl weniger ausstrahlungskraft und aura haben, als dass sie das mitreißende eines ernst bloch auf gleichem niveau erreichen könnten. bloch ist somit aus der geschichte der philosophie nicht mehr hinwegzudenken. für die lektüre allerdings muss man ZEIT mitbringen - während des lesens aber wird jedem von uns parallel schon eine menge einfallen, was konkret zu verschönern wäre ...