Diese Schrift ist dem Werden des neuen Bewusstseins gewidmet, das Jean Gebser das integrale oder aperspektivische Bewusstsein nennt. Der erste Teil trägt den Titel „Die Fundamente der aperspektivischen Welt". Der zweite Teil versucht dann, die „Manifestationen der aperspektivischen Welt" darzustellen.
Wozu seine Ausführungen letztlich dienen sollen, das deutet Gebser in den „Grundlegenden Betrachtungen" im Kapitel I des ersten Teiles an: „Wir können nur eins tun: In der Betrachtung aller Äußerungen unserer Zeit so weit und so tief vorzustoßen, dass uns die dämonischen und zerstörenden Aspekte nicht mehr bannen, so dass wir nicht nur sie sehen, sondern hinter und unter ihnen die unermesslich starken Keimlinge des Neuen wahrnehmen, für das die einstürzende Welt den Humus liefert. Diese Keime und Ansätze müssen sichtbar und einsehbar gemacht werden. Und die Einsicht in die Kräfte, die zur Entfaltung drängen, hilft ihrerseits diesen Kräften, sich zu entfalten."
Um das Neue konkret machen zu können, muss man sich des Vergangenen erinnern. Nur so werden die Fundamente ersichtlich, auf denen das Neue steht. Nur so kann man das wirklich Neue vom nur scheinbar Neuen, das nur eine maskierte Manifestation des Alten ist, unterscheiden lernen. Deswegen widmet Gebser den ersten Teil seiner Schrift den „Fundamenten der aperspektivischen Welt". Es handelt sich dabei um den „Versuch einer Diaphanik". Dies ist weder neue Welterkenntnis, noch ein neues Weltbild, noch eine neue Weltvorstellung, sondern der Versuch, den Menschen als Ganzes und die Strukturen, die ihn konstituieren, durchsichtig zu machen.
Der sich heute vorbereitenden Wandlung, dem sich heute vorbereitenden Sprung ist der zweite Teil der Schrift gewidmet. Gebser zeigt auf, dass das neue Bewusstsein sich bereits zu manifestieren beginnt, aus der Latenz in akute Wirksamkeit tritt. Diese Wandlung ist keine „Denkwende", denn weder ist es ausreichend, nur das Denken zu ändern, noch wird eine bloße Änderung der Bewegungsrichtung vom Abgrund wegführen, dem uns der blinde Fort-schritt entgegenzulenken scheint. Erforderlich ist das, was Gebser eine Mutation nennt: eine sprunghafte (also diskontinuierliche) Wandlung, die aus der Ganzheit entspringt, aus der Gegenwart des Ursprungs.
„Nur wer um den Ursprung weiß, hat Gegenwart und lebt und stirbt im Ganzen." (Schlussworte des ersten Teiles)