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Gesammelte Werke, 2 Bde., Bd.1, Die Zimtläden und alle anderen Erzählungen [Gebundene Ausgabe]

Bruno Schulz , Josef Hahn
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Kurzbeschreibung

1. Januar 1992
Bruno Schulz verkörpert jenen Typus des mitteleuropäischen Schriftstellers (und Künstlers), dessen Welt im Zweiten Weltkrieg endgültig untergegangen ist. Mit visionärer Kraft und groteskem Humor hat er in den Zimtläden die Geschichten und Träume einer Gesellschaft dargestellt, die unter der Vorahnung einer verborgenen Katastrophe lebt.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser; Auflage: 2 (1. Januar 1992)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446170553
  • ISBN-13: 978-3446170551
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,2 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 41.271 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Zimtläden
OT Sklepy cynamonowe OA 1934 DE 1961Form Erzählungen Epoche Moderne
Gegenstand der autobiografisch geprägten Erzählungen von Bruno Schulz ist der Prozess der Reifung des kindlichen Ich-Erzählers. Die Entfaltung seines Innenlebens geht einher mit der ständigen Beobachtung des Verhaltens der merkwürdigen Erwachsenenwelt, des sozialen Umfelds seiner Familie sowie der Naturerscheinungen, der Haustiere, des Wetters. In den Erlebnissen und Fantasien des Jungen verschmilzt die reale Welt mit den Visionen einer traumhaften Wirklichkeit, in denen er das Erlebte zu verarbeiten und zu begreifen sucht. Diese fantasmagorische, in ständigem Wandel befindliche Realität wird von Schulz mit einer ausgefeilten poetischen Sprache voller Bilder und Metaphern beschworen.
Inhalt: Die Ereignisse des Romans spielen sich vor dem Ersten Weltkrieg zur Zeit von Kaiser Franz Joseph I. (1830–1916) ab; die Handlung ist im Randgebiet Österreich-Ungarns in einem kleinen ostpolnischen Provinzstädtchen angesiedelt, das als Drohobycz zu identifizieren ist. Die Hauptfiguren sind – neben dem Ich-Erzähler Józef – die Mitglieder seiner Familie: der verschrobene Vater, die sanftmütig-geduldige Mutter und schließlich das resolute Dienstmädchen Adela.
Im Mittelpunkt der Handlung steht der körperliche und geistige Verfall des Vaters: Seine Gesundheit wird zusehends schlechter, er wird kauzig, beginnt auf dem Dachboden seltsame Vögel zu züchten und hält den Hausbewohnern ketzerische Vorträge über die Notwendigkeit der zweiten Menschenschöpfung nach dem Ebenbild der Gliederpuppe. Auf die »geniale Epoche« des Vaters folgt der endgültige Niedergang – seine Verwandlung in eine Küchenschabe, schließlich sein völliges Verschwinden, gefolgt von einer »traurigen Rückkehr« im letzten Absatz des Buchs.
Aufbau: Die auf den ersten Blick nur lose zusammenhängenden 15 Erzählungen sind miteinander nicht nur durch die Szenerie, die Hauptfiguren und den einheitlichen Stil verknüpft, sondern auch durch ein dichtes Netz von wiederkehrenden Motiven, stereotypen Situationen und Themenkreisen. Dazu gehören z. B. erotische Motive und Anspielungen; eine wichtige Rolle spielt die Hausgehilfin Adela, das Objekt geheimer erotischer Obsessionen des Vaters. Von herausragender Bedeutung für die ideelle Konzeption der Zimtläden ist das Motiv der Metamorphose, der Verwandlung, Deformation, Grenzüberschreitung und gegenseitigen Durchdringung, die das zentrale Gestaltungsprinzip des Buchs bildet.
Wirkung: Erst die späte Wiederentdeckung des Autors in den 1950er Jahren in Polen machten den formalen Rang der experimentellen Erzählkunst von Bruno Schulz deutlich. M. Sch.

Der Verlag über das Buch

Bruno Schulz verkörpert jenen Typus des mitteleuropäischen Schriftstellers (und Künstlers), dessen Welt im Zweiten Weltkrieg endgültig untergegangen ist. Mit visionärer Kraft und groteskem Humor hat er in den Zimtläden die Geschichten und Träume einer Gesellschaft dargestellt, die unter der Vorahnung einer verborgenen Katastrophe lebt.

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5.0 von 5 Sternen Ein Konzentrationspaket von Gedichten 21. April 2000
Von Ein Kunde
Ein Zitat aus dem Buch "Die Zimtläden" von Bruno Schulz (p117, ISBN 3-446-17055-3) soll zeigen auf welchem Niveau sich die Erzaehlungen bewegen:

"Denn es gibt manche Dinge, die ganz und gar und bis zum Ende nicht gelingen können. Sie sind auch zu gross, um sich im Gelingen zu erfüllen, und zu grossartig. Sie versuchen nur zu gelingen, versuchen den Boden der Wirklichkeit, ob er sie trägt. Und ziehen sich gleich wieder zurück, weil sie fürchten, ihre Integrität durch die Gebrechlichkeit der Verwirklichung zu verlieren."

Das ist keine leicht konsumierbare Prosa. Obwohl die Uebersetzung sehr gut gelungen ist, beduerfen die Erzaehlungen von Bruno Schulz mehr Konzentration als die von H. Hesse. Aber es lohnt sich -- fuer die, die sich bemuehen wollen und die Muse dazu finden. Wie im Nachwort dieser Ausgabe zu lesen ist, wurde Bruno Schulz am Ende des zweiten Weltkrieges auf offener Strasse von der Gestapo erschossen. Dazu kommt, dass einige seiner unveroeffentlichen Manusskripte bis heute unauffindbar sind. B. Schulz ist zu Unrecht ein fast unbekannter Autor geblieben.

Tragisch, traurig, dunkel, und komplex war sein Leben -- unheimlich poetisch seine literarische Ausdrucksfaehigkeit. Fraglich, ob jemals ein anderer Schriftsteller einen vergleichbarer Stil entwickeln kann.

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