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Gesammelte Werke in Einzelausgaben. Philosophische Schriften Band 3: Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen Ontologie
 
 
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Gesammelte Werke in Einzelausgaben. Philosophische Schriften Band 3: Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen Ontologie [Taschenbuch]

Jean-Paul Sartre , Traugott König , Hans Schöneberg
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Auch in der Philosophie gibt es Moden -- war der Existentialismus in den 50er Jahren in aller Munde, so scheint heute kein Hahn mehr nach ihm zu krähen. Dabei hätte uns die Existenzphilosophie gerade in diesen postmodernen und individualisierten Zeiten so einiges über den Menschen zu sagen. Dies gilt in besonderem Maße für Das Sein und das Nichts, Jean-Paul Sartres monumentales Hauptwerk.

Denn statt mit einer Ontologie (wie der Untertitel nahelegt), haben wir es mit einer Anthropologie zu tun: der Bestimmung der Seinsweise des Menschen, in deren Mittelpunkt Sartre den Begriff der Freiheit stellt. "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt" -- weil er sich immer wieder neu entwerfen muss, vor der Wahl steht und sein momentanes Sein negieren und überschreiten muss, immer auf der Suche nach einer Identität, die nie zu erreichen ist, weil ein Riss durch das menschliche Sein geht, der nie verschwindet.

Besonders faszinierend sind die Abschnitte, die sich mit den zwischenmenschlichen Beziehungen befassen. Denn Sartre analysiert das Verhältnis zum anderen auf sehr originelle Weise: über den Blick. Andererseits rückt er zwei Phänomene exemplarisch in den Vordergrund, die von der Philosophie meist sträflich missachtet werden -- das Begehren und die Liebe.

Wie bei vielen großen Werken der Philosophiegeschichte muss man auch bei diesem einräumen, dass es nicht gerade einfach zu lesen ist. Das liegt vor allem daran, dass Sartre am Denken anderer Philosophen -- vor allem Hegel, Heidegger und Husserl -- anknüpft und auch deren spezielle Terminologie übernimmt. Allerdings verdanken wir Husserls phänomenologischer Methode auch die frischesten und ansprechendsten Passagen, die so gar nichts von der üblichen Abgehobenheit und Lebensferne philosophischen Denkens an sich haben. Wenn etwa am Beispiel einer Verabredung mit Pierre im Café und der unerwarteten Abwesenheit Pierres der Begriff des Nichts erläutert wird.

Gerade das hatte Sartre an der Phänomenologie so begeistert: ihr Ansetzen an den Alltagssituationen. Oder wie Raymond Aron es ausdrückte: "Wenn du Phänomenologe bist , kannst du über diesen Cocktail reden -- und es ist Philosophie!" Und diese Methode hat Jean-Paul Sartre, der Pariser Kaffeehausliterat, meisterlich beherrscht. --Christian Stahl

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das Sein und das Nichts
OT L’être et le néant OA 1943 DE 1952Form Sachbuch Bereich Philosophie
Mit seinem philosophischen Hauptwerk, dem er den Untertitel Versuch einer phänomenologischen Ontologie gab, begründet Jean-Paul Sartre seinen atheistisch geprägten Existenzialismus, der sowohl die absolute Freiheit des Menschen als auch dessen eigene Verantwortung für die Welt behandelt.
Inhalt: Sartre bezeichnet es als die vordringlichste Aufgabe jedes Menschen, sich seine eigene Welt zu schaffen, indem er sie entwirft. Diesem individuellen »Entwurf« der Welt steht der Mensch allein gegenüber, der Entwurf geschieht ohne jedes Einwirken seitens der Gesellschaft und ohne moralische oder religiöse Unterstützung. Der Mensch ist dazu verdammt, die eigene Existenz stets neu zu entwerfen – seine Existenz ist ein stets zu realisierender Entwurf. Dabei vermag der Mensch im Unterschied zur nichtmenschlichen Welt etwas zu verneinen, sich gegen etwas zu entscheiden oder sich aufzulehnen.
Indem Sartre die Verantwortung aller Menschen für ihre Entscheidungen voraussetzt, postuliert er die absolute Freiheit, die Bedingungen für eine menschliche Existenz wählen zu können: Der Mensch ist nichts anderes als das, wozu er sich macht. So wird sich der Mensch seiner selbst bewusst und ist gezwungen, aus der Freiheit heraus sein Leben zu verwirklichen, Werte und Sinn zu wählen und sich zu entwerfen.
Der Mensch ist nach Sartre nicht definierbar, weil er anfangs überhaupt nichts ist. Er wird erst, und er wird so sein, wie er sich geschaffen hat. Demnach, so urteilt Sartre, gibt es keine menschliche Natur, da es keinen Gott gibt, um sie zu entwerfen: Die Existenz geht dem Wesen, der Essenz, voraus.
Wirkung: Sartre erregte mit Das Sein und das Nichts ein so breites öffentliches Interesse, dass der Existenzialismus zu einer weltweiten Bewegung wurde. Internationalen Ruhm erlangte Sartre, indem er die Begriffe »An-sich« und »Für-sich«, die Georg F. W. R Hegel geprägt hatte, neu interpretierte, um damit das Weltverständnis der Menschen als ein ursprünglich sinnentleertes und das Verhältnis der Menschen untereinander als ein von Natur aus gewalttätiges zu demonstrieren. W. W.

Kurzbeschreibung

Auch mehr als fünfzig Jahre nach seiner Erstveröffentlichung in Deutschland vermittelt dieses Hauptwerk französischer Philosophie neue Denkimpulse. "Das Sein und das Nichts" stellt eindrucksvoll die unverminderte Aktualität Sartres auch im veränderten geistigen Kontext unter Beweis.

Über den Autor

Geboren am 21.06.1905, wuchs er nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahre 1906 bis zur Wiederheirat seiner Mutter im Jahre 1917 bei seinen Großeltern Schweitzer in Paris auf. 1929, vor seiner Agrégation in Philosophie, lernte er seine Lebensgefährtin Simone de Beauvoir kennen, mit der er eine unkonventionelle Bindung einging, die für viele zu einem emanzipatorischen Vorbild wurde. 1931-1937 war er Gymnasiallehrer in Philosophie in Le Havre und Laon und 1937-1944 in Paris. 1933 Stipendiat des Institut Français in Berlin, wo er sich mit der Philosophie Husserls auseinandersetzte. Am 2.9.1939 wurde er eingezogen und geriet 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft, aus der er 1941 mit gefälschten Entlassungspapieren entkam. Noch 1943 wurde unter deutscher Besatzung sein erstes Theaterstück «Die Fliegen» aufgeführt; im selben Jahr erschien sein philosophisches Hauptwerk «Das Sein und das Nichts». Unmittelbar nach dem Krieg wurde Sartres Philosophie unter dem journalistischen Schlagwort «Existenzialismus»zu einem modischen Bezugspunkt der Revolte gegen bürgerliche Lebensformen. 1964 lehnte er die Annahme des Nobelpreises ab. Zahlreiche Reisen führten ihn in die USA, die UdSSR, nach China, Haiti, Kuba, Brasilien, Nordafrika, Schwarzafrika, Israel, Japan und in fast alle Länder Europas. Er traf sich mit Roosevelt, Chruschtschow, Mao Tse-tung, Castro, Che Guevara, Tito, Kubitschek, Nasser, Eschkol. Sartre starb am 15.4.1980 in Paris. Auszeichnungen: Prix du Roman populiste für «Le mur» (1940); Nobelpreis für Literatur (1964, abgelehnt); Ehrendoktor der Universität Jerusalem (1976).
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