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Gesammelte Werke, Bd.1, Wahrheit und Methode
 
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Gesammelte Werke, Bd.1, Wahrheit und Methode [Taschenbuch]

Hans-Georg Gadamer
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Taschenbuch, August 1990 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 494 Seiten
  • Verlag: Mohr Siebeck; Auflage: 6., durchges. A. (August 1990)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3161456130
  • ISBN-13: 978-3161456138
  • Größe und/oder Gewicht: 23,5 x 15,4 x 3,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Hans-Georg Gadamer
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Wahrheit und Methode
OA 1960 Form Sachbuch Bereich Philosophie
In Wahrheit und Methode entwickelte Hans-Georg Gadamer »Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik« (Untertitel) im Hinblick auf die Erfahrung von Wahrheit.
Entstehung: Den Entschluss, eine Theorie der Hermeneutik auszuarbeiten, fasste Gadamer 1950, nachdem er in Heidelberg die Nachfolge von Karl R Jaspers angetreten hatte. Zu dieser Zeit stand er erneut und in verstärktem Maße unter dem Einfluss von Martin R Heidegger.
Inhalt: Die beiden im Titel durch ein unscheinbares »und« verbundenen Begriffe bezeichnen ein bipolares Verhältnis angesichts des neuzeitlichen wissenschaftlichen Methodenbewusstseins. Gadamers Verständnis der Hermeneutik als Lehre des Verstehens schließt die Dimensionen der Selbst- und Welterfahrung ein. Innerhalb dieses weiten Horizonts widmet er sich den Erkenntniswegen in der Begegnung mit der philosophischen und literarischen Überlieferung. Insbesondere untersucht er fachwissenschaftliche Verfahren wie die Geschichtswissenschaft und deren Verwendung von Sprache.
Gadamer insistiert auf der Reflexion von Begriffen, die z. B. bei der Beschreibung historischer Phänomene verwendet werden. Der Historiker unterwirft andernfalls seine Gegenstände den eigenen »Vorbegriffen«. Indem diese unweigerlich am Verstehen beteiligt sind, wäre es jedoch ebenso naiv, sie stillschweigend beiseite zu lassen. Vielmehr verlangt das Verstehen beispielsweise eines Textes, »die eigenen Vorbegriffe mit ins Spiel zu bringen, damit die Meinung des Textes für uns wirklich zum Sprechen gebracht wird«. Die Vorbegriffe sind, fernab bloßer Subjektivität, eine Brücke auf dem Weg zur Wahrheit. Ein Beispiel für sein hermeneutisches Verfahren im Umgang mit Literatur gab Gadamer 1973 mit Wer bin Ich und wer bist Du? Kommentar zu Paul Celans Gedichtfolge »Atemkristall«.
Wirkung: Das zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Wilhelm Dilthey (1833–1911) vertretene geisteswissenschaftliche Prinzip der Einfühlung (Das Erlebnis und die Dichtung, 1906) erweiterte Gadamer zu einer menschheitsgeschichtlich ausgestalteten philosophischen Hermeneutik. Sie führte zu einer 1967–71 öffentlich geführten Auseinandersetzung mit Jürgen R Habermas, der Gadamer als »traditionshörig« brandmarkte. Zugleich stärkte Wahrheit und Methode das Selbstverständnis der Geisteswissenschaft als Alternative zum vorherrschenden naturwissenschaftlichen Empirismus sowie zum Soziologismus. Das Werk beeinflusste in den 1980er Jahren z. B. die Literaturwissenschaft. C. W.

Klappentext

"Nun ist gewiß praktische Philosophie nicht selber solche Vernünftigkeit. Sie ist Philosophie, das heißt, sie ist eine Reflexion, und zwar über alles, was menschliche Lebensgestaltung zu sein hat. Im selben Sinne ist die philosophische Hermeneutik nicht selbst die Kunst des Verstehens, sondern die Theorie derselben. Aber die eine wie die andere Form von Bewußtmachung steigt aus der Praxis auf und bleibt ohne sie ein bloßer Leerlauf. Das ist der besondere Sinn von Wissen und Wissenschaft, den es von der Problematik der Hermeneutik aus neu zu legitimieren galt."

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Die Geschwindigkeit, mit der Hans-Georg Gadamers Wahrheit und Methode nach seiner Veröffentlichung 1960 zum Standardwerk avancierte, zeigt, wie groß zu diesem Zeitpunkt in philosophischen Kreisen das Bedürfnis war, die Grundzüge der Hermeneutik umfassend darzustellen. Gadamers sorgfältige Nachzeichnung der Entwicklung der Hermeneutik von ihren Wurzeln bei Aristoteles bis hin zu Martin Heidegger legte ein Fundament, auf das sich die nachfolgenden Forscher (u. a. Jürgen Habermas) unmittelbar bezogen und weiterhin beziehen. Mit der gleichen Gründlichkeit ordnet Gadamer in Wahrheit und Methode wesentliche hermeneutische Grundbegriffe wie Verstehen, Bildung, Erlebnis oder Erfahrung. Das Werk ist keine leichte Lektüre und setzt sehr viel geisteswissenschaftliches Vorwissen voraus, ist aber nach wie vor ein Meilenstein der deutschen Philosophie des 20. Jahrhunderts.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von M. Erben
Format:Taschenbuch
Gadamer zielt in seinem eine Transzendentalhermeneutik begründenden Werk Wahrheit und Methode primär auf die Wiedergewinnung des hermeneutischen Grundproblems" ab. Die Wiedergewinnung erfolgt über den Rückgriff auf die Differenzierungslogik traditioneller Hermeneutik (subtilitas intelligendi, subtilitas explicandi, subtilitas applicandi), die aus dem Blick gerät, sobald Hermeneutik als hermeneutische Theorie auf ein Methodeninventar von Verstehensoperationen reduziert wird. Die reflexive Rückbesinnung auf die integralen Bedingungen des Verstehens im Verstehensgeschehen selber erhält Vorrang vor der instrumentalen Anwendung" hermeneutischer Regeln und damit der Limitation der Hermeneutik auf ein bloßes Methodenproblem. Indem Gadamer nach den Bedingungsmöglichkeiten von Verstehen fragt, gewinnt Hermeneutik über den Verifikation- und Falsifikationsmodus neuzeitlicher Naturwissenschaft und der Verortung der Hermeneutik als Erkenntnismedium von Wahrheit in den Disziplinen der Geisteswissenschaften" (Historie, Philologie, Theologie, Philosophie, Jurisprudenz) hinaus einen die menschliche Welterfahrung insgesamt umfassenden universalen Geltungsanspruch. Menschliche Welterfahrung ist hermeneutische Erfahrung und ist wesentlich Verstehen. Mit Heidegger gesprochen: Verstehen ist die Seinsweise des Daseins selber. Gadamers Diktum, dass Verstehen nicht nur die Grundoperation geisteswissenschaftlicher Methodik ausmacht und aller Wissenschaft eine hermeneutische Komponente innewohnt, sondern Verstehen ein hermeneutisches Universum umfasst, das Interpret und Interpretament, Heute und Gestern, Gegenwart und Geschichte, Fremdheit und Vertrautheit, die die Überlieferung für uns hat", einschließt, hat ihn den Ruf eines Fundamentalhermeneutikers eingebracht.

Der im Wissenschaftsdiskurs vorherrschende Aberglaube, das Subjekt des Forschers vom Objekt seiner Erkenntnis (Texte) zu reinigen und ihm die distanzierte Rolle der arroganten Beobachterperspektive zuzuschreiben, straft dieses gelehrsame Buch Lügen. Subjektive Vor-Urteile und Meinungen spielen immer eine Rolle im Verstehensprozess, so wie die im Text enthaltenden Meinungen ebenso Anspruch auf Geltung haben. Die Gadamer'sche Pointe ist nun die, dass gerade diese Vorbedingungen die Bedingungen des Verstehens selbst ausmachen und Verstehen im gemeinsamen Verständigen DURCH diese doppelten Interpret- und Texthorizonte zustande kommt.
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