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Gesammelte Werke. Band 4: Einladung zur Enthauptung: BD 4
 
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Gesammelte Werke. Band 4: Einladung zur Enthauptung: BD 4 [Gebundene Ausgabe]

Vladimir Nabokov , Dieter E. Zimmer
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Gesammelte Werke. Band 4: Einladung zur Enthauptung: BD 4 + Gesammelte Werke. Band 3: Gelächter im Dunkel. Verzweiflung. Camera obscura. Frühe Romane 3: BD 3 + Gesammelte Werke. Band 1: Maschenka. König Dame Bube: Frühe Romane 1: BD 1
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 2 (6. April 1990)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349804642X
  • ISBN-13: 978-3498046422
  • Größe und/oder Gewicht: 19,7 x 12,1 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 216.936 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Vladimir V. Nabokov
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Einladung zur Enthauptung" hat Nabokov 1934 in russischer Sprache in Berlin geschrieben. Der Roman erschien 1938 in Paris. Erst 1959 wurde er in englischer Sprache in New York publiziert, Anfang der sechziger Jahre lag das Buch dann in den jeweiligen Landessprachen in Paris, Mailand Oslo, Kopenhagen vor. 1970 wurde es in Deutschland veröffentlicht. Es fällt schwer, diesen Roman nicht politisch zu deuten. Aber Nabokov selbst verbietet es: " Ich schrieb das russische Original fünfzehn Jahre nach meiner Flucht vor dem bolschewistischen Regime und kurz bevor die Akklamation des Naziregimes ihre volle Lautstärke erreichte. Die Frage, ob der Umstand, dass ich beide als eine einzige öde, bestialische Farce begreife, auf dieses Buch Einfluss hatte oder nicht, sollte den guten Leser so wenig beschäftigen wie mich."

Klappentext

"In Übereinstimmung mit dem Gesetz wurde Cincinnatus C. das Todesurteil im Flüsterton mitgeteilt." Ein Mann sitzt im Gefängnis, auf die Hinrichtung wartend; er träumt, phantasiert, erinnert sich, schreibt und hat Angst. Das Verbrechen, das er auf dem Schafott büßen soll, ist seine Existenz als Einzelgänger.
Der große Erzähler Vladimir Nabokov hat mit diesem frühen Roman eine der bittersten Satiren der Weltliteratur geschrieben. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
"Wie das Gesetz es vorschrieb , wurde Cincinnatus C. das Todesurteil im Flüsterton mitgeteilt." Er wird zurück in seine Zelle gebracht ,wo er der unbekannten Stunde seiner Enthauptung entgegenfürchtet.(das ist eigentlich die ganze Handlung )

Verurteilt hat ihn eine Gesellschaft ,die eigentlich eine Farce ist : zusammengehalten von sinnlosen Gesetzen (" das Gesetz schrieb vor , dass Verteidiger und Ankläger Halbbrüder mütterlicherseits sein mussten..." ) die genauso absurd befolgt werden ("..aber solche waren nicht immer verfügbar, und so wurde mit Schminke nachgeholfen ").
Seine Mitglieder sind uniform , ihre gemeinsame zentrale eigenschaft ist die "Transparenz ". Sie sind durchsichtig , weil sie keinen Inhalt haben : keine wirklichen Gefühle , sondern verordnete Sentimentalität ; keine Gedanken , sondern nur Floskeln .
Alles in der Welt um Cincinnatus ist kitschig, pathetisch , unecht. Sogar die hinteren Zusschauerreihen bei seiner (geplanten) Enthauptung sind nur aufgemalt .

Das Verbrechen des Cincinnatus besteht nun nicht in einer kriminellen Handlung ,sondern allein in seinem Wesen .Ihm wird seine "opaleszenz" vorgeworfen und nachgewiesen: er ist komplex , er denkt , reflektiert und fühlt sich als Mensch , von Gespenstern umgeben .Er verachtet zwar seine Umgebung , aber er leidet an seiner Andersartigkeit.
Dreissig Jahre hat sich verstellen und verstecken können.
Jetzt wartet er auf die Strafe ,auf den Tod .

Cincinnatus ist verzweifelt , er hat Angst , er quält sich , er hofft auf Rettung , er schreibt seine "kriminellen "( weil menschlichen) Gedanken auf . Doch es kann und will ihm keiner helfen...schon liegt er auf dem schafott und hält seinen kopf- seinen schmalen Hals - hin...als er endlich seine Augen aufmacht . Er sieht ein , dass er selber gerade durch seine Verzweiflung und seine Angst der Gesellschaft und den Menschen (?) um ihn Realität , Gültigkeit und Macht gewährt. "Unterwerfung ist die Ursache , Macht ist die Folge "( Humberto Maturana )....doch will ich den grandiosen Schluss nicht verraten .

Nabokov hat den Entwurf für das Buch - entgegen seinen Gewohnheiten - innerhalb zwei Wochen niedergeschrieben :Ein Spannbogen von ersten zum letzten Satz ;intensiv, grotesk ,überraschend .Nabokov selber sagte in einer Interview, er hege die grösste Zeneigung für "lolita" ,die grösste Wertschätzung für "einladung zur Enthauptung ".
Mein liebstes Nabokov.
Lesen!

War diese Rezension für Sie hilfreich?
13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer nicht alle Bücher dieser Gesamtausgabe erwerben will, sollte nicht ausgerechnet auf diesen Roman verzichten. Vladimir Nabokov ist einer meiner Lieblingsautoren, und "Einladung zur Enthauptung" ist der Roman von Nabokov, den ich am häufigsten gelesen und an Freunde und Bekannte weiterempfohlen habe. Niemand von ihnen war enttäuscht. Nabokov selbst soll gesagt haben, für diesen Roman hege er die "größte Wertschätzung". Auch wenn Nabokov eine geistige Verbindung zu Kafka bestreitet, erinnert dieses Werk mich an "Das Schloß". Cincinnatus C., der Protagonist in "Einladung zur Enthauptung", sieht sich der Willkür eines merkwürdigen Systems ausgesetzt. Selbst den Grund für seine Verurteilung zum Tode begreifen er und auch der Leser nicht. Die Gestalten, die Cincinnatus umgeben - Gefängnisdirektor, Wärter, Bibliothekar, Mithäftling, Verwandtschaft -, treten auf und ab und erzeugen in ihrer Mischung aus Fiktion und Wirklichkeit ein Gefühl des Irrationalen, dem lediglich die Angst des verurteilten Cinncinatus vor der Hinrichtung als Realität entgegensteht. Doch selbst dieses Gefühl löst sich immer wieder auf. Hin und her gerissen zwischen der Hoffnung auf Entrinnnen und den immer neuen Wendungen und Überraschungen, die Nabokov bereit hält, verwickelt sich der Leser in Spannung und Vergnügen. Auch der Sprachstil, den Nabokov pflegt, fesselt und vergnügt. Selbst nach mehrmaligem Lesen fiebere ich immer wieder mit, und ich stoße jedesmal auf Details, die mir bei den vorherigen Besuchen bei Cincinnatus in seiner Zelle entgangen sind. Wer diesen Roman gelesen hat, wird nicht verstehen, warum Nabokov oft noch immer auf sein Werk "Lolita" reduziert wird - ohne den Wert dieses Romans schmälern zu wollen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Etwas Richtiges im Falschen 14. Dezember 2005
Format:Gebundene Ausgabe
"Draussen wurde ein einfach, aber geschmackvoll inszeniertes Sommergewitter aufgeführt,..." heisst es einmal. Inszeniert um ihn herum, um den Verurteilten Cincinatus, ist alles und alle täuschen ihn. Er empfindet vieles dieser Inszenierung richtig und er wehrt sich dagegen durch Unfreundlichkeit und Widerborstigkeit. Zur Inszenierung gehört auch seine notorisch untreue Frau Marthe. Etwas vom Vergnüglichsten ist ein Besuch des falschen Mitgefangenen M'sieur Pierre in seiner Zelle, wo er in einem Monolog das konkrete Schachspiel mit Cincinatus kommentiert und dazwischengeflochten über Frauen und erotische Themen referiert. Cincinatus sagt dazu wie üblich nichts. Später stellt sich heraus, dass Pierre der Scharfrichter ist.

Die paar Wochen bis zur Hinrichtung sind eine einzige Qual, auch weil man ihm beharrlich den Termin verschweigt. Er bemüht sich indessen, die richtige, schöne, wahre Welt wenigstens zu erschreiben. Aber die flashartigen Gedankenblitze entziehen sich der Formulierung.

Der Roman spielt in einem totalitären System. Das wird schon dadurch klar, dass Cincinatus nichts Handfestes vorgeworfen worden ist. Wahrscheinlich bestand sein Verbrechen aus einer kleinen Abweichung, die in Diktaturen bis heute scharf bestraft werden.

Die Spannung bezieht der Roman natürlich aus der vordergründigen Lage und dem Schicksal des Protagonisten. Zum Vergnügen trägt aber auch der elegante, schöne, metaphernreiche, fantasievolle und dennoch präzise Stil nabokovscher Art bei.

Das Komplexe am Roman entsteht durch die Verquickung der individuellen Fragen von Cincinatus, der condition humaine des eingesperrten oder anderswie beschränkten Daseins und der gesellschaftlichen Relevanz, denn wir kommen nicht umhin, uns ein politisch-gesellschaftliches Umfeld dazu zu denken.

Noch von keinem anderen Autor habe ich drei Romane gelesen, zwei von Stendal, zwei von Conrad, zwei von Thomas Mann, zwei von Peter Stamm, zwei von Markus Werner, zwei von Robert Walser zum Beispiel. Bei Nabokov sehe ich noch kein Ende. Auch dieser Roman bekräftigt mich darin, in Nabokov einen ganz Grossen zu sehen, in der Liga der Goethe, Dante, Dostojewski. Ein Genie!
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