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Gesammelte Werke Band 1: Die Blendung: Roman [Gebundene Ausgabe]

Elias Canetti
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

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So ist das nun mal: Bei allen großen Romanen ist die Sprache der eigentliche Hauptdarsteller. Wäre dem nicht so, ließe sich in diesem Fall berichten, daß sich alles um den Privatgelehrten Peter Kien dreht, einen exzentrischen Kopf- und Büchermenschen, der sich "bedeutendster Sinologe seiner Zeit" und Besitzer der umfangreichsten Privatbibliothek Wiens nennen darf.

Er forscht in allergrößter Ruhe vor sich hin, bis ihm ein entscheidender Fehler unterläuft: In einem Anfall von Rührseligkeit heiratet er seine Haushälterin Therese, weil diese jahrelang seine Bücherschätze so gewissenhaft abgestaubt hat. Kaum ist sie aber Frau Kien, möchte sie noch viel mehr abstauben -- es entbrennt ein irrsinniger, erbarmungsloser Kampf um die Vorherrschaft in der heimischen Bücherfestung. In diesen Kampf greifen außerdem ein: Benedikt Pfaff, der sadistische Hausmeister, und Fischerle, ein buckliger Zwerg und Zuhälter, der sich nebenbei für den größten Schachspieler aller Zeiten hält. Und alle sind einzig beseelt von Habgier und betreiben mit Eifer Kiens Untergang.

Die Blendung ist von entwaffnender Trostlosigkeit, eine positive Identifikationsfigur wird der Leser vergebens suchen. Mehr als entschädigt wird er aber durch den ins Groteske gesteigerten Humor, mit dem das absurde Treiben der Figuren und deren Denkwelten geschildert werden. Der sprachliche Zauber dieses Romans beruht vor allem auf Canettis Fähigkeit, diese bizarren Kreaturen völlig innerhalb ihrer Wahnlogik und konsequent im jeweils eigenen Tonfall sprechen zu lassen. Auch wenn nach der ersten Veröffentlichung mehr als drei Jahrzehnte verstreichen mußten, bis die literarische Öffentlichkeit von Canettis einzigem Roman Notiz nahm, zählt er mittlerweile zweifellos zu den Klassikern der Moderne. --Christian Stahl

Pressestimmen

"Felix von Manteuffel als Privatgelehrter Kien, für den Bücher leibhaftig werden, Libgart Schwarz als naiv-berechnende Therese und Wolfgang Böck als Hausbesorger machen das Hörbuch zum Genuss." (Rheinische Post) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Blendung
OA 1935 Form Roman Epoche Moderne
Elias Canettis Roman zeigt durch groteske Überzeichnung die wahnhafte »Verblendung« der in einer unmenschlichen, zweckorientierten gesellschaftlichen Situation sich orientierenden Figuren. Dominierende Denkschemata werden durch typische Sprechweisen und begriffliche Zwangssysteme dargestellt.
Inhalt: Dem berühmten Sinologen Peter Kien, Besitzer der größten Privatbibliothek der Stadt, mangelt es an Sinn für die Realität. Seine hässliche und dumme Haushälterin Therese nimmt er wegen ihres scheinbaren Interesses für Bücher, die ihm mehr bedeuten als Menschen, zur Frau. Auf ihren Vorteil und ein im Testament festgeschriebenes Erbe hoffend, erobert sie sich die Wiener Wohnung und wirft ihren psychisch wie physisch zugrunde gerichteten Mann hinaus. Im Zwerg Fischerle, der davon träumt, »Schachweltmeister« zu werden und nach Amerika auszureisen, findet der von zunehmenden Wahnvorstellungen geleitete Kien einen Begleiter, der ihn um sein Vermögen bringt: Der vor einer Pfandleihanstalt wartende Kien zahlt für immer das gleiche Bücherpaket eine Auslösesumme in der Überzeugung, dem Wahren und Guten zu dienen. Die Situation eskaliert, als Therese in Begleitung des gewalttätigen »Hausbesorgers« Benedikt Pfaff eintrifft. Fischerle kommt bald darauf ums Leben. Bis zur Ankunft des Bruders Georg bleibt Kien in der Wohnung des »Hausbesorgers«, der bereits Frau und Tochter zu Tode geprügelt hat, eingesperrt. Der in Paris lebende Leiter einer psychiatrischen Klinik, der jede Heilung als Verarmung bedauert und seine Patienten um ihre Fantasien beneidet, unterschätzt indes den Wahnsinn seines Bruders, nachdem er Therese und Pfaff entfernt und die früheren Verhältnisse wiederhergestellt hat. Allein in der Wohnung erliegt Kien seinem Irrsinn und zündet die Bibliothek an.
Aufbau: Die auf acht Bände angelegte »Comédie Humaine des Irrsinns«, die das Wahnhafte durch Übertreibung am Typischen und Normalen aufzeigt, konzentriert in einem weltfremden Bildungsideal (Kien), einfältiger Gier (Therese) und nackter Brutalität (Pfaff) die heillos verschränkten Tendenzen in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs. Die Figuren weisen – auch in ihrem Versuch, für ein fehlendes gedankliches Ordnungsmodell Ersatz in symbolhaften Dingen und Handlungen (z.B. Bücher, Schachspiel, Schläge) zu suchen – auf den kommenden Faschismus. »Verblendet« von nutzlosem Wissen ist Kien ein »Kopf ohne Welt« (Überschrift des ersten Teils), der sich der instinkt- und triebgeleiteten »Welt ohne Kopf« (zweiter Teil) hilflos ausgeliefert sieht. Die Unversöhnlichkeit von Ideal und Wirklichkeit führt im dritten Teil (»Welt im Kopf«) zur Selbstzerstörung. Canettis Figuren zeichnen sich durch die von untergründiger Aggressivität zeugende Charakteristik ihrer Sprache, eine »akustische Maske« (Canetti), aus. Die zwanghafte Folgerichtigkeit ihrer Äußerungen macht sie zu Zerrbildern der modernen Gesellschaft.
Wirkung: Erst nach der dritten Auflage 1963 erhielt Die Blendung gebührende Aufmerksamkeit als eines auf Psychologisierung und Sinnstiftung verzichtenden Romans, der den Einfluss von James R Joyce, Franz RKafka und Karl Kraus (1874–1936) zu einem nüchtern-beobachtenden Experiment sprachlicher Ausdrucksformen verbindet. C. Z. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Der Verlag über das Buch

Als erster Band der Gesamtausgabe erscheint Canettis einziger Roman Die Blendung, 1935 zum ersten Mal veröffentlicht. Es ist die Geschichte des Sinologen Peter Kien, der in den Flammen seiner Bibliothek stirbt. Habgier, Brutalität und Weltfremdheit münden in den Zustand völliger Verblendung, die für die unheimlichen Personen des Romans den Untergang bedeutet.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Elias Canetti wurde 1905 in Rustschuk / Bulgarien geboren, 1911 zog seine Familie nach England und 1913, nach dem Tod des Vaters, nach Wien. Hier studierte Canetti bis 1929 Naturwissenschaften und promovierte in Philosophie. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahre 1994 als freier Schriftsteller in Zürich. Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen bedacht. 1981 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. Zu seinen herausragenden Werken zählt neben dem Roman Die Blendung seine Autobiographie, die in den Bänden Die gerettete Zunge, Die Fackel im Ohr und Das Augenspiel erschien, sowie seine gesammelten Aufzeichnungen aus den Jahren 1942 bis 1993, die in den Bänden Die Provinz des Menschen, Das Geheimherz der Uhr, Die Fliegenpein, Nachträge aus Hampstead und Aufzeichnungen 1992-1993 vorliegen.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

»Was tust du hier, mein Junge?«
»Nichts.«
»Warum stehst du dann da?«
»So.«
»Kannst du schon lesen?«
»O ja.«
»Wie alt bist du?«
»Neun vorüber.«
»Was hast du lieber: eine Schokolade oder ein Buch?«
»Ein Buch.«
»Wirklich? Das ist schön von dir. Deshalb stehst du also da.«
»Ja.«
»Warum hast du das nicht gleich gesagt?«
»Der Vater schimpft.«
»So. Wie heißt dein Vater?«
»Franz Metzger.«
»Möchtest du in ein fremdes Land fahren?«
»Ja. Nach Indien. Da gibt es Tiger.«
»Wohin noch?«
»Nach China. Da ist eine riesige Mauer.«
»Du möchtest wohl gern hinüberklettern?«
»Die ist viel zu dick und zu groß. Da kann keiner hinüber. Drum hat man sie gebaut.«
»Was du alles weißt! Du hast schon viel gelesen.«
»Ja, ich lese immer. Der Vater nimmt mir die Bücher weg. Ich möchte in eine chinesische Schule. Da lernt man vierzigtausend Buchstaben. Die gehen gar nicht in ein Buch.«
»Das stellst du dir nur so vor.«
»Ich hab's ausgerechnet.«
»Es stimmt aber doch nicht. Lass die Bücher in der Auslage. Das sind lauter schlechte Sachen. In meiner Tasche hab ich was Schönes. Wart, ich zeig's dir. Weißt du, was das für eine Schrift ist?« -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
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