Auszug
Fallbeispiel vier Eines Tages sah eines meiner Kinder den Spinat auf dem Mittagstisch an und sagte: "Ich esse nichts von dem Zeug da!" Ich stimmte vollkommen mit ihm überein: "Natürlich nicht. Du bist noch nicht alt genug, du bist noch nicht groß genug, du bist noch nicht stark genug." Diese Doppelbindung machte seine Position weniger haltbar und den Spinat wünschenswerter. Seine Mutter stellte sich auf seine Seite und behauptete, der Junge sei sehr wohl groß genug, und dann wurde die Frage zu einem Streit zwischen seiner Mutter und mir. Der Junge war natürlich auf ihrer Seite. Schließlich bot ich ihnen den Kompromiß an, daß er einen halben Teelöffel davon haben dürfe. Sie waren der Meinung, daß dieses Angebot unbefriedigend sei, so mußte ich ihm erlauben, einen halben Teller voll zu bekommen. Er aß alles auf, so schnell es nur ging, und verlangte lauthals nach mehr. Ich zögerte, aber seine Mutter stimmte ihm zu. Ich gab dann widerwillig zu: "Du bist größer und stärker, als ich dachte." Damit erhielt er in seinen eigenen Augen einen neuen Status. Ich forderte ihn nicht direkt auf, sein Selbstbild zu revidieren, es geschah indirekt, indem er (a) die Gelegenheit erhielt, eine Bühne (seine Mutter und ich waren geteilter Meinung), auf der er anschauen und sorgfältig überdenken konnte, wie sein eigenes Verhalten revidiert wurde, und (b) die Implikationen dieser Verhaltensänderung, die er aus meinem widerwilligen Eingeständnis seines Wachstums selbst zog. Das Wesen dieser indirekten Herangehensweise besteht darin, Bedingungen zu schaffen, die erlauben, daß Menschen eine ihnen gemäße Wahl treffen.