Nach 1928 die neueste Veröffentlichung dieses Bandes, alle Rönne Novellen im Teil 1, dann die prosaischen Essays. Benn und die Wortgewalt, das ist hier zu erleben. Und wer Sprache mag und den absolut einmaligen, spitzfindigen Umgang mit ihr, kommt an Benn nicht vorbei. Nichts hindert ihn, den Weg zur Verzweifelung zu beschreiten (erinnern wir uns an Shakespeare, der Verzweifelung eine Lebenhilfe nannte) und nichts ist ihm fremd in seiner Art zu denken. Er sieht sich allein und sich als Mensch der Gemeinschaft, im sozialen Kontext. "Meine Herren, sagt er, die Umstellung zum sozialen Ich im 19. Jahrhundert war unausweichlich." Der Schmerz lästigt wie ein Fliege, auch im Zeitalter von Maß und Ziel.
Schreibverbot hatte er in der NS Zeit und doch schrieb er Statische Gedichte, (steht die Schöpfung, und wahrscheinlich steht sie still) doch diese in einem anderen Buch.
Benn - ein Seher in der deutschen Sprache, der deutschen Geschichte. Summa Summarum - eine Abrechnung.