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Gertrud Kolmar: Leben und Werk, Zeit und Tod
 
 
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Gertrud Kolmar: Leben und Werk, Zeit und Tod [Gebundene Ausgabe]

Dieter Kühn
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
  • Verlag: Fischer, S., Verlag GmbH; Auflage: 1 (13. Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100415116
  • ISBN-13: 978-3100415110
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15,2 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 379.437 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Dieter Kühn
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Gertrud Kolmar, geboren 1894 in Berlin, ermordet 1943 in Auschwitz, führte die deutschsprachige Lyrik zu einem Höhepunkt - und dies in einer Zeit, die rings um sie herum den Befehlston des Dritten Reichs lernte. In Berlin und im Osthavelland lebte sie an der Seite ihres Vaters, eines Staranwalts der wilhelminischen Epoche. Selbst als Zwangsarbeiterin setzte sie noch ihre literarische Arbeit fort und hinterließ Gedichte im weiten Spektrum zwischen sanfter Naturlyrik und aufwühlender Innerlichkeit: Gedichte, in denen wir uns auch heute finden. Dieter Kühns große, vielstimmige Biographie der Gertrud Kolmar erzählt die Geschichte einer der wichtigsten deutschsprachigen Lyrikerinnen und ihrer jüdischen Familie, die in die ganze Welt emigrieren musste. Präsent wird die literarische und politische Szene - das weite Panorama der Zeit.

Über den Autor

Dieter Kühn, 1935 geboren, lebt heute in Brühl bei Köln. Für seine Romane, Erzählungen, Biographien und Hörspiele erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Hermann-Hesse-Preis und den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Seine Werke erscheinen im S. Fischer Verlag und Fischer Taschenbuch Verlag, darunter »Ich Wolkenstein« und »Frau Merian!«. Zuletzt erschienen »Schillers Schreibtisch in Buchenwald«, »Geheimagent Marlowe« und »Ein Mozart in Galizien«.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Profund,aber.... 9. Januar 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Dieter Kühn hat als Schriftsteller zahlreiche Auszeichnungen erhalten und auch diese 600 Seiten umfassende Biographie von Gertrud Kolmar zeugt von seiner profunden Kenntnis der Geschichte der Juden in Deutschland und der politischen Situation um die beiden Weltkriege herum. Aber...und dabei bin ich bei meinem ganz persönlich zu wertenden Aber: es ist ihm nicht gelungen,mir Gertrud Kolmar als Frau und Dichterin näher zu bringen. Auf die Lyrikerin bin ich durch Essays über Annette von Droste Hülshoff gestossen,deren Lebenssituation oft mit der von Emily Dickinson und Gertrud Kolmar verglichen wird.Daher erwartete ich mir eine psychologische Deutung ihres Lebens und Werks und keine umfangreiche,breitgefächerte Beschreibung der Zeitgeschichte.Ausserdem haben mich schon ab Mitte des Buches die von Kühn eingefügten fiktiven Briefe derart genervt,dass ich Seiten um Seiten überschlug ,um mit dem Buch weiterzukommen.Wer also wie ich an Gertrud Kolmar und ihrer psychologischen Entwicklung als Frau und Dichterin interessiert ist,sollte lieber zu der erschütternden Biographie "Gertrud Kolmar-Leben und Werk" von Johanna Woltmann greifen,die dem Leser einen wirklichen Zugang zu dieser ergreifenden Frauengestalt ermöglicht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Anonymus
Format:Gebundene Ausgabe
Die deutsch-jüdische Schriftstellerin Gertrud Kolmar wählte als Einstieg in ihr Gedicht "Die Jüdin" von 1936 den kurzen Satz "Ich bin fremd." Und fremd war sie sicherlich - in der damaligen Zeit, in der damaligen Welt. Diese Fremdheit begründete sich wohl zum einen in Kolmars zurückhaltendem und ruhigem Wesen, in ihrer außergewöhnlichen Begabung zum Dichten, die sie stets bescheiden im Hintergrund hielt und zum anderen in ihrer Existenz als Tochter jüdischer Eltern in einer Zeit, in der der Antisemitismus immer mehr an Boden gewann - bis zur finalen Katastrophe.
Zum Leben der Schriftstellerin: Gertrud Chodziesner wurde am 10. Dezember 1894 in Berlin als Tochter des Staranwalts Ludwig Chodziesner und seiner Frau Elise, geb. Schoenflies geboren. Sie wuchs mit drei anderen Geschwistern in Charlottenburg heran. Die Familie Chodziesner war wohlhabend und pflegte ein assimiliertes Judentum - sie machten sich also nicht so viel aus der jüdischen Religion und deren Traditionen. Gertrud Chodziesner besuchte in ihrer Jugend eine Haus- und landwirtschaftliche Schule, den sogenannten "Arvedshof". Während des ersten Weltkriegs wurde sie schwanger, trieb aber auf Wunsch ihrer Eltern das Kind ab. In den zwanziger Jahren arbeitete sie zeitweise als Erzieherin (Sprachlehrerin), Briefzensorin und anschließend als Anwaltsgehilfin in der Kanzlei ihres Vaters. In dieser Zeit begann sie auch zu dichten. In ihren Gedichten setzte sich Gertrud Chodziesner bzw. Kolmar wie ihr Pseudonym lautete (nach dem Herkunftsort ihrer Familie in der Region um Posen im heutigen Polen - polnisch: Chodziez, deutsch: Kolmar) sowohl mit der Natur, mit Tieren und Landwirtschaft als auch mit ihrem Leben als Jüdin, mit ihrem imaginären Kind und sogar mit dem NS-Terror auseinander. Gertrud Kolmars Mutter starb 1930, ihre Geschwister emigrierten Ende der Dreißiger Jahre mit deren Familien in die Schweiz, nach Chile und sogar nach Australien. Nur Gertrud, die selber nie heiratete geschweige denn Kinder hatte blieb bei ihrem alten Vater, der sich standhaft weigerte Deutschland zu verlassen. So waren die beiden früher oder später gezwungen ihr Anwesen in Finkenkrug, Osthavelland, aufzugeben und wieder nach Berlin (Schöneberg) zu ziehen. Schon bald wurde das Wohngebäude als "Judenhaus" deklariert, Untermieter mitinbegriffen und auch die Chodziesners waren als "Reichsfeinde" immer härteren Repressalien seitens der Regierung ausgesetzt. Anfang der Vierziger Jahre wurde Gertrud Kolmar zur Zwangsarbeit in einer Kartonagenfabrik verpflichtet. Ludwig Chodziesner, der schon in der Reichspogromnacht von 1938 die Gewalt der neuen Machthaber zu spüren bekam, wurde 1942 ins KZ Theresienstadt verschleppt. Gertrud Kolmar wurde infolge einer "Fabrikaktion" im Jahre 1943 am Arbeitsplatz verhaftet und sofort nach Auschwitz deportiert. Weder ihr Vater noch sie selbst haben die Shoa überlebt - ihr genaues Schicksal ist unbekannt. Ihre schriftlichen Hinterlassenschaften, ihre Gedichte und Dramen konnten von ihrer Schwester in der Schweiz und Hilde Benjamin, einer entfernten Verwandten und nachmaligen Justizministerin der DDR gerettet werden. Heutzutage wird Gertrud Kolmar neben Nelly Sachs, Else Lasker-Schüler und Mascha Kaléko als wortgewaltigste und bekannteste Lyrikerin deutschen Sprachraums im 20. Jahrhundert genannt.
Zur Biographie "Gertrud Kolmar - Leben und Werk, Zeit und Tod" von Dieter Kühn: Wahrhaftig ist Dieter Kühns Biographie von Gertrud Kolmar eine der besten Biographien die ich jemals gelesen habe. Diese Biographie weist in der Tat alle Punkte auf die der Titel verspricht. Durch die vielen originalen Briefe, Augenzeugenberichte, Gedichte und auch fiktiven Briefe der Familienmitglieder gewinnt das Leben Gertrud Kolmars und ihrer Familie zusätzlich an Plastizität. In diesem Kontext dargestellt ergibt sich zum einen ein stimmungsreiches Bildnis der deutschen Geschichte und Literatur von der wilhelminischen Ära bis ins Dritte Reich, zum anderen das einfühlsame Porträt einer preußischen Familie jüdischen Schicksals, deren berühmteste Vertreterin durch ihr großartiges Werk und ihr tragisches Lebensende die deutsche Literaturszene nachhaltig beeinflußt und bewegt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Buch mit Nachhaltigkeit 12. Dezember 2008
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Sie gehörte zu den begnadesten und bedeutendesten deutschen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts: Gertrud Kolmar. Und sie war - wie viele andere - im Literaturbetrieb der Neuzeit etwas in Vergessenheit geraten. Dieter Kühn ist es zu verdanken, ihr wieder die verdiente Aufmerksamkeit verschafft zu haben - mit einer außergewöhnlichen Biografie. Kühn hat es verstanden, sehr souverän mit dem Material umzugehen. Weitab herkömmlicher Biografik hat er sich einer Art Montagetechnik bedient, indem er geschichtliche Fakten gleichberichtigt neben Zeugenaussagen, Briefe und Gedichte gestellt hat. Auf diese Weise ergibt sich ein farbiges Bild, ein vielstimmiger Lebensroman. Das uns die persönliche Tragik der Jüdin Gertrud Kolmar in der Zeit der braunen Diktatur besonderrs berührt, ihr Leben, Leiden und Sterben, ist auch und gerade der einfühlsamen Schilderung von Dieter Kühn zu verdanken. Ein wunderbares Buch mit Nachhaltigkeit. Der Griff zu den Gedichten ergibt sich fast zwangsläufig.
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