Ein Buch im durchaus bewährten Format »Leben und Werk in Texten und Bildern«. Die gebundene Ausgabe hat auch ganz ordentliches Papier, sodass etliche von den alten Fotos, die in diversen Taschenbüchern immer etwas verwaschen rüberkommen, hier ganz ansehnlich wirken. Bei Gertrud Kolmar, die ja nie berühmt war und auch schon zurückgezogen lebte, bevor die Nazis sie diskriminierten und schließlich liquidierten, besteht natürlich das Problem, dass es gar nicht viele Bilder gibt, die sie zeigen. Insofern sind hier Verwandte, Zeitgenossen, Umgebungen und Ablichtungen von Schriftstücken deutlich in der Überzahl, während die Dichterin eher mit Werkauszügen präsentiert wird.
Was sich »Vorwort« nennt, ist der einzig längere Text im Buch: die Abhandlung zu Leben und Werk Gertrud Kolmars von Beatrice Eichmann-Leutenegger. Am Ende gibt es noch eine Zeittafel mit Lebensdaten und eine Bibliografie, die allerdings etwas knapp ausfällt: zur Zeit ihrer Abfassung lagen noch nicht die von Regina Nörtemann besorgte vollständige Gedichte-Ausgabe
Das lyrische Werk: 3 Bde. und die zahlreichen Beiträge anläßlich von Kolmars 100. Geburtstag 1994 vor. Dies wäre aus meiner heutigen Sicht die einzige Schwäche dieses Gedenkbuchs.