Der Berliner Stadtbezirk Marzahn ist mit verschiedensten Vorurteilen belegt: als „rechtsradikales Beton-Getto" oder als Betonwüste wird der Bezirk häufig von Außenstehenden tituliert, die noch nie in Marzahn waren, oder maximal auf der Durchreise an einem grauen Novembertag. Gerrit Engel, in München (!!!) lebender Fotograf, hat Marzahn wahrscheinlich an einem solchen Tag besucht und eine Reihe von Fotografien gemacht. Scheinbar war er dann noch einmal im Bezirk - im Winter - was an den wenigen Bildern mit Schnee zu erkennen ist. Als gelungen kann man dieses Werk auf keinen Fall bezeichnen: die Bilder scheinen kaum ausgesucht fotografiert zu sein, auf den Bildern ist der Himmel grundsätzlich grau, was auch das schönste Motiv hässlich wirken lässt. Einzig und allein ein paar Bilder, auf welchen Menschen zu sehen sind, bieten einen gewissen Charme, wenngleich diese Fotos recht gestellt wirken. Das Einzige, was an diesem Buch wirklich gelungen ist, sind die Texte auf den ersten 17 (von 130) Seiten. Diese sind von Personen geschrieben, die sich seit längerer Zeit mit Marzahn und Biesdorf beschäftigen und auch im Bezirk oder wenigstens in der Stadt leben. Diesen Texten merkt man Professionalität an und das ihnen an Marzahn etwas liegt. - Leider zu wenig für einen Bildband! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)