In den 60er Jahren gab es einige billige Film-Firmchen, die sich auf den Kniff verlegten, Episoden-Filme abzudrehen. Dies gab ihnen die Möglichkeit, gleich mehrere teurere Stars der Zeit (in diesem Fall Stewart Granger, Pierre Brice und Lex Barker) auf dem Kinoplakat als Hauptrollen zu führen - ohne diese für die komplette Drehzeit bezahlen zu müssen. Viele dieser Filme wirken allerdings im Nachhinein auch so billig, wie sie produziert worden. Erst Hitchcock drehte mit dem Agententhriller "Topaz" später einen Episodenfilm mit hohem künstlerischen Anspruch, indem er die einzelnen Episoden durch eine Leon Uris mehr oder weniger geschickt entlehnte Rahmenhandlung miteinander verknüpfte. Über das Ergebnis kann man sich nach wie vor streiten.
Auch bei dem vorliegenden Film muss man anmerken, dass die Rahmenhandlung (trotz eines großartigen Richard Münch, Jerry-Cotton-Fans als "Mr. High" bekannt) trotz Wendungen, die überraschend und spannend wirken sollen, an keiner Stelle wirklich originell ist und der Film durch sie nicht wesentlich an Spannung gewinnt.
Bleiben also die drei Episoden.
Ihre Qualität ist unterschiedlich.
Als Plot mag ich die erste Geschichte mit Stewart Granger am liebsten. Sie spielt in Wien, orientiert sich aber an den klassischen amerikanischen Kurz-Krimis im Dashiell Hammett-Stil - dessen Gangsterbosse in einem ziemlich künstlich wirkenden Studio-Wien freilich seltsam fehl am Platze wirken. Trotzdem besitzt sie durchaus Stimmung und Charme, den sie vor allem den sympathischen Nebenfiguren verdankt. Walter Giller sieht zwar nicht im Traum wie ein englischer Butler aus, wirkt aber als Stewart Grangers heimlich schlauer Gehilfe ungemein sympathisch und authentisch.
Die zweite Story ist eine James-Bond-Parodie mit Pierre Brice in der Hauptrolle, die Richard Münch als Erzähler, oder vielmehr "Gebrauchsanweiser", im Lehrfilm- und Verkehrssendungsstil wie "DER SIEBTE SINN" zelebriert. Das ist fast so lustig, dass man die billige Machart dieser Episode beinahe zu verzeihen geneigt ist.
Dass die dritte Story, ein Agententhriller mit Lex Barker in der Hauptrolle, die atmosphärisch dichteste ist, ist leider nicht auf ihre Originalität oder Ideenreichtum zurückzuführen, und leider auch nicht auf durchweg passable schauspielerische Leistungen. Karin Dor absolviert einen furchtbaren Gast-Auftritt mit französischem Akzent, und man will einfach nicht glauben, dass dies dieselbe Schauspielerin ist, die einem in dem später gedrehten "Topaz" zu Tränen rührt.
Dafür bietet diese letzte Episode einige Originalaufnahmen von Rio de Janeiro und dem brasilianischem Karneval - und einen kurzen, aber genialen Auftritt Klaus Kinskis. Faszinierend, wie es ihm gelingt, die sterile Atmosphäre dieser billigen Studio-Produktion für wenige Sekunden zu unterbrechen. Dabei tut er eigentlich nichts, als sich ein paar Minuten lang so überzeugend den Schweiss von einer gebräunten Mestizenhaut zu wischen, dass man die Sonne Rios auf der eigenen Haut zu spüren vermeint.
Für Fans von Kinski und Pierre Brice zu empfehlen.