" Germinal" ist eine Literaturverfilmung und beruht auf dem gleichnamigen Hauptwerk Emile Zolas.
Wikipedia schreibt zu Romanhandlung:
" Protagonist der Handlung ist der Maschinist Etienne Lantier, der Sohn der Wäscherin Gervaise Coupeau, welche ihrerseits die Protagonistin des Romans "Der Totschläger" ist. Er hat Paris wegen Respektlosigkeit gegenüber seinem Arbeitgeber verlassen müssen, findet nun bei der Familie Maheu, in deren älteste Tochter Catherine er sich verliebt, Unterkunft und in der Kohlengrube von Voreux neue Arbeit. Von den unmenschlichen Lebensumständen empört und von der Idee des Sozialismus erleuchtet, stachelt er die verzagten Bergarbeiterfamilien zum Aufstand auf, der zunächst auch Erfolg hat: Die Arbeiter treten in Streik, wodurch die Kohleversorgung der ganzen Region ins Stocken gerät. Das Heer der wütenden Arbeiter zerstört die Kohlengrube von Voreux und tötet den raffgierigen Lebensmittelhändler Maigrat. Die Lebensbedingungen der Arbeiter verschlechtern sich jedoch, da sie nun überhaupt nicht mehr bezahlt werden, drastisch. Die Bergbauunternehmer holen belgische Arbeiter zur Besetzung der Gruben. Als die empörten Arbeiter dagegen vorgehen wollen, greift das Militär ein. Hunger und Verzweiflung führen schließlich dazu, dass sie ihre Arbeit für noch niedrigere Löhne wieder aufnehmen müssen. Auch Etienne gibt klein bei. Zuvor ist jedoch der Bergwerksschacht von dem Anarchisten Suwarin sabotiert worden, was seinen Einsturz zur Folge hat. Bis auf Etienne, Catherine und deren Liebhaber werden alle rechtzeitig gerettet; zur Rettung der Eingeschlossenen wird ein Tunnel gegraben, der diese jedoch erst erreicht, als Etienne Chaval, den Liebhaber Catherines, in einem durch Eifersucht ausgelösten Kampf erschlagen hat und sie selbst verhungert ist. Etienne verlässt nach seiner Rettung Voreux, nach wie vor vom Endsieg des Sozialismus überzeugt. Der Roman ist wegen der sehr realistisch dargestellten Konflikte mehr als ein Zeugnis für unmenschliche Arbeitsbedingungen und menschliche Gleichgültigkeit derer, die davon profitieren."
Ich habe mir heute Morgen den Film angesehen und möchte an dieser Stelle festhalten, dass diese Handlung exakt im Film wiedergegeben wird. Ich erspare mir deshalb den Inhalt neu zu formulieren.
Obschon Depardieu die Rolle des Arbeiters Maheu hervorragend spielt, wird er schauspielerisch vom Renaud, der im Film Etienne Lantier mimt, übertroffen. Das finde ich mehr als nur bemerkenswert. Man spürt, dass Renaud sich mehr in die Rolle vergraben hat.
Gezeigt werden im Film bitterste Armut und abscheulichste Verhältnisse, unter denen die Kohlenbergbauarbeiter und ihre Familien zu leiden haben. Gezeigt werden des Weiteren das Leid und die Mühsal unter Tage, Gefahr, Hitze, Dreck, geringe Sicherheitsvorkehrungen.
Diesem Elend steht der Luxus der besitzenden Schicht gegenüber.
An Interessenausgleich war im 19. Jahrhundert nicht zu denken, wie der Film deutlich macht.
Um konkurrenzfähig zu bleiben wird der Lohn der Arbeiter immer mehr gesenkt. Die Besitzenden sind nicht bereit die Last zu verteilen.
Die Bilder im Film (ein Farbfilm!) sind fast alle in grau und schwarz getaucht. Es sind die Farben der Freudlosigkeit. Offenbar hat die besitzende Schicht selbst die bunten Farben gepachtet. Nur dort werden sie nämlich sichtbar. Lebensfreude kommt aber auch da nicht auf, weil deren Gier den Blick für das Schöne verstellt.
Den sozial engagierten Denkern jener Tage, die dieses furchtbare Elend thematisiert haben, kann man nicht genug danken, denn das arme, geschundene Proletariat jener Tage, das weder lesen noch schreiben konnten, benötigte humanistisch gesinnter, gebildeter Helfer, damit ihr Schicksal sich bessern konnte.
Marx war nur einer von ihnen, wie man sieht.
Ein zutiefst beeindruckender Film.
Empfehlenswert!