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Sehr wissenschaftlich ist auch seine Herangehensweise daran was er erzählt und wie er es erzählt. Er versucht immer den Originalquellen treu zu bleiben; findet er mehrere wesentliche Quellen vor, so folgt er der Hauptlinie gibt aber die Nebenlinie ebenfalls an. Diese Technik sorgt dafür, dass der Leser ein sehr gutes Verständnis auch der Hintergründe bekommt, Tetzner versucht die Quellen in das ursprüngliche Licht zu rücken, sie so wiederzugeben wie sie gemeint waren. Sein Bestreben ist sehr wesentlich darauf gerichtet, Umfärbungen die im Lauf der Geschichte angebracht wurden wieder zu entfernen und so, inhaltlich einen ursprünglicheren Text wiederzugeben, der in moderne Sprache gekleidet wurde.
Für jene die sich auch für die Mythologie der Germanen interessieren, sei noch erwähnt, dass "Germanische Göttersagen" vom gleichen Autor sinnvollerweise in der Reihenfolge zuvor kommen sollten, weil dieses Buch eher das ältere "Wissen" beinhaltet. Für jene die sich weniger für den dahinterstehenden Mythos interessieren, sei jedoch gesagt, dass dieses Buch absolut keine Voraussetzung ist, um die Heldensagen gut aufnehmen zu können.
Seinem Ziel verpflichtet bemüht sich Tetzner in einem rd. 15-seitigen Anhang nochmals darum, die Quellen und ihre Unterschiede aufzuzeigen, sowie den historischen Kontext kurz zu skizzieren.
Um Alternativen aufzuzeigen, möchte ich kurz noch einen Vergleich mit "Stephan Grundy - Rheingold" wagen. Dieses um ein Vielfaches dickere Buch besitzt genau jene Erzählstimme die Tetzner fehlt. Rheingold befasst sich mit der Siegfriedsage und ist eigentlich ein Phantasyroman geworden, der sich um das gleiche Thema bewegt, sich dafür aber häufig von den sehr weit wesentlichen Quellen entfernt - dafür ist er einfach sagenhaft zu lesen. Sollten Sie jetzt beschließen beides lesen zu wollen, so ist es sicherlich sinnvoll zunächst Tetzners Göttersagen, danach die Heldensagen und danach Grundys Rheingold zu lesen.
Die Zusammenfassung der Beurteilung dieses Werkes ist für mich recht einfach: Das Buch ist überaus gelungen, und hätte Tetzner noch die Sprache eines gewandten Erzählers wären 5 Sterne nicht ausreichend.
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