Lassen Sie sich vom Umschlagdesign nicht beirren: Geboten wird ein grundsolider Überblick der archäologischen Funde auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, reich illustriert und allgemeinverständlich kommentiert. Die Geschichte des Fachs Archäologie wird ebenso erläutert wie Fragestellung, Methoden und Stand der Forschung.
Viele Details kann man so nicht im Museum sehen - sei es, weil die einzelnen Funde dort nicht in einen so übergreifenden Kontext gestellt werden können (dort bleibt die Trichterbecherkultur eben meist ein langweiliger Scherbenhaufen, statt einem spannenden kulturhistorischen Krimi wie hier im Buch); sei es, weil sie gar nicht dauerhaft ausgestellt werden können, wie z.B. die ältesten von Menschenhand gefertigten Holzgegenstände (Speere), die tatsächlich in Deutschland (im Braunkohletagebau des Harzvorlands) gefunden worden sind.
Ein Buch völlig ohne Tempel wie bei Indianerjones, und nur wenigen Goldschätzen: Aber dennoch angetan, um in uns allen den Traum von Ausgraben neu zu erwecken und sicher ein pädagogisch hochwertvolles Geschenk. Nur den Einband, den sollte man verschwinden lassen, um nicht einen politisch fragwürdigen Eindruck zu erwecken...